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Dolmen von Guadalperal: Spanisches Stonehenge aus Stausee aufgetaucht

Das spanische Stonehenge taucht zum ersten Mal seit 50 Jahren aus dem Wasser auf, weil der Wasserspiegel des Stausees von Valdecañas stark gefallen ist. In der Franco-Zeit wurde die Anlage, die älter als Stonehenge ist, geflutet.

Die Überflutung hat Teile der Anlage zerstört-

Die Überflutung hat Teile der Anlage zerstört-

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Es ist eine einmalige Gelegenheit: Eine lang anhaltende Dürre hat dazu geführt, dass die berühmten Dolmen von Guadalperal zu sehen sind. Bei den Dolmen handelt es sich um einen Kreis von 150 Steinen, die vor 7000 Jahren aufgestellt worden. Vor 50 Jahren versank der Kreis in einem Stausee, ein Sommer mit Rekordhitze und Dürre hat zum Absinken des Wasserspiegels im Valdecañas Reservoir in der Provinz Cáceres geführt.

Es wird angenommen, dass die beeindruckende Anlage im 4. oder 5. Jahrtausend v. Chr. erbaut wurde. Vermutlich haben die Megalithen einst ein Dach aus Stein getragen, so wurde ein Raum für Rituale geschaffen.

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Auch der wertvolle Schmuck der Frau blieb im Grab.

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Anders als Stonehenge formten die Dolmen von Guadalperal so einen geschlossenen Raum. Die Menschen konnten den Hauptraum nur durch einen dunklen, schmalen Flur betreten, der mit Gravuren und Verzierungen geschmückt war. Die Hauptkammer hatte einen Durchmesser von mehr als fünf Metern, sie diente vermutlich als Bestattungsraum. Es wird angenommen, dass die Anlage auf die Sommersonnenwende ausgerichtet war. Jedes Jahr konnte das Licht der Sonne so für wenige Augenblicke auf die Gebeine der Vorfahren scheinen.

Erst in den 1920ern wieder entdeckt

Schon den Römern war die Anlage bekannt, aber dann verschwand sie aus dem Gedächtnis, bis der deutsche Archäologe Hugo Obermaier Mitte der 1920er Jahre eine Ausgrabung begann.

In der Zeit des Franco-Regimes wurden Damm und Stausee errichtet, und dadurch wurden die Dolmen von Guadalperal 1963 überflutet. Danach haben die Spitzen einiger Megalithen gelegentlich die Wasseroberfläche durchbrochen, aber noch nie wurde die gesamte Anlage freigelegt. Über den Umgang mit dem Denkmal gibt es geteilte Meinungen. Einige Gruppen wollen die Dolmen auf eine höher gelegene Stelle versetzen. Dann wären sie als lokale Attraktion immer sichtbar. Im Vergleich zu Befunden Obermaiers haben die Dolmen von den Jahren im Wasser deutliche Schäden davongetragen. Eine überstürzte Bergung könnte die Substanz der Steine aber weiter schädigen.

Besucher müssen sich beeilen: Mit den Regenfällen im Herbst und Winter, werden die Steine wahrscheinlich wieder in den Fluten versinken.

Quelle: Atlas Obscura

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