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Jagdpanzer 38t "Hetzer" - der Mini-Panzer mit der großen Kanone

Der Jagdpanzer Hetzer sollte die Verluste der Deutschen 1944 und 1945 wieder aufzufüllen. Er wurde zu Tausenden gebaut. Bis 1972 sollte der kleine Hetzer dann die Schweiz verteidigen.

Das große Geschütz verlängerte den kleinen Panzer enorm nach vorn.

Das große Geschütz verlängerte den kleinen Panzer enorm nach vorn.

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Deutsche Panzer des Zweiten Weltkriegs – bei dem Thema werden meist die großen, schweren – wenn nicht gar allzu schweren Typen genannt. Die Panther, Tiger I und Tiger II und geplante Ausgeburten wie der 188-Tonnen-Panzer mit dem Namen "Maus".

Doch gegen Ende des Krieges erkannten die deutschen Rüstungsplaner, in welchen Irrweg sie mit immer größeren und technisch aufwendigeren Modellen geraten waren. In der Planung des Panzerbaus für 1945 sollte ein Mini-Panzer zu Tausenden gebaut werden und die Wende an den Fronten bringen. Gemeint ist der Jagdpanzer 38t – nach dem Krieg unter dem Spitznamen "Hetzer" bekannt. Dieses Modell konnte man einfach in großen Stückzahlen produzieren. Die Serienproduktion begann erst im Juni 1944. Bis zum Kriegsende wurden noch fast 2600 Panzer hergestellt.

Jagdpanzer 38t "Hetzer" - der Mini-Panzer mit der großen Kanone
Das große Geschütz verlängerte den kleinen Panzer enorm nach vorn.

Das große Geschütz verlängerte den kleinen Panzer enorm nach vorn.

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Umbau eines Vorkriegsdesigns

Der Jagdpanzer 38t basierte auf dem tschechischen Panzer 38t, dessen Produktionsanlagen den Deutschen zu Beginn des Krieges unbeschädigt in die Hände gefallen waren. Das Fahrgestell des Kampfpanzers mit Drehturm war brauchbar, doch mit dem Auftauchen des T-34 wurde wie beim deutschen Gegenstück, dem Panzer III, offensichtlich, dass es die Hauptkanone nicht mit den russischen Panzern aufnehmen konnte. Eine größere Waffe in einem Drehturm konnte das Fahrgestell nicht tragen, also wurde ein Jagdpanzer entwickelt. Das ist ein Panzertyp, bei dem das Geschütz nach vorn gerichtet ist und nur um wenige Grad geschwenkt werden kann.

Im Vergleich zu älteren Entwicklungen wie dem Sturmgeschütz III nahm der Hetzer – der griffige Name wurde übrigens erst nach dem Krieg populär – neuere Entwicklungen im Panzerbau auf – wie die abgeschrägte Front- und Seitenpanzerung. Als neue Bewaffnung wurde nun die deutsche Standardwaffe, die 7,5-cm-Panzerabwehrkanone 40 (Pak 40), eingebaut. Sie konnte die Frontpanzerung eines T-34 auf 600 - mit Glück auch auf 800 Meter durchschlagen.

Klein, wendig und stark bewaffnet

Doch der Hauptvorteil des Hetzers war sein geringes Gewicht, er wog nur 16 Tonnen. Die "38" im offiziellen Namen Jagdpanzer 38t spielt auf das Jahr 1938 und nicht auf das Gewicht an. So blieb der Hetzer sehr agil und beweglich. Hinzu kam seine geringere Höhe von nur 1,40 Metern, durch sie konnten die Panzer kleinste Unebenheiten für eine gedeckte Stellung einnehmen.

Doch tatsächlich ist der Name Jagdpanzer etwas hochtrabend, denn für ein Bewegungsgefecht mit anderen Kampfpanzern war diese Entwicklung nicht geeignet. Mit dem Hetzer gelang es den Deutschen zwar, eine schwere Kanone in einem kleinen Fahrgestell, das noch vor dem Krieg entwickelt worden waren, unterzubringen, doch das Fehlen einer drehbaren Kanone schränkte das Einsatzspektrum enorm ein. Letzten Endes blieb der Hetzer eine fahrbare Panzerabwehrkanone mit gewisser Panzerung.

Im Einsatz musste er einen angreifenden Gegner aus einer gedeckten Stellung heraus unter Feuer nehmen. Sein Vorteil: Nach den ersten Schüssen konnte sich ein Panzer wie der Hetzer in eine zweite Stellung verlagern, was mit einem reinen Geschütz und einer Zugmaschine im Wirkungsbereich des Gegners nur selten gelang.

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