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Rüstung Geschützturm Rapidfire – die vollautomatische Waffe gegen Drohnenschwärme

Der Turm kann auch auf Bodenfahtzeugen montiert werden.
Der Turm kann auch auf Bodenfahtzeugen montiert werden.
© PR
Bis zu 30 Flugkörper kann der Rapidfire-Turm mit einem Magazin abschießen. Damit kann er ganze Schwärme abwehren. Die Hersteller betonen, dass der Turm auch auf einem Lkw montiert werden kann. Dann wäre er eine große Hilfe für die Ukraine.

Schwärme von Drohnen können die meisten Luftabwehrsysteme nicht bekämpfen. Der Grund ist ganz einfach: Diese Systeme können nur eine gewisse Zahl von Raketen starten. Ausgelegt, um gegen Jets und Cruise-Missiles anzutreten, reichte das aus. Doch billige Drohnen können auch in einem Schwarm eingesetzt werden, der die Abwehr überfordert.

Nun haben die Rüstungsunternehmen Nexter und Thales auf der Messe Euronaval 2022 die neueste Version ihres autonomen Geschützturms Rapidire vorgestellt. Bei Rapidfire handelt es sich um eine klassische Eisenflak, wie sie schon im Zweiten Weltkrieg eingesetzt worden ist. Sie verschießt keine Lenkwaffen, sondern Geschosse. Damit enden aber auch die Ähnlichkeiten zu den älteren Systemen, denn der Turm arbeitet vollkommen autonom. "Rapidfire wurde entwickelt, um Plattformen vor Bedrohungen aus der Luft, einschließlich Drohnen, zu schützen. Es ist das einzige Luftabwehrsystem, das autonom und automatisch eine Bedrohung erfassen, identifizieren und zerstören kann, indem es die von einem Kampfführungssystem bereitgestellten Zielbestimmungsdaten nutzt."

Vollautonomes System des Rapidfire-Turm

Der Turm benötigt weder eine Besatzung, noch muss er in die vorhandene elektronische Architektur des Schiffes eingebunden werden. Er ist auch als Nachrüstlösung denkbar. Das System verfügt über ein Magazin von 140 Schuss, damit soll es 30 Flugkörper abfangen können – es wäre also sehr schwer einen Sättigungsangriff durchzuführen. Die 40-Millimeter-Kanone kann Ziele effektiv in bis zu 4000 Metern Entfernung bekämpfen. Dabei kann eine "Anti Aerial Airburst"-Munition verwendet werden. Die Geschosse explodieren zeitgesteuert im oder bei dem Ziel. Mit dieser Munition wird die Gefahr von Kollateralschäden vermieden, da die Munition in jedem Fall in der Luft explodiert und nicht bei einem Fehlschuss "irgendwo" einschlägt.

Das Feuerleitsystem kann mehrere Ziele erfassen, es hat eine schnelle Reaktionszeit und wählt automatisch den richtigen Munitionstyp aus. Die Hersteller betonen, dass sich der Turm auch leicht für Bodenfahrzeuge anpassen ließe. Für die Ukraine wäre so ein System montiert auf einem schweren Lkw derzeit ideal.

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