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J. Peirano: Der geheime Code der Liebe: "Ich habe einen tollen Freund - trotzdem denke ich täglich an einen anderen Mann"

Marie hat eine tolle Beziehung zu ihrem Freund. Doch in ihre Gedanken schleicht sich seit fünf Jahren eine Urlaubsbekanntschaft. Sollte sie den Mann besuchen - oder gefährdet sie damit ihr Glück?

Beziehung, aber verliebt in einen Anderen

Verliebt in einen anderen Mann, obwohl man in einer Beziehung steckt  - wie geht man damit um?

Liebe Frau Peirano,

eigentlich habe ich (w, Mitte 20) keinen Grund Ihnen zu schreiben: Ich führe seit über drei Jahren eine wahnsinnig tolle und intensive Beziehung. Wir schätzen uns gegenseitig sehr wert, haben die gleichen Interessen, vertreten die gleichen Werte und haben eine ähnliche Vorstellung davon, wie unser Leben ablaufen soll. Ich genieße einfach jede Sekunde mit meinem Freund und es wird nie langweilig. Kurz gesagt: er ist der Mann, mit dem ich alt werden möchte.


Jetzt kommt jedoch das große Aber: Vor ca. fünf Jahren habe ich auf einer Urlaubsreise einen Mann kennengelernt. Es war nur eine flüchtige Bekanntschaft und es lief auch nicht mal ansatzweise etwas zwischen uns. Ich habe mich einfach nur super mit ihm verstanden und mich bei ihm von der ersten Sekunde an unvorstellbar wohl gefühlt und ich glaube, dass das auf Gegenseitigkeit beruhte. Auch wenn ich im Urlaub ein bisschen für ihn geschwärmt habe, war mir von Anfang an klar, dass nichts aus uns werden würde. Zum einen, weil ich damals in einer Beziehung war (die jedoch kurz danach aus anderen Gründen in die Brüche ging) und wir in Deutschland sehr weit auseinander wohnten. Zum anderen, und das ist der entscheidende Punkt, weil er in einer anderen Liga spielte als ich. Er war sehr attraktiv, war ausgesprochen sportlich, hatte einen tollen Charakter und war einfach schon viel reifer als ich. Darüber hinaus hat er nicht mal einen Hauch von Interesse gezeigt.

Wie gesagt, das ist jetzt ca. fünf Jahre her und wir haben uns seitdem nicht mehr gesehen. Trotzdem denke ich immer noch an ihn, fast täglich. Es nervt mich wahnsinnig – ich bin doch sehr glücklich in meiner Beziehung und ich kenne diesen Mann ja gar nicht! Und überhaupt, was will ich eigentlich von ihm?! Ich kann doch nicht meinen Freund lieben und gleichzeitig einen mir nahezu unbekannten Mann. Ich bin davon überzeugt, dass ich in meinem Kopf ein falsches Idealbild von ihm abgespeichert habe, dass immer präsent ist und sich einfach nicht löschen lässt.


Eigentlich bin ich ein sehr rationaler Mensch und kann mich gut kontrollieren, aber hier bin ich echt machtlos. Manchmal bin ich wirklich am Verzweifeln und weiß nicht, wie lange ich noch warten soll, bis er aus meinem Kopf verschwindet. Ich kann nicht mal sagen, was genau ich an ihm so toll finde. Vermutlich (hoffentlich) würde diese Schwärmerei aufhören, wenn ich ihn einmal wieder sehen würde, um dann festzustellen, dass ich mir alles bloß eingebildet habe. Aber das ist nicht möglich - ich kann ihn ja nicht nach so langer Zeit anschreiben und um ein Treffen bitten. Dafür wohnen wir zu weit auseinander und dafür kannte ich ihn zu schlecht. Darüber hinaus würde ihn der wahre Grund sicher auch nur abschrecken.
Ich bin wie gefangen und habe die ganze Zeit ein Stück von meinem Herz für ihn reserviert, auch wenn ich es gar nicht will. Es fühlt sich so an, als ob ich meinen Freund anlügen und betrügen würde. Und leider kann ich mit niemanden darüber reden, es ist mir einfach zu peinlich, gerade weil ich ja so einen tollen Freund habe, um den ich im Übrigen oft beneidet werde. Liebe Frau Peirano, können Sie mir ein paar Tipps geben, wie ich aus diesem Dilemma rauskomme?
Vielen Dank und freundliche Grüße, Marie B.

Liebe Marie B.,

ich habe den Eindruck, dass Sie sich zu viele Gedanken machen! Sie sind in Ihrer Beziehung zufrieden und glücklich. Und nebenbei schwärmen Sie für einen anderen Mann, mit dem Sie nie etwas hatten und den Sie nicht wiedersehen werden. Kein Mensch kann einem alles geben, was man sich wünscht. Es wird immer wieder Begegnungen geben, die einen für kurze oder längere Zeit verzaubern. Wichtig ist doch nur, was man daraus macht.


Viele Menschen schwärmen für irgendjemanden, den sie nie erreichen werden. Was glauben Sie, wie viele Frauen auf Elyas M'Barek stehen, und wie viele Männer auf Katy Perry oder eine andere Schönheit? Niemand würde deswegen seinen Partner verlassen, sondern die meisten genießen diese heimliche Schwärmerei. Und denken sich vielleicht auch: Ein Glück, dass ich mich niemals zwischen Elyas (bzw. Kate) und meinem Mann (meiner Frau) entscheiden muss, denn ich werde ihm/ihr niemals begegnen. Das löst auf eine unschuldige Art ja auch einen Konflikt, den jede Beziehung mit sich bringt: Der Partner ist vertraut und bekannt. Eine nahe Beziehung ohne Geheimnisse bringt eben mit, dass man keine Sehnsucht nach dem anderen mehr hat. Er ist ja da, man muss nur die Hand nach ihm ausstrecken.
Jemand, der weit weg und unerreichbar ist, schürt natürlich Sehnsüchte - er ist eine perfekte Projektionsfläche. Man kann sich ausmalen, was er gerade (natürlich Tolles und Aufregendes) macht, man kann die wundervollen Begegnungen mit ihm immer wieder Revue passieren lassen. So wird der fremde Abwesende nur aufregend und positiv, während der eigene Partner angenehm und vertraut ist, aber eben nicht mehr geheimnisvoll. C'est la vie.


Wie wäre es, wenn Sie so versuchen, gelassen mit Ihrer Situation umgehen würden? Sie könnten sich erlauben, etwas zu träumen, einige Phantasien zu haben und die Erinnerung an Ihre Urlaubsbekanntschaft hoch zu halten. Wichtig ist doch nur, dass Sie ganz klar dabei sind, dass Sie nichts machen.
Ihre Situation bietet aus meiner Einschätzung wirklich wenig Anlass für ein Wiedersehen. Sie haben sich damals zwar gut verstanden, aber es gab kein Interesse, um weiterhin Kontakt zu halten. Es gab auch keine Annäherungsversuche. Das sagt doch auch viel aus. Vielleicht ist Ihre Urlaubsbekanntschaft grundsätzlich charmant, anziehend und sympathisch, und ihm fliegen alle Frauenherzen zu – auch Ihres. Es wäre aus meiner Sicht auch Ihrem Freund gegenüber unfair, wenn Sie wirklich durch Deutschland reisen würden, um Ihre Urlaubsbekanntschaft wiederzusehen. Denn es besteht ja die (wenn auch geringe) Möglichkeit, dass doch etwas daraus wird. Außerdem ist es nicht fair, um einen anderen Mann zu werben (mit offenem Ende), wenn Sie einen Freund haben. Durch diese Reise würden Sie sich selbst Ihre Beziehung madig machen, denn Sie setzen für einen Moment Ihre Urlaubsbekanntschaft auf Platz eins und Ihren Freund auf Platz zwei. Mein Tipp: Lassen Sie es einfach so, wie es ist. Genießen Sie Ihre Beziehung, und genießen Sie das Schwärmen. Aber nicht mit preußischem Ernst, sondern mit italienischer Leichtigkeit.
Herzliche Grüße, Julia Peirano

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.