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H. Hell: Was ich über Sex gelernt habe: Sie haben Liebeskummer? Ab nach Marokko!

Henriette Hell unterwegs – diesmal: Allein unter liebeskranken Gauklern, Schlangenbeschwörern und Tourguides in Marrakesch. 

Henriette Hell in Marrakesch

Henriette Hells Rat bei Liebeskummer: Nichts wie ab ins entfernte Ausland!

Falls Ihr Selbstbewusstsein aus irgendwelchen Gründen (mal wieder) einen Dämpfer bekommen haben sollte - dann lautet mein Rat: Nichts wie ab ins entfernte Ausland! Eine bessere Anti-Aging-Kur für Körper und Seele gibt es nämlich gar nicht. Ich bin immer wieder überrascht, was für eine krasse Wirkung man als hellhäutige, europäisch aussehende Frau auf die Männer in exotischeren Gefilden hat.

Letzte Woche wehte mich der Wind beispielsweise nach Marrakesch, diesen Traum aus 1001 Nacht im Westen Marrokkos, wo ich mich von einem schlimmen Liebeskummer erholen wollte. Vor meiner Abreise fühlte ich mich müde, desillusioniert, ja, unglücklich. Die Händler in den Souks, den labyrinthartigen Basaren in der Medina, sahen mir meine trübe Stimmung verrückterweise sofort an. "Why so saaaaaad? Hey, beautiful! Smiiiile!", riefen sie mir zu. Ich fühlte mich geradezu ertappt. Auch auf dem berühmten Jemaa el-Fnaa, einem riesigen Marktplatz im Zentrum der Altstadt, wurde ich sogleich von vorwitzigen Händlern, Schlangenbeschwörern und aufdringlichen Wahrsagern umzingelt, die wollten, dass ich ihnen ein "smiiiiile" schenke. Ein Halbstarker hielt mir seine Speisekarte unter die Nase und sagte: "Hey, sexy Lady Gaga! I promise I will not touch you. Take a look at my menu! Garantiert kein Durchfall, versprochen!" Und: "Ich bin übrigens Single!" Na, bravo.

Mit Tunnelblick durch die Medina

Ich versuchte das Bürschchen abzuschütteln und lief fortan nur noch mit Tunnelblick durch die Medina. Aber das konnte auch nicht die Lösung sein. Ich wollte ja eben NICHT (mehr) wie ein griesgrämiger deutscher Eisklotz daherkommen sondern endlich wieder Lebensfreude verspüren und auch verströmen. Also nahm ich spontan die Einladung eines zahnlosen Opas an, der mich mitten auf dem Marktplatz zu einem Tänzchen aufforderte. Samt Krückstock. Das war lustig. Doch, oh Schreck! Mit einem Mal bildete sich eine ganze Schlange von Männern, die nun alle mit mir tanzen wollten. Ich fühlte mich geehrt, stahl mich jedoch nach der fünften flotten Sohle (und fünf Heiratsanträgen) davon in ein Reisebüro, deren Besitzer halbwegs, äh, seriös aussah. Zaid trug Anzug und Krawatte, gab sich freundlich-zurückhaltend und lud mich auf einen Minztee ein. Nachdem ich eine Kamelsafari durch die Sahara gebucht hatte und ihm "für Notfälle" meine Nummer gegeben hatte (ich Trottel!), drehte der 33-Jährige plötzlich total auf: Ob ich später mit ihm in die Disco gehen wolle? Mit ganz viel Bier! Whiskey! Haschisch! Party ohne Ende! Ich verklickerte ihm, dass ich auf "healthy holidays" aus sei, Detox und so, aber das ergab für ihn keinen Sinn. "Alle Deutschen trinken Alkohol und rauchen die ganze Zeit! Warum du nicht? Los, lass dich mal fallen – du bist im Urlaub!"

Sind deutsche Frauen leicht zu haben?

Tja, was soll ich sagen? Uns Westlerinnen eilt halt ein wilder Ruf voraus. Lockere Moral und so. Darauf hatte mich bereits der iranische Taxifahrer auf dem Weg zum Hamburg Airport hingewiesen: "Seien Sie vorsichtig, die arabischen Männer denken, eine deutsche Frau sei leicht zu haben." Ganz offensichtlich! Nachdem ich mich von Zaid freundlich-reserviert verabschiedet hatte, bombardierte er mich prompt mit WhatsApp-Nachrichten: Er müsse dringend mit mir reden - das könne nicht warten! Jetzt! Sofort! Seine Gefühle würden verrückt spielen! Ich sei "the one" und hätte sein Herz komplett "in flames" versetzt. Herrjemine. Hätte ich doch bloß behauptet, ich sei verheiratet ...

Piep! Schon wieder mein Handy: "You are the most beautiful woman in the world", schreibt Zaid. "I think I love you!" 

Immerhin, dachte ich so bei mir, endlich mal ein Mann, der seine Gefühle artikulieren kann, nicht lange um den heißen Brei herumredete - sondern alles auf eine Karte setzte, sobald ihm eine Frau gefiel. Wir wurden ja alle nicht jünger. 

Tja, und wer weiß, vielleicht treffe ich mich ja später doch noch mit Zaid auf ein Gläschen Wein ...

 

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.