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Neues Premium-Smartphone: Nokia 8 im Test: Am eigenen Anspruch gescheitert

Mit dem Nokia 8 bringen die Finnen ihr erstes echtes Premium-Smartphone auf den Markt - und das soll es mit iPhone und Co. aufnehmen. Wir haben es bereits getestet und verraten, warum das Gerät ausgerechnet an der wichtigsten Stelle scheitert.

Die Rückseite des Nokia 8

Das Nokia 8 macht optisch viel her

ist zurück. Nachdem man den Anfang mit günstigen Einsteiger-Smartphones machte (hier unser Test), kommt mit dem Nokia 8 nun das erste Premium-Smartphone des Handykönigs auf den Markt. Das soll es mit Spitzentechnik und tollem Design mit iPhone und Co. aufnehmen können. Im Test zeigt sich: Das Gerät ist wirklich spitze - scheitert wegen der mäßigen Kamera aber am eigenen Anspruch.

Hoher Anspruch

Für sein Comeback hatte sich Nokia eigentlich eine sehr gute Strategie ausgedacht: Man legte den Fokus auf ein gutes Design, eine starke  sowie die hohe Sicherheit und regelmäßigen Updates eines nicht veränderten Android-Systems. Das Nokia 8 kann nur in zwei der Punkte überzeugen.

Beim Design hat Nokia etwa alles richtig gemacht. Das schlichte Unibody-Gehäuse aus gewinnt zwar keinen Innovationspreis, sieht aber schick aus und liegt hervorragend in der Hand. Die Verarbeitung mit den gut versteckten Antennenstreifen ist ebenfalls auf höchstem Niveau. Schade: Den Trend zum immer kleineren Display-Rand geht Nokia noch nicht mit. Der 5,3 Zoll große Bildschirm ist weiter von breiten Rändern umgeben. Hier hätte man punkten können.

Die Front des Nokia 8

Von vorne ist das Nokia 8 unscheinbar

 

Achillesferse Kamera

Bei der Kamera erreicht Nokia den eigenen Anspruch leider nicht mal in Ansätzen. Bei der Software hat man mit dem Linsen-Hersteller Zeiss zusammengearbeitet, den schwachen Sensor rettet das leider nicht. Die Fotos fallen tagsüber zwar gut, aber nicht spektakulär aus. Nachts sind sie schlicht nicht hinnehmbar. Die Bilder verwackeln dann viel zu schnell, sich bewegende Motive sind ohnehin niemals scharf zu bekommen. Schuld ist vermutlich neben der f2.0-Blende die lange Auslösezeit: Wer bei schlechtem Licht fotografiert und das Nokia 8 danach senkt, knipst meist nur noch seine Füße. Damit sind Kamera-Giganten wie das 7 Plus, das Galaxy S8 oder das HTC U11 nicht einzuholen.

Das ist vor allem deswegen schade, weil Nokia eigentlich eine spannende Neuerung in petto hat: Das Nokia 8 ist das erste , das mit der Front- und der Rückkamera gleichzeitig Fotos und Videos in 4K aufnehmen kann. So kann man nicht nur ein Ereignis einfangen, sondern auch gleich die eigene Reaktion darauf. Im Test funktionierte das auch sehr gut - solange die Beleuchtung stimmte.

Nachtfoto mit dem Nokia 8

Während das Bild in der gut beleuchteten Bar noch ordentlich ausfällt, sind auf der Straße fast nur noch Schlieren zu erkennen


Der aktuelle Trend zum Livestreaming wird auch unterstützt: Direkt aus der Kamera-App kann man auf Facebook und Youtube live streamen, auch im Doppelmodus.

+++ Hier finden Sie unseren iPhone X Test +++

Die Doppelkamera auf der Rückseite ist leider in erster Linie Spielerei. Wie beim Huawei P10 hat Nokia bei der zweiten Kamera auf eine Monochrom-Knipse gesetzt, das Nokia 8 kann also nativ Schwarz-Weiß-Fotos aufnehmen. Das ist nett, bietet aber kaum Vorteile gegenüber nachträglich entfärbten Fotos. Der Unschärfe-Effekt (Bokeh) überzeugt leider nicht ganz. Welche Teile des Hintergrundes scharf gestellt werden, ist viel zu oft dem Zufall überlassen.

Doppelmodus Nokia 8

Im "Bothie"-Modus nehmen die Front- und die Rückkamera gleichzeitig ein Bild auf. Das Besondere: Das klappt auch in 4K-Videos und als Livestream

Spitzentechnik unter der Haube

Die Kamera-Schwächen trüben den Eindruck des sonst technisch hervorragenden Smartphones. Das toll aussehende Display ist mit 2560 x 1440 sehr hoch aufgelöst, im Herz steckt mit dem Snapdragon 835 der schnellste Prozessor für Android-Smartphones. Gemeinsam mit den 4GB Arbeitsspeicher und dem besonders schlanken Android-System rennt das Nokia 8 damit fast der gesamten Konkurrenz davon. Ob Spiele oder andere aufwendige Aufgaben: Nichts bringt das Gerät ins Schwitzen. In vielen Benchmarks, mit denen die Performance gemessen wird, ist es aktuell auf dem ersten Platz.

Auch die Akkuleistung überzeugt: Ein ganzer Tag ist selbst bei Powerusern drin, wer das Smartphone nicht ständig in der Hand hat, darf sogar auf einen zweiten hoffen. Ist der Saft mal aus, tankt das Nokia 8 dank Schnelladefunktion im Nu wieder nach. Nach einer halben Stunde sind etwa 50-70 Prozent wieder aufgefüllt.

Seitenansicht des Nokia 8

Die abgerundeten Kanten des Nokia 8 liegen gut in der Hand

Android pur

Neben Kamera und Design wirbt Nokia vor allem mit schnellen Updates. Während sich andere Hersteller mit immer neuen Software-Features übertrumpfen, setzt Nokia auf die pures Android. Dadurch kommen neue Features des Systems besonders schnell auf den Nokia-Smartphones an. Vor allem werden Sicherheitslücken aber rasant geschlossen, während viele Hersteller Monate brauchen oder gar keine Updates liefern. Zwei Jahre soll das Nokia 8 frische Android-Versionen erhalten.

Das Nokia 8 soll Anfang September auf den Markt kommen, die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 579 Euro. Es gibt nur ein Modell mit 64 GB Speicher, der aber erweiterbar ist. Als Farben stehen in Deutschland ein glänzendes und ein mattes Blau, ein Kupfer-Rosa im Metallic-Look sowie ein mattes Silber zur Auswahl.

Fazit zum Nokia 8: Ein Spitzensmartphone - mit einer echten Achillesferse

Es ist zum Mäusemelken: Das Nokia 8 ist ein tolles Smartphone mit schickem Design, rasanter Technik, purem Android und einem relativ moderaten Preis. Die Kamera kann mit dem Premium-Anspruch aber nicht mal in Ansätzen mithalten. Sie passt eher in ein Mittelklasse-Gerät - trotz guter Ideen wie den Doppelaufnahmen.

Damit ist das Nokia 8 eigentlich nur für Käufer interessant, die kaum Wert auf die Kamera legen und nur mal einen Schnappschuss aufnehmen wollen. Zu einem Preis von 579 Euro ist das zu wenig. Schließlich bekommt man schon für 520 Euro das Galaxy S8, mit deutlich besserer Knipse und tollem Design mit randlosem Display. Auch das HTC U11 mit seiner herausragenden Kamera ist mit 600 Euro kaum teurer.

Nokia hat hier eine echte Chance verpasst. Schade.

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