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EU-Frühwarnsystem: Mehr Sicherheit über den Wolken

Von Luftfahrtexperten empfohlen, von Piloten gefordert: europaweite Sicherheitsstandards im Flugverkehr. Jetzt will die EU als Reaktion auf das Onur-Air-Flugverbot ein Frühwarnsystem einführen.

Wie die EU-Kommission mitteilte, verständigten sich die Luftfahrtexperten der EU-Staaten in Brüssel auf die Einrichtung eines europaweiten Frühwarnsystems. Zudem sollen die von Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden für die türkische Fluggesellschaft gemachten Auflagen auch in allen anderen EU-Staaten gelten.

"Europa muss bei Flugverboten einheitlich agieren, um die Sicherheit der Passagiere im Luftverkehr zu garantieren", erklärte EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot. Die EU-Kommission sagte zu, schnellstmöglich Vorschläge für entsprechende Richtlinie zu erarbeiten. Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Belgien hatten Mitte Mai ein Flugverbot gegen Onur Air wegen Sicherheitsmängeln verhängt, dem auch die Schweiz gefolgt war.

Das Problem des ausufernden Marktes

Vor einigen Tagen wurde das Verbot gelockert. Dem vorangegangen war eine Vereinbarung der Bundesregierung mit der Türkei, wonach die Gesellschaft zunächst die Erlaubnis für täglich zwei Flüge nach Düsseldorf unter strengen Auflagen erhielt. Sollten dabei keine Sicherheitsmängel festgestellt werden, soll das Flugverbot komplett fallen.

Die Pilotenvereinigung Cockpit forderte unterdessen eine Europabehörde zur Überwachung der Sicherheitsstandards im Luftverkehr. Es sei "verheerend", dass es keine übergeordnete Kontrollinstanz für den Luftverkehr gebe, sagte Cockpit-Sprecher Markus Kirschneck der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Europaweit einheitliche Bedingungen seien dringend nötig.

"Wir haben das Problem eines vollkommen unreglementiert ausufernden Marktes. Jeder darf im Prinzip hinfliegen, wo er will", kritisierte Kirschnek. In Deutschland gebe es zwar relativ hohe Standards, doch die Airlines müssten mit Fluggesellschaften konkurrieren, die deutlich niedrigere Standards ansetzten. An das Luftfahrtbundesamt richtete Kirschnek den Appell, künftig Listen über Fluggesellschaften zu veröffentlichen, die wegen Sicherheitsmängeln auffallen.

AP / AP