HOME

Weiblich! Ledig! Na und?: Männer, lasst das Pfeifen sein!

Endlich ist er da, der Sommer. Aber mit ihm kommt eine Begleiterscheinung bei der männlichen Spezies, die die Singlefrau ungemein nervt. 

Füße in Stöckelschuhen auf dem Asphalt

Klack, klack, klack, stöckelt es im Sommer über den Asphalt. Aber Hinterherpfeifen ist nicht der richtige Weg, einer Frau ein Kompliment zu machen.

Klack. Klack. Klack. Der Ton, den meine Absätze auf dem Asphalt auslösen, ist heller als der von Winterstiefeln. Die Altbaufassaden werfen den Schall zurück in die enge Straßenschlucht. Endlich ist Sommer. Und mit der Wärme, der Sonne, verändert sich auch der Blick der Männer.

Es ist still. Und spät. Kaum ein Auto fährt. Ich bin es, die laut ist. Klack. Klack. Klack. Ich stöckele strammen Schrittes die Straße entlang. Mein Ziel ist klar: nach Hause. Es ist später geworden. Zu spät. Aber wir saßen so gut unter der riesigen Linde, der Abend war so lau, der Wein so kühl, die italienischen Kellner waren so charmant wie italienische Kellner zu drei Frauen laut Bilderbuch sein sollen. Nicht anzüglich, aber umgarnend, nicht aufdringlich, aber zuvorkommend.

Mein Kleid ist kurz, sein Blick wandert an mir hoch

In einem dunklen Hauseingang hockt ein Typ, schaut auf, als er meine Schritte hört. Erst auf meine Beine, dann auf die Füße, dann ins Gesicht. Eine Straßenlaterne erhellt die Szenerie. Ich versuche, ihn nicht zu beachten und doch merke ich, wie sein Blick wandert und auf mir bleibt, als ich ihn passiere. Mein Kleid ist kurz. Die Beine nicht grazil, sondern muskulös. Ich schmunzle, ob er sich wundert über die komische Kombi aus Sommerkleidchen, Stöckelschuh und Sportrucksack? Oder guckt er mir einfach nur auf den Hintern?

Auf der anderen Straßenseite verstummt ein Gespräch vor einer Kneipe. Drei Männer rauchen zum Bier. Meine eiligen Schritte haben sie unterbrochen. Sie drehen ihre Köpfe, gucken in meine Richtung. Schweigen. Sie verfolgen mich vermutlich mit ihren Blicken. Nicht unangenehm, nur irritierend, denn im Dunkel der Nacht können sie ohnehin nichts erkennen. Es ist nur der akustische Reiz, der ihre Aufmerksamkeit auf mich lenkt. Es ist ein Geräusch, das Beine und Rock verheißt. Es ist ein Sommerblick. Im Winter hätten sie mich nicht wahrgenommen.

So weit, so gut, so normal. Bei der dritten Begegnung auf den wenigen Metern passiert das, was so häufig im Sommer geschieht: ein Pfiff, durch die Zähne hindurch, anerkennend in der Tonlage, verachtend in der Grundaussage. Fünf Schritte steht der Kerl schon hinter mir. Jetzt traut er es sich also. Gehe ich unbeirrt weiter? Drehe ich mich um? Lass ich Dampf ab? Was glaubt er eigentlich, was er für ein toller Hecht ist? Nur, weil er ein Mann ist! Würde ich Jeans und T-Shirt tragen, wäre ich unsichtbar für ihn.

Frauen pfeifen nicht

Am liebsten würde ich ihm entgegenschleudern: "Was pfeifst du, du Pfeife?" Eben war ich noch entspannt und sehr zufrieden mit diesem Abend. Jetzt fühle ich mich schräg von hinten angemacht. Würde ich einem Kerl hinterherrufen? Nur weil er in Shorts und Muskelshirt an mir vorbeiflaniert? Mit Sicherheit nicht. Vielleicht würde ich gucken, anerkennend, interessiert, bewundernd. Natürlich gucken wir Mädels auch, aber wir müssen das nicht verbal absondern.

Der Pfiff erniedrigt, anstatt zu erhöhen. Er zeigt mir: Ich bin in der Lage, dich zu bewerten. Ich entscheide hier, was bewundernswert ist. Es glaubt hoffentlich nicht eine Pfeife, dass sich eine Frau über diese machohafte Äußerung freut. Es ist kein Kompliment, sondern eine Belästigung. Es regt auf, anstatt zu erfreuen. Oder kennt jemand jemanden, der aufgrund eines Pfiffes sagte: "Oh, wie toll, dass du begeistert bist, lass uns einen Kaffee trinken gehen."

Nur – wie antwortet man darauf? Lamentieren, diskutieren, schimpfen? Es ist wohl vergebliche Liebesmüh. Also: ignorieren, die Sache nicht größer machen als sie ist, dem Idioten das Feld überlassen. An diesem Abend drehe ich mich nicht um, sage ich nichts, atme dreimal tief durch und setze unbeirrt meinen Weg fort. Es ist zu dunkel, als dass irgendjemand die Wut in meinem Gesicht erkennen könnte. Gedankenlesen kann dieser Typ ganz bestimmt nicht. Ich tue so, als hätte ich nichts gehört. Aber die Szene nervt mich. Sie verdirbt mir nicht den Abend, aber sie betrübt mich. Wallegewänder und Turnschuhe sind keine Alternative. Warum sollte ich mich verstecken? Nicht ich bin das Problem, sondern die Herren, die mit der Attraktivität der Frauen – oder manchmal auch ihrer bloßen Anwesenheit – nicht umgehen können und mit ihrem Pfiff signalisieren "ich habe hier die Hosen an – und du den Rock". 

Die Singlefrau findet man auch auf Facebook und Twitter.
Weitere Kolumnen der Singlefrau finden Sie hier oder in diesem RSS-Feed.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.