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Weltklima: Klimawandel durch Völkermord – die Ausrottung der Indianer kühlte die Welt ab

Vom 16. bis zum 19. Jahrhundert wurde es kühl auf der Erde. Londoner Wissenschaftler berichten, dass die kleine Eiszeit mit dem CO2-Spiegel in der Luft zusammenhängt. Er ist damals gesunken, und das hängt mit dem Völkermord an den Ureinwohnern Amerikas zusammen.

Francesco Pizarro zerstörte das Reich der Inka.

Francesco Pizarro zerstörte das Reich der Inka.

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Von Anfang des 16. Jahrhunderts bis in das 19. Jahrhundert hinein war es ungewöhnlich kühl auf der Erde. Man nennt diese Zeit auch die kleine Eiszeit. Bislang nahm man für die kleine Eiszeit wie auch für die Warmwetterzeit des 12. Jahrhunderts natürliche Ursachen an. Nun sieht es so aus, als wäre diese Abkühlung zumindest teilweise von Menschen gemacht.

Forscher des University College London behaupten, dass die Schwankung mit dem CO2-Gehalt der Luft zusammenhängt. So wie heute ein zunehmender CO2-Gehalt die Atmosphäre aufheizt, hätte damals eine Abnahme des Kohlendioxid zur Abkühlung geführt.

Heute nimmt das CO2 zu, weil wir im großen Maßstab fossile Energieträger verheizen, damals habe die gebundene Biomasse massiv zugenommen. Der Stickstoff der Luft wanderte in Pflanzen.

Und für die Reduktion des CO2-Gehalts in der Atmosphäre haben sie eine schreckliche Erklärung gefunden. Von Lichtenberg stammt der Aphorismus: "Der Amerikaner, der den Kolumbus zuerst entdeckte, machte eine böse Entdeckung." Tatsächlich rotteten die Europäer innerhalb kurzer Zeit den Großteil der indigenen Amerikaner aus. Durch direkte Gewalt, durch eingeschleppte Krankheiten und weil die Indianer die Sklavenarbeit nicht vertrugen, zu der die neuen Herren sie zwangen,

Eine Kultur wurde vernichtet

Ein Team von Wissenschaftlern sagt nun, dass die europäische Kolonisierung dazu führte, dass ein riesiger Teil der landwirtschaftlichen Fläche der Indianer-Kulturen einfach verschwand und von schnell wachsenden Bäumen bedeckt wurde. "Das große Sterben der indigenen Völker Amerikas führte zur Aufgabe von so viel Land, dass die daraus resultierende Aufnahme von terrestrischem Kohlenstoff einen spürbaren Einfluss auf die Atmosphäre und die globalen Oberflächentemperaturen hatte", schreibt Alexander Koch in der Studie, die in "Quaternary Science Reviews" veröffentlichtet wurde.

Um zu dieser These zu gelangen, haben die Wissenschaftler zunächst versucht, Bevölkerungszahlen zu ermitteln. Demnach lebten Ende des 15. Jahrhunderts etwa 10 Prozent der damaligen Weltbevölkerung in ganz Amerika, das sind 60 Millionen Menschen. Hundert Jahre später blieben fünf bis sechs Millionen übrig. Mitautor Professor Mark Maslin sagt, dass die tatsächliche Abkühlung etwa doppelt so hoch ausfiel, als wenn sie allein durch natürliche Prozesse verursacht wäre. "Um eine Abkühlung in diesem Umfang zu erhalten, benötigt man diese vom Völkermord erzeugte Zunahme des CO2."

Aufforstung ist keine Lösung

Neben der Erinnerung an den Völkermord birgt die Studie aber eine weitere wenig hoffnungsvolle Implikation. Rechnet man die Zunahme an Biomasse damals, für die immerhin die Fläche Frankreichs in Urwald verwandelt wurde, in die heutigen Verbrennungsraten fossiler Energieträger um, entspricht sie dem weltweiten CO-Ausstoß von wenig mehr als zwei Jahren.

Das bedeutet, dass Aufforstungsprojekte für das lokale Klima bedeutsam sind. Den Klimawandel durch den CO2-Ausstoß werden sie nicht stoppen können. So viel Fläche steht nicht zur Verfügung, um Biomasse in diesem Maßstab zu erzeugen.

Quellen: Quaternary Science Reviews

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