HOME

Nintendo-Chef Iwata: "Wir hatten den Spieler verloren"

Mit seiner ungewöhnlichen Spielkonsole "Wii" will Nintendo neue Wege gehen. Im stern.de-Interview spricht Firmenchef Satoru Iwata über einfache Spiele, schwierige Entscheidungen - und Kinder als Qualitätskontrolleure.

Am 8. Dezember kommt die Nintendo-Spielkonsole "Wii" in Deutschland auf den Markt, ein Gerät, das völlig anders anmutet als die Konsolen ihrer Konkurrenten. Können Sie sich an den Moment erinnern, an dem die Idee hinter "Wii" entstanden ist?

Ich erinnere mich noch gut, wie vor einigen Jahren immer mehr meiner Freunde aufhörten zu spielen. Sie wollten unsere Spiele nicht mehr in ihrem Leben haben. Da wurde mir klar, dass zwar unsere Videospiele anspruchsvoller und komplexer geworden waren, was die Technologie betrifft – wir aber etwas Bedeutendes dabei verloren hatten: den Spieler.

Viele Menschen wandten sich von Videospielen ab?

Ja. Japan war der erste Markt, in dem das passierte. Deswegen waren wir als eine der ersten Firmen mit dem Phänomen konfrontiert. Noch als wir den "Gamecube" entwickelten, glaubten wir, dass wir mit immer besserer Grafik das bieten, was unsere Kunden wollten. Als das nicht so zu sein schien, haben wir unser Denken komplett geändert. Die Industrie sah damals in immer komplizierteren Spielen mit immer längerer Spieldauer die Wege zum Erfolg. Nintendo marschierte in die entgegengesetzte Richtung – um die Spielergemeinde zu vergrößern.

Hatten Sie nie Angst vor Ihrer eigenen Courage?

Natürlich war der Weg riskant, er war ein Wagnis. Ich muss zugeben: Wir hatten etwas Angst, den neuen Kurs einzuschlagen. Aber was blieb mir übrig: Der Markt für Videospiele schrumpfte, und nichts zu tun, hätte für Nintendo bedeutet, langsam zu sterben, ohne sich zu wehren.

Gab es einen Moment, an dem Sie davon überzeugt waren, dass ihre Strategie, Nichtspieler für Videospiele zu begeistern, funktioniert?

Ich war sicher, dass die Kunden unseren neuen Ansatz irgendwann verstehen würden. Aber wusste nur nicht, wann das sein würde. Ob wir das 2004 mit dem Nintendo DS schaffen würden, dieses Jahr mit der "Wii" – oder gar erst mit einer späteren Generation. Ehrlich gesagt habe ich erst seit Mitte 2005 das Gefühl, dass die Strategie richtig war. Zu dieser Zeit begannen weltweit sehr viele Menschen Gefallen an unseren Produkten zu finden, die keine Videospieler waren. Als "Nintendogs" in Europa erschien, mochten es Kritiker und Kunden. Heute verkauft es sich dort am besten, besser als sonstwo auf der Welt. Sehr erfolgreich ist auch unser Programm "Dr. Kawashimas Gehirn Jogging".

Aber es besteht die Gefahr, dass sie die traditionelle Spielergemeinde verlieren bei Ihrer Suche nach neuen Zielgruppen. Die Grafikleistung der "Wii" zum Beispiel kann mit der Ihrer Konkurrenten nicht mithalten.

Natürlich sehnen sich viele Spieler nach immer besserer Grafik, und das sind meist diejenigen, deren Meinung in Internet-Foren zählt – aber auch in dieser Gruppe gibt es Leute, die der Grafikwettlauf langweilt. Was aber bringt die beste Grafik, wenn sie das Spiel selbst nicht besser macht? Außerdem werden die Hardcore-Gamer die ersten sein, die "Wii" spielen wollen, weil sie das neue "Zelda" spielen möchten. Gelegenheitsspieler auf der anderen Seite suchen nach neuen, frischen Erlebnissen. Das kann ein grafisches Erlebnis sein, aber auch die neue Steuerung der "Wii". Beide Gruppen suchen etwas Einzigartiges, und das ist unsere Konsole. Aber ich verstehe Ihre Frage: Noch im Mai dieses Jahres gab es selbst bei Nintendo Leute, die Angst hatten, dass die "Wii" außerhalb Japans nicht verstanden werden würde. Diese Angst verschwand erst, als wir im nach Amerika flogen zur weltgrößten Messe unserer Branche, der Electronic Entertainment Expo in Los Angeles – und dort die Freude auf den Gesichtern der Mehrheit der Fachbesucher sahen. Da wussten endlich alle: Oh ja, unser Kurs war der Richtige.

Unter dem Strich jedoch bleibt: Nintendo zieht sich im punkto Grafik aus dem Dreikampf der Konsolen zurück. Ist das für Sie eine Niederlage?

Keinesfalls. Ich habe das bislang niemandem gegenüber so formuliert – aber es gibt zwei weitere Gedanken hinter "Wii": Wenn ich die Geschichte der Videospiele betrachte, dann mussten wir bislang immer, wenn es neue Konsolen gab, mehr Zeit und Energie aufwenden, um Spiele dafür zu entwickeln. Und bislang hat es sich auch gelohnt. Selbst wenn wir zehn Mal mehr Geld in die Entwicklung gesteckt hatten, konnten wir zehn Mal mehr Umsatz von einem Spiel erwarten. Auf diese Weise ist die Industrie in der Vergangenheit gewachsen. Unsere Voraussage jedoch ist: Das Umsatzwachstum wird nicht mithalten können mit dem Wachstum der Ausgaben für die Spielentwicklung. Also haben wir intern über die Möglichkeiten diskutiert, dem Trend zu begegnen, immer teurere, aufwendigere Spiele erschaffen zu müssen. Unsere Antwort ist: Indem wir attraktive Spiele entwickeln, die sich einzigartig steuern lassen. Die andere Überlegung: Wenn Sie sich heute ansehen, wie über das Internet gespielt wird, konzentriert sich die Branche viel zu sehr auf Wettbewerbe: Wer ist der erste beim Autorennen, wer ist der Beste von allen Spielern. Ich denke, dieser Fokus ist falsch. Die größte Attraktion des Internets ist, dass dort jeder alles machen kann, dass jeder seinen eigenen Spielplatz erschaffen kann. Wir wollen, dass jeder, der mag, von überall auf der Welt, etwas beitragen kann zu etwas Großem, Beispiellosem. Wir wollen, dass online rund um die "Wii" eine Unterhaltungsarena entsteht, in dem Menschen sich aufhalten und alles miteinander teilen können.

Was sollen sich Spieler denn miteinander teilen?

Was sie mögen. Das Netz ist zum Teilen da. Es können Dinge sein, die andere Spieler gefertigt haben, eine Information vielleicht, oder eine einzigartige Erfahrung. Etwas, dass Sie inspiriert. Es kann alles sein. Lassen Sie sich überraschen.

Sie haben angefangen, über "Wii" nachzudenken, als das Vorgängergerät "Gamecube" herauskam. Denken Sie bereits an die kommende Konsole?

Wir hören niemals auf, über die kommende Generation nachzudenken. Wir haben auch jetzt viele Ideen, und viele bleiben natürlich auf der Strecke, andere setzen sich durch. Wir schauen uns an, was technisch möglich sein wird die kommenden fünf oder zehn Jahre, und irgendwann wird eine neue Konsole Gestalt annehmen. Das ist ein immerwährender Prozess.

Was können wir von Videospielen in den kommenden fünf Jahren erwarten?

Ich kann Ihnen nur für Nintendo antworten. Und ist es da nicht interessant, dass wir hauptschuldig daran sind, wie Videospiele heutzutage gesteuert werden? Die meisten Menschen halten mit beiden Händen einen Controller und haben den linken Daumen auf einem Analogstick. Wir haben das vor Jahrzehnten erfunden. Ich erhoffe mir von den kommenden fünf Jahren, dass dieser Standard, den Nintendo einst erschaffen hat, von Nintendo zerstört werden wird. Denn wir wissen, dass dieser herkömmliche Controller und die vielen Knöpfe darauf das Haupthindernis für viele Menschen sind, Video zu spielen. Dass es auch anders geht, das wollen und müssen wir den Menschen klar machen.

Und bis dahin bauen Konkurrenten ihren "Wii"-Controller einfach nach?

Wenn wir Erfolg haben, werden andere Firmen sicherlich versuchen, ähnliche Controller zu bauen. Also müssen wir zu diesem Zeitpunkt bereits einen Schritt weiter sein. Und zwar mit unseren Spielen und der Software, die auf der "Wii" läuft – denn das alles kann nicht so einfach von anderen kopiert werden. Wir müssen immer einen Schritt schneller und besser sein.

Gibt es einen "japanischen Weg", Videospiele zu gestalten?

Ich denke, es gibt Unterschiede zum Westen. Japaner lieben kleine, zauberhafte, süße Wesen. Wir haben eine lange Tradition an Mangas, an Animationen, und wir schätzen Künstler, die nicht versuchen, Realität abzubilden, wie das oft im Westen der Fall ist. Wir lieben übertriebene Darstellungen. Westliche Künstler legen Wert auf Wirklichkeit, auf Licht, auf Schatten, auf das Zusammenspiel von Hell und Dunkel – japanische Künstler wollen absichtlich Irreales erschaffen. Sie sehen das Ergebnis überall in Japan, in Büchern, in den Städten, in Kioto – also tauchen diese Wesen so auch in Videospielen auf. Aber die Welt wird immer kleiner und wächst zusammen. Der Westen lernt viel von unseren Mangas zurzeit, und natürlich lernen wir auch umgekehrt von westlichen Künstlern. Das Internet spielt dabei eine große Rolle. Das ist eine interessante Entwicklung.

Kommen Sie eigentlich noch selbst zum Spielen?

Ich trage natürlich sehr viel Verantwortung und habe gerade jetzt sehr viel zu tun. Verglichen zu früher habe ich leider immer weniger Zeit zum Spielen. Aber ich versuche es so oft wie möglich – meistens sogar im Büro. Ich besuche dann die Entwickler und spiele mit ihren Prototypen. Teil des Entstehungsprozesses zu sein, das macht mich glücklich. Der Enthusiasmus, gute Spiele zu machen, hat mich nicht verlassen, nur weil ich Präsident geworden bin. Der ist immer noch da.

Darf ich fragen, ob Sie Kinder haben?

Ja, ich habe Kinder.

Dürfen die Videospiele spielen?

Ja, die spielen eine Menge. Wenn sie nicht gerade für die Schule lernen müssen.

Ich stelle es mir schwer vor, den eigenen Kindern zu sagen, dass sie aufhören sollen, zu Video zu spielen – als Präsident von Nintendo.

Na ja, sie hören schon auf mich, wenn ich ihnen das sage. Aber nur sehr widerwillig. Anderseits: Wenn ich ihnen sage: "Hört jetzt auf", und sie legen sofort den Controller weg – dann ist das Videospiel wohl nicht gut genug.

Interview: Sven Stillich
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(