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Die Belgier und ihre Pommes: Geliebte Fritten aus der Bude

Jedes Land hat seine eigenen kulinarischen Schätze. In Belgien sind es Pommes. Ein Verbandssprecher bemüht sich sogar darum, die frittierten Kartoffelstäbchen zum Weltkulturerbe erklären zu lassen.

Die "Maison Antoine" in Brüssel gilt als die beste Pommesbude Belgiens, manche sagen sogar der Welt. Dominique Bonnier arbeitet hier seit 14 Jahren und hat es längst im Gefühl, wie lange die Fritten im Fett brutzeln müssen, bis sie perfekt sind.

Die "Maison Antoine" in Brüssel gilt als die beste Pommesbude Belgiens, manche sagen sogar der Welt. Dominique Bonnier arbeitet hier seit 14 Jahren und hat es längst im Gefühl, wie lange die Fritten im Fett brutzeln müssen, bis sie perfekt sind.

Entschlossen pikt Alain Meersseman mit seinem blauen Plastikgäbelchen in die Pommestüte. Dann begutachtet er seine fettige Beute, als wäre sie ein Kunstwerk. "Gelb, und ein kleines bisschen golden", sagt er, wie für einen Werbespot. Meersseman sitzt auf einer Bank auf dem Place Jourdan in Brüssel, um ihn herum stöbern Tauben nach Kartoffelresten.

Neben Bier und Schokolade sind Pommes das kulinarische Aushängeschild Belgiens. Die sonst eher uneitlen Belgier lieben ihre frittierten Kartoffelstäbchen. Jede Unstimmigkeit zwischen den niederländischsprachigen Flamen und den Französisch sprechenden Wallonen findet an der Pommesbude ihr Ende. "96 Prozent der Belgier gehen laut einer Umfrage mindestens einmal im Jahr zur Frittenbude, 46 Prozent mindestens ein Mal pro Woche", sagt Bernard Lefèvre, der Chef des belgischen Pommesherstellerverbands Navefri-Unafri.

Im Gegensatz zum den meisten anderen Völkern genießen die Belgier ihre Fritten meist nicht als Beilage, sondern als Hauptgericht. Pur, mit einem Klecks Soße. Kein belgischer Marktplatz ohne Pommesbude. Nach UNAFRI-Angaben gibt es davon rund 5000 im Land, die Flamen nennen sie "Frietkot", die Walloner "Friture".

Die beste Pommesbude des Landes

Besonders bekannt ist das "Maison Antoine" in Brüssel. Die leicht heruntergekommen wirkende Hütte im Europaviertel gilt als eine der besten Pommesbuden Belgiens, ja gar der Welt. Seit 1948 frittiert der Betrieb zerhackte Kartoffeln. In dritter Generation, sieben Tage die Woche.

Dominique Bonnier rührt mit seiner Kelle durch den Kessel mit kochendem Rinderfett, der Dampf steigt ihm ins Gesicht. "Belgische Pommes werden zweimal frittiert", erklärt er. Einmal zehn Minuten bei etwa 130 Grad, um sie innen weich zu bekommen. Dann kurz bei rund 150 Grad, damit sie außen schön knusprig werden. Bonnier hat das im Gefühl. Seit 14 Jahren macht er das schon im "Maison".

300 Kilo Pommes bringen sie hier täglich unters Volk, am Wochenende mehr. Statt Rot-Weiß gibt es eine Auswahl an 29 Soßen, von tomatiger Andalouse bis zur hausgemachten Sauce Tartare. "Das ist eine echte Mahlzeit, keine Beilage", stellt Frittenkoch Bonnier klar. Vor allem am Abend bilden sich lange Schlangen von Touristen, EU-Beamten, von Flamen und Wallonen an den Theken.

Pommes als Unesco-Weltkulturerbe?

Auch beim ewigen Streit mit den Franzosen über die Urheberschaft der Fritten sind sich die Belgier ungewohnt einig. "Ich bin Belgier - natürlich sind Pommes belgisch", sagt Bonnier, fast ein wenig entrüstet über die Frage. "Wären Fritten französisch, gäbe es wohl seit langem ein Frittenforschungsmuseum in Paris", scherzt auch Verbandschef Lefèvre.

Der Pommesverbandschef träumt vom Unesco-Weltkulturerbe und wirbt dafür um Unterstützung. "Viele Städte wollten Pommesbuden noch vor ein paar Jahren abschaffen, weil sie nicht als hübsch betrachtet wurden. Wir sollten aber stolz sein darauf." Die Flamen habe er bereits überzeugt, sagt er. Jetzt wolle er den Vorschlag auch in der Wallonie und in der Brüsseler Region einbringen. "Ich würde nicht so weit gehen zu sagen, dass die Fritten das Land einen. Aber es ist wahr: Keiner behauptet, dass Pommes flämisch oder wallonisch oder aus Brüssel sind. Sie sind belgisch - wie Schokolade und Bier. Pommes sind eine Art Heimat-Geschmack."

Ein Stück Heimat ist für viele Belgier auch die "Maison Antoine". "Ich hab sie alle probiert", sagt Kunde Alain Meersseman vor der berühmten Pommesbude. Der 47-Jährige ist sich sicher: "Das sind die besten Fritten." Er ist Wallone. Neben ihm auf der Bank sitzt seine Frau Xenia. Sie ist Flämin. Beide graben mit den Fingern in ihren Papiertüten. Meersseman lächelt: "Wenn die Belgier zusammen Pommes essen, reden sie nicht über Politik."

Nico Pointner/DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.