VG-Wort Pixel

Aufrüstung US-Navy installiert tödliche Laser auf ihren Zerstörern

Die "USS Preble" wird als erstes Schiff mit einem tödlichen HELIOS-Laser ausgerüstet.
Die "USS Preble" wird als erstes Schiff mit einem tödlichen HELIOS-Laser ausgerüstet.
Hyperschallwaffen und Drohnenschwärme bedrohen die Schiffe der US-Navy. Tödliche Laserwaffen sollen die Angreifer vom Himmel holen.

Die Macht Amerikas beruht darauf, dass die Trägergruppen der Navy die Weltmeere beherrschen. Doch die mächtigen Schiffe sehen sich neuen Bedrohungen entgegen. Sie können von weitreichenden Hyperschall-Raketen attackiert werden, die sich so schnell nähern, dass Abwehrraketen sie nicht erreichen könnten. Eine andere Gefahr ist der Angriff eines Drohnenschwarms. Kleine Drohnen sind für die herkömmlichen Abwehrwaffen nur schwer auszumachen, vor allem aber können sie ein Schiff mit ihrer bloßen Anzahl überwältigen. Luftabwehrraketen, die zur Abwehr von Flugzeugen entwickelt wurden, sind hilflos, wenn sich Dutzende von Drohnen nähern.

Laser mit der Fähigkeit zum Abschuss

Laserwaffen hätten das Potenzial, diesen Bedrohungen gerecht zu werden. Schon jetzt rüstet die Navy immer mehr Zerstörer mit dem ODIN-System (Optical Dazzling Interdictor) aus. Drei Lenkwaffenzerstörer der Arleigh Burke-Klasse haben bereits so ein System bekommen, bis Ende des Jahres sollen sechs weitere Zerstörer folgen. Allerdings ist der ODIN-Laser zu schwach, um ein Ziel zu zerstören. Sein Laserstrahl kann nur die Kameras und Sensoren einer Drohne ausschalten – einmal "blind" stellen die Drohnen keine Gefahr mehr da. Der Vorteil ist, dass ein derartiger Laser wenig Energie benötigt.

Endes Jahres soll das stärkere HELIOS-System auf der "USS Preble" eingesetzt werden. HELIOS kann auch Sensoren blenden, darüber hinaus soll dieser Laser Ziele aber auch zerstören können. HELIOS soll Unterschall-Marschflugkörper wie die russische SS-N-27 "Sizzler" oder die chinesische YJ-18 abschießen können. Wenn der Laser eine Zeit lang auf den Gefechtskopf, die Sensoren oder die Steuerflächen konzentriert wird, würde die Hitze den Marschflugkörper zum Absturz bringen.

Wetterfühlige Waffe

Das Problem ist dabei, dass der Laser sehr viel Energie benötigt, wenn er auf eine lange Entfernung eine gewisse Zeit auf sein Ziel einwirken soll. Und das eventuell auch noch bei diesigem Wetter. Tendenziell handelt es sich um eine "Schönwetter"-Waffe, deren Wirkung bei schwerer See oder starken Regenfälle extrem nachlässt.

"Eine Sache bei Lasern ist, dass sie aufgrund des atmosphärischen Wetters niemals die einzige Lösung sein werden. Man wird also immer eine Mischung aus Kanone, Rakete und Laser haben", sagte General John Murray, Befehlshaber des Army Futures Command, dem Portal "National Interest".

Allerdings haben die Laser gegenüber Raketen einen unschätzbaren Vorteil: Ihre "Schüsse" benötigen keine Startboxen des Schiffes. Jede Luftabwehrrakete blockiert dagegen eine Box. Je mehr sich ein Schiff rüstet, um Raketen abzufangen, umso weniger offensive Waffen kann es mit sich führen. Ein Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse verfügt über maximal 96 Start-Zellen.

Neben den ungelösten Schlechtwetter-Problemen bleibt die Frage, ob sich Sensoren und Oberfläche angreifender Marschflugkörper gegen Laserstrahlen härten lassen – etwa durch eine stark reflektierende Beschichtung oder durch einen Überzug aus hitzeunempfindlicher Keramik.

Quelle: Popular Mechanics, National Interest

Lesen Sie auch:

Chinas Riesenlaser soll Satellitenschrott verdampfen - und die USA sind alarmiert 

Dieser Laser schießt fünf Drohnen hintereinander ab

Putins neuer Laser soll US-Raketen und Jets zerstören


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker