Das giftige Grün dominierte in den vergangenen Monaten die Cafés: Matcha-Latte, Kuchen mit Matcha, Matcha-Eis. Der pulverisierte Grüntee aus Japan ist zum weltweiten Trend geworden, Influencer befeuerten den Hype.
Doch nun folgt auf Grün Lila: Der neue Food-Trend dieses Jahres soll die philippinische Yam-Knolle Ube sein. Ihr kräftiges Violett verleiht Eis, Desserts und Getränken als Pulver einen Farb-Kick.
„Der Ube-Latte ist das Getränk der Stunde“, schrieb etwa die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Bei der Kaffeekette Starbucks kann man übrigens auch Lila und Grün mischen und ein Getränk mit dem zungenbrechenden Namen „Iced Ube Vanilla Velvet Matcha Latte“ bekommen – für acht Euro.
Wir beantworten Fragen zum Ube-Trend.
Was ist Ube?
Ube (ausgesprochen uh-beh) bezeichnet die violette Jamswurzel, eine stärkehaltige Knolle. Sie ähnelt der violettfarbenen Süßkartoffel, ist aber nicht identisch. Auf den Philippinen ist sie ein bekanntes Grundnahrungsmittel und wird vor allem in Desserts verwendet. Jamswurzeln gedeihen meist in warmen Klimazonen.
Wie schmeckt Ube?
Der Geschmack von Ube wird unterschiedlich beschrieben. Manche finden ihn süß, andere nussig. Auch Vanille- und Pistaziennoten sind möglich. Tiktok-Nutzer vergleichen ihn mit Geburtstagskuchen, Marshmallows, „fruchtig-nussigem Sirup“ oder „Müslimilch“.
Wie wird Ube zubereitet?
Üblicherweise kocht und püriert man Ube, und vermischt es mit Kondensmilch zu einer Paste namens halayang ube oder ube halaya. Diese dient als Basis für Eiscreme, Kuchen oder Kekse, wird aber auch so als Dessert oder Aufstrich gegessen. Ube-Pulver oder -Extrakt färbt und aromatisiert neben Getränken auch Pfannkuchen, Waffeln und Backwaren. Dafür ersetzt man ein paar Esslöffel Mehl durch das Pulver. Man kann Ube auch wie Süßkartoffeln zubereiten: kochen, dämpfen oder im Ofen garen, bis sie weich sind.
Ist Ube gesund?
Die Ube-Knolle selbst gilt als gesund. Sie enthält viele Antioxidantien, Ballaststoffe und Vitamin C und soll ein gutes Präbiotikum sein. Außerdem ist sie fett- und kalorienarm und liefert wichtige Mineralstoffe wie Kalium. Kuchen, Kekse und Co. mit Ube sind natürlich weniger gesund – Karottenkuchen bleibt trotz Karotten ja auch eine Süßigkeit.
Warum ist Ube gerade so ein Trend?
Auf den Philippinen gehört Ube seit vielen Jahrhunderten und sogar Jahrtausenden zum Speiseplan. In den vergangenen zwei Jahren startete Ube aber als neuer Food-Trend durch. Ketten wie Pret A Manger, Starbucks oder Costa Coffee nahmen Ube-Getränke ins Sortiment. Social Media wirkt als Katalysator: Food-Trends werden dort zu Gesprächsthemen. Ohne TikTok, Instagram oder Snapchat wäre etwa der Hype um Dubai-Schokolade oder Matcha wohl kleiner geblieben. Ubes kräftiges Violett sorgt zudem für einen ästhetischen Reiz und macht sich gut auf Insta-Fotos. „Social media gorgeous“, wie die „New York Times“ kommentierte.
Laut dem US-Sender CNN exportierte das philippinische Handelsministerium im vergangenen Jahr fast 1,7 Millionen Kilogramm Ube-Produkte im Wert von über 3,2 Millionen US-Dollar – ein Plus von 20,4 Prozent gegenüber 2024. Fast die Hälfte davon ging in die USA.
Warum gibt es auch Kritik am Ube-Hype?
Ube prägt die philippinische Küche und Kultur. Dass sie sich nun als Food-Trend weltweit verbreitet, stört manche. TikTok-Influencerin @angelina.pj mit mehr als einer Million Followern nannte den Hype „die Gentrifizierung von Ube“. Eine andere Influencerin, Charmie Jane, sagte laut BBC: „Lila Pulver oder lila Lebensmittelfarbe als ‚Ube‘ zu bezeichnen, wird den Philippinen nicht gerecht.“
Hinzu kommt: Die steigende Nachfrage setzt die Erzeuger unter Druck. Wie CNN berichtet, bauen Bauern Ube auf kleinen, saisonal genutzten Flächen an – anders als Massenanbaupflanzen wie Mais. Der Klimawandel beeinflusst die Ernte außerdem.
Ist Ube also das neue Matcha?
Das bleibt abzuwarten. Matcha hat sich als Geschmack und Zutat in Cafés und Produkten etabliert. Doch Trends können so schnell verschwinden, wie sie auftauchen – siehe Dubai-Schokolade. Expertinnen und Experten vermuten aber, dass sich Ube durchsetzen könnte, berichtete die „New York Times“. Die lila Knolle steht schon länger im Fokus. Auch die BBC meint, Ube werde Matcha eher ergänzen als ersetzen.
Quellen: BBC, CNN, ORF, „New York Times“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Today“