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Apples neues iPad: Scharfes Gerät

Verdammt schnell und ultrascharf: Apple hat sein neues iPad vor allem technisch aufgerüstet. Es liefert hochauflösende Bilder in Full-HD. Bereits ab 16. März soll das neue iPad in den Läden liegen.

Von Christoph Fröhlich, London

Fünf Monate ließ Apple die Technikwelt auf ein neues Gadget warten. Im Oktober 2011 präsentierte Tim Cook zuletzt das iPhone 4S, jetzt war das iPad an der Reihe. Äußerlich sieht das neue Gerät dem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich. Doch im Inneren wurde beinahe alles ausgewechselt: ein doppelt so scharfes Display, ein wesentlich schnellerer Prozessor, eine bessere Kamera und ein LTE-Chip für ultraschnelles mobiles Surfen.

Der Verkaufsstart ist Freitag, 16. März. Das neue iPad soll in den USA wie die Vorgänger ab einem Preis von 499 Dollar (380 Euro) zu haben sein, der Preis für Deutschland war zunächst nicht bekannt. Allerdings erklärte Apple, dass die Vorgängerversion iPad 2 in Deutschland ab sofort für einen günstigeren Preis von 399 Euro erhältlich sei. Eine ähnliche Strategie fährt Apple auch mit seinen älteren iPhone-Modellen im Smartphone-Markt.

Hochauflösendes Retina-Display

Das bemerkenswerteste Feature des neuen iPads ist das hochauflösende Retina-Display. Laut Apple hat es mit einer Auflösung von 2048 mal 1536 Pixeln den schärfsten Bildschirm der Welt. Es bietet 3,1 Millionen Pixel, rund 1 Million mehr als ein Full-HD-Fernseher. Das Display ist so scharf, dass der Nutzer keine einzelnen Pixel mehr auf der Netzhaut (der Retina) unterscheiden kann - deshalb der Name. Ob Apps, Text oder Bilder - auf dem neuen Bildschirm sieht alles besser und schärfer aus.

Solch ein leistungsstarker Bildschirm braucht auch mehr Rechenpower. Die liefert der neue A5X-Prozessor (zuvor: A5). Im Vergleich zu Nvidias Tegra-3-Chip, der in vielen Tablets der Konkurrenz werkelt, soll der neue Apple-Prozessor bis zu viermal schneller sein. Wie sehr diese Behauptung der Wahrheit entspricht, werden unabhängige Tests zeigen müssen. Mit an Bord ist auch eine verbesserte Kamera. Fünf Megapixel bietet die iSight-Kamera und ermöglicht auch passend zum neuen Display Full-HD-Aufnahmen. Ein neues Linsensystem und ein schneller Autofokus sollen auch unter schwierigen Bedingungen scharfe Bilder liefern.

iMoppelchen

Ab sofort kann auch unterwegs ultraschnell gesurft werden - in Deutschland allerdings mit Einschränkungen. Denn das neue iPad kann hierzulande nicht die schnellen LTE-Datennetze nutzen, wie am Donnerstag bekannt wurde. Das Problem: LTE läuft in Europa und den USA in unterschiedlichen Frequenzbereichen. Apple bestätigte, dass in Deutschland die US-Variante verkauft wird. Die unterstützten Frequenzen hängen vom eingebauten Chip ab und können deshalb nicht per Software-Update verändert werden, wie Sprecher der Mobilfunk-Anbieter Deutsche Telekom und Vodafone sagten.

In Nordamerika sind die LTE-Frequenzen 700 und 2100 Megahertz im Einsatz. In Deutschland laufen die LTE-Übertragungen hingegen mit 800, 1800 und 2600 Megahertz. Damit wird der Geschwindigkeitsvorteil im Vergleich zum iPad 2 in Deutschland geringer ausfallen als in den USA. Mit dem Doppelkanal-HSPA+ komme das neue iPad aber immer noch auf bis zu 42 Megabit pro Sekunde, betont Apple. In den USA sollen es mit LTE mehr als 70 Megabit pro Sekunde sein.

Die Softwarepakete iWork (Apples Pendant zu Microsoft Office) und iLife (unter anderem ein Fotoprogramm und ein Tool zum Erstellen von Filmen) laufen aber ab sofort auf dem mobilen Minirechner.

Um die Akkuleistung bei höherer Rechenkraft stabil zu halten, wurde das neue iPad etwas dicker. Es ist jetzt 9,4 Millimeter dick und bringt damit 0,6 Millimeter mehr auf das Maßband. Das ist vielleicht auch der einzige Nachteil im Vergleich zur Vorgängerversion. An der Speicherkapazität hat sich nichts geändert: Nach wie vor gibt es Apples Erfolgs-Tablet mit 16, 32 oder 64 Gigabyte Speicherplatz. Es ist in den Farben weiß und schwarz ab Freitag, 16. März, erhältlich.

Neues Apple TV

Seit Monaten brodeln die Gerüchte rund um einen revolutionären Apple-Fernseher. So ein Gerät hatte Apple auf der Präsentation am Mittwoch zwar nicht im Gepäck, doch einen weiteren Schritt ins Wohnzimmer hat Apple dennoch gewagt: Mit der überarbeiteten Settop-Box Apple TV, die zeitgleich mit dem neuen iPad erscheint, bietet Apple hochauflösenden Filmgenuss am Fernseher. Die kleine Box wird via HDMi angeschlossen und hat dank iCloud Zugriff auf die gesamte iTunes-Bibliothek des Nutzers. In Apples Onlineladen können ab sofort auch Filme und Serien in Full-HD (1080p) gekauft und bequem angeschaut werden.

Ein überarbeitetes Menü soll die Navigation erleichtern. Neben der iCloud bietet das Gerät auch Zugriff auf bekannte Streamingdienste wie Netflix, Youtube oder den Bilderdienst Flickr. Und auch der Fotostream ist auf Apple TV verfügbar: Wird auf dem iPhone ein Foto geknipst, erscheint es bereits wenige Sekunden später auf dem Fernseher. Für den Anfang dürfte das die Apple-Jünger zufrieden stellen. Doch die Rufe nach einem eigenen Fernseher werden damit wohl nicht leiser werden. Vielleicht überrascht Apple damit ja auf dem nächsten Event.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes wurde irrtümlich berichtet, dass das neue iPad auch mit der Sprachsoftware Siri ausgerüstet sei. Dieses war eine Falschinformation, für die wir uns entschuldigen.

Christoph Fröhlich
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