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Starlink-Satelliten Wie Elon Musk unseren Nachthimmel zerstört

Elon Musk möchte mit seinen Starlink-Satelliten den Himmel erobern.
Elon Musk möchte mit seinen Starlink-Satelliten den Himmel erobern.
© Getty Images / Picture Alliance
Elon Musk plant den Start Tausender Satelliten als Teil seines Starlink-Weltraum-Internetprojekts. Nun warnen Hunderte von Wissenschaftler*innen, dass der Nachthimmel nachhaltig verändert und astronomische Entdeckungen erschwert werden könnten.

Vor wenigen Wochen blickten viele Deutsche in den Nachthimmel, um ein besonderes Naturphänomen zu bestaunen: Mit bloßem Auge konnte man die Perseiden sehen. Doch während sie auf die Sternschnuppen warteten, fielen den Sternengucker*innen zahlreiche leuchtende Punkte auf, die monoton am Himmel umherwanderten – Satelliten.

Diese ärgern auch Wissenschaftler*innen auf der ganzen Welt: 250 von ihnen haben nun in einem Bericht des Workshops "Satellite Constellations 1" (Satcon1) davor gewarnt, dass Satellitenkonstellationen wie das Starlink-Netzwerk von Elon Musk die Astronomie nachhaltig verändern könnten.

Elon Musk will den Himmel erobern

Starlink ist eines der ambitioniertesten Projekte. Derzeit umfasst es etwa 500 Satelliten. Frühe Starts im Jahr 2019 lösten aufgrund der ungewöhnlichen Formation – einige sprachen von einer "Perlenkette aus hellen Lichtern"– Hunderte von UFO-Meldungen aus. Schon diese vergleichsweise geringe Zahl an Satelliten zog den Zorn der Astronomie-Fans auf sich, weil sie im vergangenen Monat etwa die Sicht auf den Kometen Neowise blockierten, der nur einmal alle 6800 Jahre an der Erde vorbeizieht.

Das war jedoch nur der Anfang. Das Unternehmen von Tesla-Gründer Elon Musk plant den Start von mehr als 30.000 Satelliten, um flächendeckendes Hochgeschwindigkeits-Internet auf die Erde zu bringen. Doch die gewaltige Menge an Starlink-Satelliten "könnte allein die Zahl der sich im Weltraum bewegenden Objekte, die mit dem bloßen Auge in der Dämmerung erkennbar sind, etwa verdoppeln ", heißt es in dem Bericht.

"Starten Sie sie gar nicht erst"

Um die Auswirkungen am Nachthimmel zu verringern, hat Starlink bereits einige Maßnahmen ergriffen. So wurden die Satelliten schwarz lackiert und die Solarpanele so verdreht, dass sie weniger Reflektionen verursachen. Doch den Expert*innen geht das noch nicht weit genug. Ihrer Ansicht nach sollten die Satelliten möglichst niedrig fliegen und so ausgerichtet werden, dass sie noch weniger Sonnenlicht reflektieren. Ganz oben auf der Liste steht jedoch: "Starten Sie sie gar nicht erst."

Mit zehntausenden Satelliten in Erdnähe befürchten Wissenschaftler*innen, dass die Datenanalyse deutlich erschwert und astronomische Entdeckungen zukünftig weitaus seltener möglich sein werden.

Quelle:Satcon1

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