scheibe Shareware - Wer hat's erfunden?


Der Vater der Shareware. So nannte Peter Norton (Norton Commander) vor Jahren den Amerikaner Jim Knopf, der seine Software unter dem Pseudonym Jim Button veröffentlichte. 1982 wird allgemein als das Geburtsjahr der Shareware angesehen.

Der Vater der Shareware. So nannte Peter Norton (Norton Commander) vor Jahren den Amerikaner Jim Knopf, der seine Software unter dem Pseudonym Jim Button veröffentlichte.

1982 wird allgemein als das Geburtsjahr der Shareware angesehen. Das alternative Vertriebskonzept wurde nahezu gleichzeitig in Tiburon (Kalifornien) und in Bellevue (Washington) erfunden. In Tiburon werkelte Andrew Fluegelman an einer DOS-Software namens PC-Talk. In Bellevue stellt der IBM-Mitarbeiter Jim Button seine Datenverwaltung PC-File fertig. Heute wird der Entdeckerruhm hauptsächlich Jim Button zugewiesen. Eine Ungerechtigkeit, die hauptsächlich Jims Charme zuzuschreiben ist. Oder der Tatsache, dass seine Shareware ganz einfach preiswerter war.

PC-File entstand aus der eigenen Not heraus wie das bei den besten Shareware-Programmen immer der Fall ist. Jim brauchte ein Etikettendruckprogramm für die Aussendungen der lokalen Kirchenpost. Und wo er schon einmal dabei war, unterfütterte er das Programm auch gleich noch mit einer ganzen Datenbank. Ursprünglich für den Apple geschrieben, legte sich Jim bald einen der ersten DOS-Rechner zu und konvertierte sein Programm für das neue System.

Jetzt traten zwei Ereignisse parallel ein. Der IBM-kompatible PC eroberte die Computerwelt im Sturm. Überall schossen riesige Computerclubs aus dem Boden. Das einzige Problem: Software für den PC war rar gesät und teuer. Jim verschenkte just zu dieser Zeit sein Programm auf Diskette. In einem Begleittext bat er um die Zusendung von zehn Dollar, wenn jemand gerne die weiterentwickelte Folgeversion haben wollte. Und er bat darum, das Programm kostenfrei an Freunde und Bekannte weiterzureichen. Über die neu gegründeten Clubs kopierte sich das Programm in Windeseile die ersten Geldscheine kamen mit der Post.

Der Durchbruch kam allerdings erst, nachdem ein Mann namens Doug Clapp eine Besprechung der Software für das PC-World-Magazin schrieb. Als Jim aus einem Hawaii-Urlaub zurückkehrte, stapelten sich die Postsäcke im ganzen Haus. Jims Sohn John arbeitete mehrere Wochen lang daran, die Post aufzuarbeiten.

Jim kündigte 1984 bei IBM, als er nebenbei mit seiner selbst geschriebenen Software das Zehnfache seines alten Gehalts verdiente. Und schon bald setzte er mit seiner Firma Buttonware und über 30 Mitarbeitern Millionen um. 1992 zeigte Jim ein Herzanfall, dass er mit seinen 49 Jahren viel zu viel arbeitete. Jim verkaufte die Firma und setzte sich am Pazifik zur Ruhe mit einem Enkel auf den Schultern und einer Angelrute in der Hand.

War das bereits das Ende der Geschichte? Nein. Jim Knopf übt noch immer Einfluss auf die Shareware-Szene aus, die ihm so viel zu verdanken hat. Nachdem er auf seiner inzwischen stillgelegten Homepage Halcyon Freeware für Windows verschenkte, ist er nun auf der Homepage Jim Button präsent. Hier stellt er Freeware für den Palm Pilot vor. Er kann's eben nicht lassen.

Carsten Scheibe

Typemania@compuserve.com


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