HOME

Huawei: Ich habe als iPhone-User das Huawei P30 Lite getestet: Nun denke ich über einen Wechsel nach!

Als treuer Apple-Kunde kam für mich ein Android-Smartphone nie in Frage. Jetzt habe ich Huaweis neues P30 Lite ausprobiert - und bin kräftig ins Grübeln gekommen. Vor allem Display und Kamera begeistern, und dann ist da noch der Preis…

Von Heiko Spilker

Huawei P30 lite: Vorderseite

Schlankes Design, gutes Display und eine beachtenswerte Kamera - dieses Handy verführt.

stern.de

"Was? Ich soll ein Huawei-Handy mit Android-Betriebssystem testen? Das kann ich doch nicht." So oder so ungefähr dachte ich, als mir ein Kollege das neue P30 Lite von Huawei für einen Test in die Hand drückte. Seit ich Smartphones nutze, habe ich immer aufs iPhone gesetzt. Android-User belächelte ich bislang immer ein wenig. Wussten Sie aus meiner Sicht doch ein intuitives Handy-Betriebssystem nicht zu schätzen. Und nun soll ich ein Android-Smartphone testen? Ich war skeptisch - vor allem sollte es noch die abgespeckte Variante des aktuellen Huawei-Highlights P30 Pro sein. Also nur eine Sparversion. Was sollte ich da schon erwarten?

Gute Usability: Alles so vertraut hier

Gleich beim Start merkte ich, von einer Sparversion war hier wenig zu merken. Schon beim Umzug aufs neue Gerät wurde ich überrrascht. Per hilfreichem Assistent konnte ich schnell eine iOS-zu-Android-Verbindung einrichten, sodass auch ohne Computer als Zwischenverteiler die Übernahme wichtiger Daten zwischen den Telefonen problemlos funktionierte. Wow, so etwas hatte ich bislang nur mit Apples Premiumgeräten verbunden.

+++ Lesen Sie auch: Huawei P30 Pro im Test: Jetzt schon die beste Kamera des Jahres? +++

Dann noch schnell meinen Fingerabdruck auf dem Scanner einrichten, er befindet sich mittig auf der Handyrückseite, und schon habe ich das Huawei-Betriebssystem mit dem Namen EMUI in der Version 9.1. vor mir. Der erwartete Kulturschock bleibt jedoch aus: Ich finde mich sofort intuitiv zurecht. Klar, dass das eine oder andere leicht anders aussieht, insgesamt macht es die Betriebsoberfläche mir als iPhone-User extrem leicht umzusteigen. Die Icons der Apps wirken angenehm vertraut, beziehungsweise sind sie leicht zu verstehen. Programmwechsel, Rückkehr zum Startbildschirm, das Beenden von Apps – alles kein Problem und die Benutzung gelingt leicht und flüssig. Und nach wenigen Minuten wissen meine Finger schon ganz von allein, was zu tun ist. Irritierend.

Huawei P30 lite: Rückseite

Was schaut uns da alles an? Drei Kameraobjektive und mittig der Fingerscanner!

stern.de

Ein Design ganz schlank

Ich muss dazusagen, mein Vergleichsgerät ist schon in die Jahre gekommen – mit meinem alten iPhone SE versuchte ich möglichst lange bei einer handlichen Display-Diagonale zu bleiben. Im direkten Vergleich neben dem P30 Lite wirkt jedoch gerade das 4-Zoll-Display erschreckend altbackend – und ich frage mich, warum ich so ein kristallklares, helles und großes Display wie vom Huawei bisher nicht vermisst habe. Bis zum Rand erstreckt sich der Aktionsbereich. Selbst der Notch - die schwarze Display-Aussparung für die Frontkamera - stört mich beim Test nicht. Bei der Vorstellung des iPhone X empfand ich so eine Bildschirmaussparung fast noch als Affront. Doch hier ist es statt eines längeren Balkens nur ein kleiner Halbkreis, den ich gern verzeihe.

Auch empfinde ich zum ersten Mal ein solches 6,15-Zoll-Display nicht als riesig, sondern sehr schlank, da sich gleichzeitig die Dicke des Handys auf etwa 7 Millimeter beschränkt. Hat mein altes iPhone zwar auch, wirkt hier jedoch im Vergleich viel plumper. Das flache Huawei-Design macht außerdem Lust, das Handy durch die Hand gleiten zu lassen, doch da zeigt sich ein Manko. Danke zwar für das moderne, schlanke Design – die Oberfläche ist jedoch zu glatt für meine Finger. Das Smartphone rutscht mir tatsächlich ungewollt aus der Hand und fällt glücklicherweise nur aufs Sofa. Auch danach passiert es mir noch mehrmals ungewollt. Gibt es da eigentlich auch eine Hülle für, die vielleicht griffiger ist? Ja, die gibt es zum Glück! Und vielleicht verhindert sie auch die unschönen Fingerschlieren auf der hochglänzenden, schwarzen Rückseite des Handys, die die Fläche nach einer Stunde Benutzung wie einen angegrabbelten Computermonitor aus den Redaktionsräumen wirken lassen.

Huawei P30 lite: Makro mit Bukeh-Effekt

Bei Makro- und Porträtaufnahmen gibt es die gewünschte Unschärfe im Hintergrund – den sogenannten Bokeh-Effekt.

stern.de

Drei Objektive = gute Bilder

Nun zum Eingemachten: die Kamera! Was ich als Familienvater schon lange will, sind einfach mehr Möglichkeiten beim Fotografieren mit meinem Smartphone. Denn meine digitale Spiegelreflexkamera habe ich schon seit einigen Jahren auf Spaziergängen mit meinen Kindern nicht mehr mitgeschleppt. Ein Weitwinkel, die Möglichkeit für gute Porträt-Aufnahmen und bitte, bitte ein einfaches Tele würden mich daher im Smartphone glücklich machen. Da erwarte ich vom P30 Lite einiges: Seine Triple-Kamera mit einem Hauptobjektiv mit hochauflösenden 48 Megapixeln, einem 120-Grad-Weitwinkelobjektiv und einem Bokeh-Objektiv für Porträts und eindrucksvolle Nahaufnahmen wird von Huawei besonders hervorgehoben. Und das zu Recht, wie die ersten Testaufnahmen zeigen. Makro- und Porträtaufnahmen mit bewusst unscharfem Hintergrund: top! Weitwinkel und eine Zoomfunktion mit doppelter Vergrößerung sind auch mit an Board! Selbst mit Gegenlicht kommt das P 30 Lite gut zurecht.

Huawei P30 lite: Standard, Weitwinkel, Zoom

Standardeinstellung, Weitwinkel oder 2-fach-Zoom sind beim P 30 Lite selbst bei Gegenlicht kein Problem. 

Doch es gibt auch Schattenseiten: Erhöht man den Zoom auf das Sechsfache, ist der Qualitätsverlust teilweise enorm, da es sich dann nur um einen Digitalzoom handelt. Das fotografierte Motiv wirkt dann so, als sei ein Filter für impressionistische Malerei draufgelegt. Auch bei sehr detailreichen Motiven wie zum Beispiel Blättern, Rasen und anderem Kleinteiligen, wirken die Bilder schnell körnig aufgrund eines zu hohen Kontrastes.

Huawei P30 lite: 6-fach Zoom

Mehr geht nicht: Nach einer 2-fachen Vergrößerung sollte man aufhören. Möglich ist zwar ein 6-facher Zoom, das Motiv wirkt dann jedoch wie mit einem Filter versehen.

stern.de


Leider verändern sich auch die Farbwerte eines Motivs je nach Zoom-Einstellung: Im Weitwinkel gibt es einen leichten Rotstich, im Normalmodus und Tele dominieren hingegen Blau und Grün - Rasen bekommt so manchmal einen grellen Stich. Dennoch: Für schnelle Schnappschüsse unterwegs reicht die Funktionalität vollkommen aus.

Huawei P30 lite: Farbverschiebung

Grün zu Rot: Je nach Zoom oder Weitwinkel-Einstellung kann ein Motiv ungewollt frischer (mehr Grünanteil in den Farben) oder wärmer (mehr Rotanteile) aussehen.

stern.de


Der Akku hält

Trotz des ganzen Ausprobierens zeigt sich der Akku mit 3340 Milliamperestunden sehr ausdauernd. Einen Tag hält er locker aus – bei mir im Test sogar noch darüber hinaus. Am nächsten Morgen freue ich mich, dass er endlich unter 10 Prozent angelangt ist, da ich auf das angepriesene Schnellladegerät und seine Funktion gespannt bin. Und tatsächlich – man kann beim Aufladen zusehen. Mit vier Prozent hänge ich das Handy an den Strom und nach nur zehn Minuten hat es schon wieder 21 Prozent, nach einer halben Stunde sind es sogar 44 Prozent und nach einer guten Stunde ist es wieder voll. So lässt es sich leben – und laden. Selbst kabelloses Aufladen nach Qi-Standard ist möglich.

Fazit: Das kann was, wenn auch nicht alles

Als iPhone-Nutzer bin ich überrascht, wie gut sich selbst die Sparversion des großen P30 Pro von Huawei schlägt. Für mich, der gern fotografiert und ein iPhone älteren Datums besitzt, holt mich das große Display - und vor allem die gute Kamerafunktion -  ab. Absolute Highend-Leistungen sind hier natürlich nicht zu erwarten, für eine gute Immer-dabei-Kamera ist die Fotofunktionalität jedoch völlig ausreichend. Außerdem ist der Akku mehr als ausdauernd und hält gut einen Tag aus. Zusammen mit der auch für iPhone-User intuitiv leicht zu verstehenden Benutzeroberfläche ist das Smartphone ein echter Verführer. Der Preis von etwa 350 Euro für 128 GB Speicher macht es sogar zum unmoralischen Angebot, denn bei Apple bekommt man in dieser Preisklasse und für soviel Speicher nur ein iPhone von einem Refurbishing-Anbieter. Und der Speicher lässt sich bei Huawei per Steckplatz noch erweitern. 

Im Video: Fünf IPhone-Kniffe, die Ihnen den Alltag erleichtern

Jedes iPhone bietet versteckte Features, die entdeckt werden wollen.

Lesen Sie auch unsere anderen Tests:

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.