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Viele Nutzer warten ewig Android-Chef: Update-Situation ist "äußerst frustrierend"

Google Pixel - Android
Hat stets die aktuellste Android-Version: das Pixel by Google.
© stern
Viele Android-Smartphones bekommen häufig keine Updates auf die aktuelle Version, weil die Hersteller Kosten sparen wollen. Nun hat Googles Android-Chef sich dazu geäußert - und spricht Klartext.

Jelly Bean, Kitkat, Lollipop, Marshmallow: Google benennt seine Android-Versionen stets nach Süßigkeiten. Die jüngste Version, Android 7.0, trägt den Namen Nougat. Doch obwohl seit August verfügbar, läuft das aktuelle Betriebssystem auf gerade einmal 0,4 Prozent aller Smartphones. Zum Vergleich: Apples iOS 10 wurde am 13. September zum Download bereitgestellt und wurde seitdem auf 63 Prozent der iPhones und iPads installiert. Für Google ist das ein Armutszeugnis.

Auf das Problem angesprochen zeigte sich der Konzern stets zurückhaltend, um den Partnern (Samsung, Huawei, LG, Sony …) nicht auf die Füße zu treten. Das hat nun offenbar ein Ende: Hiroshi Lockheimer, derzeit Senior Vice President (SVP) für Android, Chrome OS und Play bei Google, äußerte sich in einem Gespräch mit dem Portal "All about Android" ziemlich verärgert über die aktuelle Entwicklung der Android-Versionen.

Situation ist "äußerst frustrierend"

Die Situation sei "äußerst frustrierend", erklärte Lockheimer in ungewöhnlich deutlichen Worten. Zwar könne man nicht erwarten, dass auf mehr als 1,4 Milliarden Geräten stets das aktuellste Betriebssystem laufe, doch so lange wie derzeit dürfe die Verbreitung auf keinen Fall dauern.

Deshalb nimmt Google nun ein Stück weit selbst das Zepter in die Hand. Man arbeite an einer Hand voll Lösungen, erklärt Lockheimer. So soll der Aufwand für die Erstellung von Updates minimiert werden - derzeit muss jeder Hersteller die aktuelle Version an die eigene Benutzeroberfläche anpassen. Der Android-Chef geht dabei nicht ins Detail, man geht aber davon aus, dass Google mit Hilfe von sogenannten "Android Extensions" Teile des Betriebssystems in den Play Store auslagert, um diese quasi durch die Hintertür auf dem neuesten Stand zu halten.

Zudem wolle man verstärkt mit den Herstellern in Kontakt treten, um diese von der Wichtigkeit von Updates zu überzeugen. Denn diese sind häufig keine Selbstverständlichkeit: Verkauft sich ein Smartphones nur mäßig, wird der Support häufig innerhalb weniger Monate eingestellt, meist gibt es dann nicht einmal eine Aktualisierung auf die nächsthöhere Version. Für die Kunden ist das doppelt ärgerlich: Zum einen verzichten sie auf praktische Features, zum anderen werden Sicherheitslücken nicht mehr gestopft. 

cf

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