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Schadstoffe Sesam-Produkte im Warentest: Finger weg von Körnern aus Indien

Sesamkringel
Auch beim Kauf von frischen Backwaren sollten Verbraucher auf das Herkunftsland achten.
© Goroda / Getty Images
Zuletzt wurden viele Lebensmittel mit Sesam wieder vom Markt genommen. Das Problem: Schadstoffe. Stiftung Warentest hat sich die Körner genauer angesehen und Produkte mit wenig leckerem Inhalt gefunden.

Sesam gilt als gesund. Die Körner bestehen hauptsächlich aus ungesättigten Fettsäuren, sind reich an Eiweiß und Ballaststoffen und vielen anderen Nährstoffen. Sesam hat den Ruf einer Wundersaat und ist willkommene Zutat in vielen Lebensmitteln - aber nicht jedes ist empfehlenswert. Zuletzt wurden viele Produkte mit Sesam zurückgerufen. Das Problem: Giftstoffe. 

"Stiftung Warentest" hat sich 44 Sesam-Produkte einmal genauer angesehen. Untersucht wurden neben Ölen und Saaten auch Sesammus und Riegel. Liebhaber von Sesam können aufatmen. Das Gros der Produkte kann demnach "bedenkenlos" verzehrt werden, vier sollten besser nicht eingekauft werden. In ihnen fanden sich Schadstoffrückstände.

Giftiges Gas

Das Sorgenkind heißt: Ethylenoxid. Dabei handelt es sich um ein Gas, das zum Einsatz kommt, um Keime auf Lebensmitteln abzutöten. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist das Gas erbgutverändernd und krebserzeugend. In der Europäischen Union sind Pflanzenschutzmittel, die Ethylenoxid beinhalten verboten, in anderen Ländern wie Indien wird das Gas aber weiterhin eingesetzt. Das führt dazu, dass Rückstände davon auch in Nahrungsmitteln, die in Deutschland auf dem Markt sind, gefunden werden. Obwohl laut "Warentest" keine akute Gefahr für Verbraucher besteht, raten die Tester, dass mit dem Schadstoff belastete Lebensmittel "gar nicht oder möglichst selten" verzehrt werden sollten.

Allein seit September vergangenen Jahres warnten die Bundesländer und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf dem Portal lebensmittelwarnung.de vor rund 40 Produkten mit Sesam. Die Produkte, darunter unter anderem Bagel, Brotaufstriche und Müsli, wurden zurückgerufen. Und auch das EU-Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel meldete mehr als 450 Funde. Probleme machte dabei hauptsächlich Sesam aus Indien.

Vier Produkte mit Schadstoffen

Im Test allerdings zeigte sich ein erfreulicheres Bild. Weder an den geprüften Riegeln, noch am Mus oder den Ölen hatten die Tester etwas auszusetzen, die Lebensmittel waren unbelastet. Alle Produkte aus diesen Kategorien wurden mit der Bestnote 1,0 bewertet. Insgesamt sind 40 von 44 Produkten "sehr gut". Vier allerdings ziehen den Schnitt nach unten. Sie sind nur "mangelhaft". In allen Fällen handelt es sich um Sesamsaat, in welcher der gesetzlich zulässige Wert für Ethylenoxid um ein Vielfaches überschritten wurde.

In mindestens drei der vier Produkte wurde Sesam aus Indien verwendet, auf einem Etikett ist die wenig aufschlussreiche Angabe "verschiedene Länder" zu lesen. Am schlechtesten schneiden die Sesamsamen der britischen Marke "Heera" (Note 5,5) ab, darin fanden die Tester die 526-fache Menge des zulässigen Höchstgehalts von Ethylenoxid. "Nur 34 Körn­chen täglich – nicht mal ein halber Teelöffel voll – und schon ist die Menge erreicht, die gerade noch als wenig bedenk­lich gilt", erklärt Warentest. Auf Dauer sei solcher Sesam für die Gesundheit riskant.

Nicht empfehlenswert sind laut Warentest diese vier Produkte:

1. Heera: Sesame Seeds Hulled (Note 5,5) 
2. Anatolia: Gegrillte Sesamsaat (Note 5,4) 
3. Bamboo Garden Japan: Sesam weiß geröstet (Note 4,7), bereits zurückgerufen
4. TRS Asia's Finest Foods: Sesamsamen (Note 4,7)

Blick aufs Etikett lohnt sich

Auf den Sesam-Genuss muss aber niemand verzichten. Die Tester raten, vor dem Kauf zu prüfen, woher die Produkte stammen: "Steht bei anderer Ware aber Indien als Herkunfts­land auf der Packung, lieber Finger weg. Ebenso bei unklarer Herkunft." Das gelte auch für frische Backwaren. Frische Brötchen und Kringel mit Sesam könnten belastet sein. Die Tester empfehlen: "Besser nicht essen. Vorräte auszumisten, ist ebenfalls sinnvoll."

Alle Testergebnisse können auf test.de eingesehen werden.

tpo

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