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Netzneutralität: Warum das Internet, wie wir es kennen, gerade gestorben ist

Die US-Behörden haben gerade das Ende der Netzneutralität beschlossen. Das wird auch für uns in Deutschland ungeahnte Folgen haben - von neuen Diensten bis zum Porno-Konsum.

Netzneutralität Ende USA

Die Netzneutralität ist in den USA Geschichte. Welche Folgen hat das für das Internet an sich?

Das Internet hat die Welt verändert. Wir haben zu jedem Zeitpunkt Zugriff auf Unmengen von Informationen, Produkten und Medien. Jetzt steht es auf der Kippe. Denn in den hat die Regulierungsbehörde FCC eine Entscheidung getroffen, die dem Netz, wie es jetzt ist, ein Ende setzt.

Alles hängt an der sogenannten Netzneutralität. Das sperrige Wort beschreibt die wohl wichtigste Eigenschaft des Internets: Alle Daten werden gleich behandelt. Ob Familienfotos, Versicherungsdaten oder die Unmengen an Porno-Videos - alle Daten werden mit der gleichen Geschwindigkeit durch die metaphorischen Adern des Internets gepumpt. Ein Prinzip, zu dem sich auch die europäische Kommission bereits klar bekannt hat. In den USA ist es nun abgeschafft worden: Auf Drängen der US-Provider hat die Regulierungsbehörde FCC am Donnerstag die Netzneutralität für die USA offiziell beerdigt.

Der Tod des offenen Internets

Den Internet-Anbietern ist das offene Netz seit Jahren ein Dorn im Auge. Ihr Argument: Internetriesen wie Google oder Facebook sowie Streaming-Anbieter wie Netflix würden Unsummen mit ihren Diensten verdienen, sich aber nicht an den Kosten der Infrastruktur beteiligen. Eine an sich nachvollziehbare Forderung, schließlich verursacht Netflix deutlich mehr Datenvolumen als etwa ein Mail-Angebot. Die Lösungs-Idee der Provider: Mit dem kostenpflichtigen Angebot von Internet-Überholspuren und einer Priorisierung der eigenen Dienste könnten sie mehr Geld verdienen - das dann in den Ausbau der Netze fließen soll. Genau das durften sie bisher aber nicht.

Mit dem Ende der dürfte sich das schnell ändern. Die US-Provider können nun gezielt einzelne Dienste drosseln oder gar ganz blockieren und sich das Freischalten teuer bezahlen lassen. Oder sie schaffen Internet-Überholspuren, die ausgewählte Datenpakete schneller als andere transportieren. Gegen Gebühr, versteht sich. Einzige Voraussetzung nach der neuen US-Regelung: Die Anbieter müssen dabei transparent sein. Damit wird das Internet zur Zwei-Klassen-Gesellschaft.

Das wird Auswirkungen haben - auch auf dieser Seite des Atlantiks. Schließlich nutzen wir auch hierzulande enorm viele Angebote aus den Staaten. Die europäischen Anbieter dürfen die US-Dienste zwar nicht zur Kasse bitten, dass es ihre US-Kollegen tun, wird sich aber wohl auch auf Europa auswirken. Vor allem auf längere Sicht.


Keine Chance für Nachzügler

Die Großen wie , Facebook und Co. werden die zusätzlichen Gebühren zähneknirschend bezahlen. Geld genug ist schließlich da, das Geschäft läuft hervorragend. Bei kleinen Firmen und Start-ups wird durch die neue Regelung aber eine extreme Hürde aufgebaut. Was nützt etwa der beste neue Streaming-Dienst der Welt, wenn der Content auf dem Weg zum Kunden gedrosselt wird? Ist kein Kapital für die Freischaltung der Schnellverbindung da, sind viele Angebote schlicht zum Scheitern verurteilt. Hätte es die Netzneutralität Anfang der 2000er Jahre nicht gegeben, würden wir heute kaum Facebook oder Google nutzen, sondern wären immer noch auf AOL oder Yahoo angewiesen.

Auch bei den großen Anbietern ist nicht abzusehen, wie sie die Zusatzkosten wieder reinholen werden. Traffic-intensive Angebote wie Netflix dürften sich zum aktuellen Abopreis dann in den USA kaum noch rentieren. Ob in der Folge aber nur dort die Preise steigen oder die Kosten den Kunden weltweit aufgehalst werden, steht zur Zeit noch völlig in den Sternen. 

Porno ade

Bei vielen werbefinanzierten Angeboten sieht die Lage noch einmal deutlich dramatischer aus. Vor allem, wenn das Daten-intensive ihr Hauptgeschäft ist. Die Porno-Branche kämpfte etwa an vorderster Front gegen die Pläne der US-Regierung. Der wichtigste Anbieter Pornhub schaufelte 2016 über 3000 Petabyte durchs Netz. Das entspricht drei Milliarden Gigabyte. Sollten die US-Provider Pornhub oder gar seine US-Zuschauer zum Zahlen zwingen, wäre das wohl der Anfang vom Ende der kostenlos verfügbaren Pornographie. 

Eine Chance für Europa?

Natürlich sind für die Europäer auch positive Effekte denkbar. Bisher sind viele Dienste auf den US-Markt zugeschnitten, werden dort zuerst getestet. Weil die Netzneutralität EU-Gesetz ist, könnten viele Start-ups stattdessen zukünftig zuerst in starten und erst über den Atlantik expandieren, wenn die Kundenbasis groß genug ist. Vielleicht haben so auch mehr europäische Dienste eine Chance im doch stark von US-Unternehmen geprägten Internet. Dass die chinesischen Riesen die Marktlücke übernehmen, erscheint zumindest mittelfristig unwahrscheinlich. Das Nutzungsverhalten und die Erwartungen der chinesischen und der westlichen Nutzer unterscheidet sich zu stark.

Auch in Deutschland versuchen die Provider übrigens, sich um die strengen Regeln herumzuwinden: Die Telekom und Vodafone weichen bereits heute die Netzneutralität auf, indem sie Streaming und andere Dienste gegen Aufpreis vom Datenvolumen ausnehmen. Deswegen ist die Telekom gerade im Clinch mit der Bundesnetzagentur. Ein echtes Zweiklassen-Netz ist wegen der strengen EU-Regelungen aber kein Thema. 

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.