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Verbotsdebatte: Machen Killerspiele "dick, dumm und hässlich"?

Sind "Killerspiele" dafür verantwortlich, dass Sebastian B. durchgedreht ist? Muss man das vermeintliche Teufelszeug verbieten? In Berlin lud der führende Spiele-Produzent zur Debatte. Das Ergebnis: Der erhitzte Streit ist vor allem Ignoranz geschuldet. "Gamer" sind gut!

Von Florian Güßgen

Hat die Wahnsinns-Tat des Sebastian B. ein weiteres Mal bewiesen, dass Killer-Spiele, dass "Counter-Strike" generell die Attentatslust steigert? Muss die Politik das angebliche Teufelszeug nun nicht endlich verbieten? Oder ist es ganz anders: Ist Counter-Strike in der wirklichen Wirklichkeit nicht gefährlicher als "Mensch-Ärgere-Dich-Nicht"? Stellen wild gewordene Verbots-Fetischisten hier eine zutiefst friedfertige Spieler-Gemeinde unter Generalverdacht, nur weil es wenige schwarze Schafe gibt? Wäre ein Verbot blinder Aktionismus, wissenschaftlich völlig unbegründet, ja sogar eine Diskriminierung mündiger Mitbürger?

Lobby-Abend in Berlin

Ja, klar, die endgültigen, finalen Antworten auf diese Fragen stehen alle noch aus. Aber wer sich zunächst einen Überblick über die Argumente verschaffe wollte, dem wurde am Mittwochabend in der hessischen Landesvertretung in Berlin geholfen. Dort präsentierte die Firma "Electronic Arts", Marktführer in Sachen Computerspielen, ihre Sicht der Dinge, indem sie zu einem Parlamentarischen Abend lud. Diese Abende gibt es in Berlin ständig und überall. Es sind nichts anderes als Lobby-Veranstaltungen. Firmen schaffen ein mehr oder minder luxuriöses Ambiente, in dem sie Abgeordneten und Ministern mehr oder minder offensiv ihre Interessen näher bringen.

Dass Kritiker der eigenen Sache hier selten zu Wort kommen, liegt in der Natur der Sache. "Electronic Arts" hatte den Abend schon länger geplant. Nach einem Impulsreferat sollten Experten und Politiker über die Frage "Computerspiele - Verbot oder Selbstregulierung?" diskutierten. Die aufbrandende Verots-Debatte nach dem Amoklauf des Sebastian B. verlieh dem Abend, zynischer Zufall, eine ungeahnte Dringlichkeit, wobei, wen wundert's, sich unter den Diskutanten schlussendlich kein Verbots-Befürworter befand.

"Counter-Strike ist Sport"

Als wissenschaftlicher Anwalt der Industrie trat der Kölner Professor Winfred Kaminski vom Institut für Medienforschung und Medienpädagogik der Fachhochschule Köln auf. Die Öffentlichkeit, so Kaminskis Hauptargument, habe eine völlig falsches, verzerrtes Bild von Computerspielern, von "Gamern." Es handele sich nicht um schießwütige und blutrünstige Einzelgänger, sondern um zutiefst sozial ausgerichtete Spieler, die sich lediglich am Erreichen des Spielziels erfreuten.

Kaminski zeichnete eifrig das Bild des "guten Spielers." - "Das in der allgemeinen Erwachsenen-Öffentlichkeit vorherrschende Bild vom einsamen, kontaktarmen, sozial depravierten 'Gamer' trifft einfach nicht zu", sagte er. "Ein aktiver Ego-Shooter-Spieler will gerade nicht Schießen lernen, sondern er will sich vergnügen, er will Spaß haben, er will etwas erleben, und er will Entspannung erleben." Kaminski verglich den gemeinen Ego-Shooter mit dem Leser eines Krimis. "Sie wollen ja nicht einen Krimiroman lesen, um zu lernen, wie zu morden ist", wandte er sich an das Publikum. "Sondern Sie suchen Spannung, um sich zu entspannen."

Kaminski bezeichnete den Widerspruch zwischen der wirklichen Welt der "Gamer" und ihrer Wahrnehmung in der breiten Öffentlichkeiten als einen "Clash of Realities", ein Aufeinanderprallen von Wirklichkeiten, unterfüttert von Unkenntnis und Angst vor dem Fremden. Aber dazu später mehr. Unterstützung erhielt Kaminski von dem Jenaer Wissenschaftler Jörg Müller-Lietzkow. "Counter-Strike ist Sport", sagte Lietzkow. "Wir sollen aufhören, a priori die Vermutung zu haben, dass 'Killerspiele' dick, doof, dumm und hässlich machen. Es gibt ja Studien, die das behaupten. Spieler sind zunächst Menschen, denen ein bestimmtes Spiel-Genre Spaß macht. Wir dürfen nicht eine ganze Generation abstempeln", sagte Müller-Lietzkow.

Benneter attackiert Kriminologen Pfeiffer

Und, wie halten "Gamer" es mit Gewalt? Macht das Spielen sie zu Zombies? Die Gretchenfrage dieser Tage beantworteten beide Experten eindeutig abschlägig. Bisher gebe es noch keine Belege für den Zusammenhang von Computerspielen und Gewaltbereitschaft. Sie widersprachen damit offen den Behauptungen anderer Wissenschaftler, wie etwa dem niedersächsischen Kriminologen Christian Pfeiffer. "Die Behauptung, die so genannte Spielgewalt ziehe reale Gewalt nach sich, ist nicht haltbar", sagte Kaminski.

"Die Jungs kommen zu den LAN-Parties nicht zusammen, um sich gegenseitig zu töten, sondern um zu spielen", sagte er. Müller-Lietzkow sagte, weltweit gebe es etwa 50 relevante, empirische Studien zur Wirkung von Computerspielen. "Es gibt keinen nachhaltigen empirischen Nachweis, dass es überhaupt zu einer Wirkung kommt", sagte er. Eine kurzfristige Erregung sei nachweisbar, das ja, aber, hey, das sei schließlich Sinn und Zweck der Spiele. "Wenn man sich einen James-Bond-Film anguckt, sucht man auch die kurzfristige Erregung. Man will nicht sehen, dass James Bond mit Wattebäuschchen um sich wirft."

Langfristige Auswirkungen auf die Gewaltbereitschaft der Spieler könnten bislang jedoch nicht nachgewiesen werden. Diese Position vertrat übrigens auch ein Politiker, Klaus Uwe Benneter nämlich, einst SPD-Generalsekretär, jetzt einfacher Abgeordneter und Medienexperte. Er, jedenfalls, sagte Benneter, halte wenig von den wissenschaftlichen Erkenntnissen Pfeiffers. "Pfeiffers Auffassung dazu teile ich nicht", sagte der Genosse. Und legte nach: "Ich habe auch nicht den Eindruck, dass er da wirklich so viel Ahnung davon hat."

USK verweigert 70 von 2500 Spielen Kennzeichnung

Überhaupt, das mit der Ahnung. Über die frappierende Unkenntnis im Umgang mit Computerspielen, über Kaminskis "Clash of Realities", war man sich an diesem Abend einig. Zwischen den Generation liege eine tiefe Kluft, hieß es, zwischen Eltern, Lehrern und Kindern und Jugendlichen. Kaminski sprach von einem "Digital Gap", einer digitalen Lücke zwischen jenen, die mit digitalen Medien umgehen können, und jenen, die dies nie gelernt hätten.

Die hysterischen Reaktionen gerade der Politik seien auf wenig anderes zurückzuführen als auf fehlendes Wissen, so der Professor. "Ich vermute, dass der alarmistische Ton einiger Politiker darüber hinwegtäuschen soll, dass sie zu geringe Kenntnisse haben." Zudem, so wurde fleißig argumentiert, wüssten viele nicht, dass der Staat Gewalt verherrlichende Spiele ohnehin aus dem Verkehr ziehe - und die Industrie darüber hinaus eine effektive Selbstkontroll-Stelle geschaffen habe, nämlich die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) in Berlin.

Diese überwache, selbstredend, äußert effektiv. Der USK-Chef, der zufällig im Publikum saß, sagte, die Stelle überprüfe im Jahr rund 2500 Spiele, 70 davon verweigere man die Alters-Kennzeichnung. Ein Verbot sei das nicht, aber der Markteintritt werde erschwert. Auch Benneter, der Politiker, pries die Arbeit der USK, während er, en passant sämtlichen Innenpolitikern eine Ohrfeige verpasste. Diese stellte er als, naja, bestenfalls mäßig kompetent dar. Die Situation erinnere ihn oft an den Blinden, der von der Farbe spräche, sagte Benneter.

"Ego-Shooter gehören nicht in die Hände von Kindern"

Ein Verbot von Computerspielen lehnten, das ist klar, an diesem Abend alle Redner einhellig ab. Stattdessen drangen sie auf eine Förderung der "Medienkompetenz." Im Prinzip, so die Forderung, müssten alle erzogen werden: Die Kinder und Jugendlichen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den Spielen, Eltern und Lehrer müssten verstehen, was im Leben ihrer Kleinen vor sich gehe; Politiker müssten sich differenziert mit dem Thema auseinandersetzen; die Wissenschaft müsste brauchbare Studien produzieren, und die Medien müssten differenziert schreiben. Kaminski, der Professor, forderte, man müsse Computerspiele als Kulturgut begreifen, das in den Medien der gleichen Kritik ausgesetzt werde wie Filme, Theateraufführungen oder Bücher.

Und mit den Killerspielen? War da noch was? Einen interessanten Beitrag zu der Debatte zu dem Umgang mit jenen Produkten, die gerade fünf Prozent des eigenen Geschäfts ausmachen, lieferte "Electronic-Arts-"-Deutschland-Chef Thomas Zeitner. "Ego-Shooter gehören nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen", sagt er. Das sehe er auch so. Nur sei es eben nicht der Job des Staates, dies mit Verboten zu bewerkstelligen, sagte der Gastgeber.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.