VG-Wort Pixel

Tequila, Rum, Liköre und Co. Zehn Spirituosen, die in diesem Jahr für Aufsehen sorgten

Die Lupita Margarita ist eine der spannendsten neuen Spirituosen des Jahres.
Die Lupita Margarita ist eine der spannendsten neuen Spirituosen des Jahres.
© Tastillery
Ein knallroter Tequila-Drink, ein Whisky mit namhaften Erbe und ein Rum mit historischen Wurzeln: Wir stellen zehn Spirituosen vor, die in diesem Jahr auf den Markt gekommen sind und begeistert haben.

Obwohl die Bars coronabedingt in diesem Jahr gefühlt mehr geschlossen als geöffnet waren, gab es trotzdem jede Menge neue Spirituosen, die auf den Markt kamen. Oder vielleicht gerade deshalb? Ich stelle Ihnen zehn Exemplare vor - vom eleganten Rum über einen Likör im Stil eines Parfüms bis hin zu einem Whisky mit bedeutsamen Erbe - die mich in diesem Jahr begeistert haben.

Tequila, Rum, Liköre und Co.: Zehn Spirituosen, die in diesem Jahr für Aufsehen sorgten
© Anna Wegelin

Lupita (Bottled Margarita)

Bettina Kupsa ist eine Ikone der deutschen Barlandschaft. Mit ihrem eigenen Chug Club auf St. Pauli gewann sie vor wenigen Jahren den Preis als "Gastgeberin des Jahres" im Mixology-Magazin. Und wer schon einmal bei ihr war, weiß: Ihr Herz schlägt für Agaven-Destillate wie Tequila und Mezcal. Nun hat sie ihre erste eigene Spirituose auf den Markt gebracht: Lupita, ein handgemachter, trinkfertig abgefüllter Cocktail auf - natürlich - Tequilabasis. Dieser wurde mit mexikanischen Hibiskusblüten versetzt und mit Orangenlikör und Zitrone verfeinert. Fruchtig im Geschmack mit feiner Säure. Schmeckt am besten direkt auf Eis. Eine moderne Kreation, die den aktuellen Zeitgeist hervorragend trifft.  

0,5 Liter, 25 Euro

Erhältlich bei TastilleryTrinkabenteuer u.a.

Tequila, Rum, Liköre und Co.: Zehn Spirituosen, die in diesem Jahr für Aufsehen sorgten
© Hersteller

Equiano (Rum)

Barbados trifft auf Mauritius: Der Equiano-Rum stammt jeweils zu einer Hälfte aus der Karibik und Afrika und brilliert mit Noten von Trockenfrüchten, Pfeffer und Toffee. Er ist komplett ungezuckert und ungefärbt, was in der Rum-Welt nicht alltäglich ist. Hinter der Flasche stecken zwei Größen der Rumwelt: Ian Burrell, Global Rum Ambassador, und Richard Seale, Master Distiller der renommierten Foursquare Distillery. Benannt ist der Rum übrigens nach Olaudah Equiano, der im 18. Jahrhundert als Sklave von Nigeria nach Barbados verschleppt und später zum Freiheitskämpfer wurde. Ein Teil des Gewinns geht deshalb an Wohltätigkeitsorganisationen, die sich gegen Diskriminierung einsetzen.

0,7 Liter, 45 Euro

Tequila, Rum, Liköre und Co.: Zehn Spirituosen, die in diesem Jahr für Aufsehen sorgten
© Hersteller

Mayaciel (Tequila)

Es gibt zweifellos viele gute Tequilas, doch einer der derzeit spannendsten hat einen deutschen Hintergrund. Der Mayaciel wurde von zwei Deutschen mit Südamerika-Faible entwickelt und als "Tequila Next Generation" vermarktet. Das ist womöglich etwas zu viel des Guten, doch die Qualität ist unbestritten: Wie bei jedem guten Exemplar besteht auch dieser Tequila aus 100 Prozent Agave. Dementsprechend riecht man schon beim Öffnen den typischen Geruch. Im Mund schmeckt man außerdem noch blumige, leicht frische und salzige Noten. Und trotz 45 Volumenprozent bleibt der Tequila ungewohnt sanft. Schmeckt wunderbar als Margarita oder als Longdrink mit Thomas Henry Pink Grapefruit, einer Prise Salz, einem Limettenachtel und viel Eis (auch bekannt als "Paloma").

0,5 Liter, ca. 35 Euro

Erhältlich bei Trinkabenteuer , Tequila-Mezcal-Shop u.a.

Tequila, Rum, Liköre und Co.: Zehn Spirituosen, die in diesem Jahr für Aufsehen sorgten
© Hersteller

Muyu (Likör)

Diese Flaschen sind fast zu schön zum Öffnen: Die Niederländer von De Kuyper brachten in diesem Jahr gleich drei neue Likörvarianten auf den Markt, mit denen sie sich im Highend-Segment etablieren wollen. Entwickelt wurden die drei Varianten nach dem Vorbild der Parfumeure, sprich: zunächst wurde eine Hauptzutat gewählt, um die herum weitere Aromen ergänzt wurden. Der blumige Jasmine Verte - entwickelt von Bartender-Legende Monica Berg - basiert etwa auf Jasminblüte und wird von Orangenblüten, Patchouli, Yuzu und Irisblüten umspielt. Ein enorm komplexer Likör mit 24 Volumenprozent. Schmeckt mit Eis, noch besser aber aufgefüllt mit Champagner oder Crémant.

0,5 Liter, etwa 28 Euro

Tequila, Rum, Liköre und Co.: Zehn Spirituosen, die in diesem Jahr für Aufsehen sorgten
© Hersteller

Vestal Kirsch (Wodka)

Wodka hat mittlerweile nicht mehr den besten Ruf. Der Brite William Borrell war mit seiner Marke Vestal angetreten, das zu ändern. Statt aus geschmacksarmen Weizen brennt er sein "Wässerchen" aus Kartoffeln, welche ein weicheres Mundgefühl und eine charakteristische Note verleihen. Schnell machte sich der Newcomer global einen Namen. Nun legt er pünktlich zum Weihnachtsgeschäft mit Flavoured Wodka nach, und wieder macht er einiges anders als die traditionellen Hersteller. Für den Black Cherry Vodka verwendet er etwa polnische Kirschen, rund ein halbes Kilogramm je Flasche, jedoch lässt er bei jeder fünften Kirsche den Stein drin. Das sorgt für eine leicht nussige Note. Leicht gezuckert ist dieser aromatische Wodka trotz 40 Volumenprozent gut trinkbar. Mit Cola aufgegossen erinnert er an die beliebte Cherry Coke. Der ebenfalls erhältliche Himbeer-Johannisbeer-Wodka schmeckt vorzüglich als Spritz, also aufgegossen mit Sekt und Orangenzeste. Cheers!

0,7 Liter, ca. 20 Euro

Erhältlich bei The Drop Store u.a.

Tequila, Rum, Liköre und Co.: Zehn Spirituosen, die in diesem Jahr für Aufsehen sorgten
© Hersteller

Deutsche Spirituosen Manufaktur Himbeerlikör Nr 915 (Likör)

Likör steht wieder hoch im Kurs. Besonders hochwertige Varianten gibt es nun von der Deutschen Spirituosen Manufaktur, zu deren Kunden Sterneköche und Luxushotels auf der ganzen Welt zählen. Eigentlich ist die Manufaktur für hochwertige Geiste und Brände bekannt, seit wenigen Monaten bietet sie jedoch auch hochwertige Liköre an. Neben hausgemachtem Limoncello gibt es etwa auch einen Rhabarber- und Weihnachtslikör. Toll: Die Liköre sind nicht so quietschsüß wie viele Massenprodukte.

 0,35 Liter, 26 Euro

Erhältlich bei DSM u.a.

Tequila, Rum, Liköre und Co.: Zehn Spirituosen, die in diesem Jahr für Aufsehen sorgten
© Hersteller

Highland Park Viking Tribe (Whisky)

Das Wikinger-Design der Flaschen mag gewöhnungsbedürftig sein, der Geschmack der Highland-Park-Reihe ist jedoch über jeden Zweifel erhaben. Die neue Variante ist hellgold im Glas und punktet mit einem kräftigen Geschmack, was nicht nur an den 46 Volumenprozent liegt. Im Mund vernimmt man zunächst eine angenehme Süße mit Noten von Kernobst und Zitrusfrüchten, zum Schluss gibt es einen leichten Rauchgeschmack. Ein ausgewogener, zugänglicher Whisky, mit dem man auch Einsteiger locken kann. Wem er zu stark ist, fügt am besten ein paar Tropfen eiskaltes Wasser hinzu.

0,7 Liter, ca. 59 Euro

Tequila, Rum, Liköre und Co.: Zehn Spirituosen, die in diesem Jahr für Aufsehen sorgten
© Hersteller

Eminente (Rum)

Wer einen gefälligen Rum sucht, ist beim Eminente richtig. Dieser stammt aus Kuba. Er wird aus Melasse gebrannt und erinnert farblich an dunklen Bernstein. Am Gaumen treffen Aromen von Schokolade, Kaffee und Vanille auf milden Rauch. Wow. Ein wirklich gut gereifter, geschmacklich interessanter Rum - würzig, holzig, trotzdem fruchtig mit leichter Schärfe. Ein Hingucker ist die Flasche mit Krokodilmuster - eine Anspielung auf die Form der Insel, die mit etwas Fantasie an das Reptil erinnert.

0,7 Liter, ca. 45 Euro

Erhältlich bei Tastillery, Rum & Co u.a.

Tequila, Rum, Liköre und Co.: Zehn Spirituosen, die in diesem Jahr für Aufsehen sorgten
© Hersteller

The Duke FC Bayern Gin (Gin)

Ich gebe es gleich vorweg zu: Das Vereins-Emblem auf dem Etikett und dem Korken machte es mir sehr leicht, diesen Gin zu mögen. Schließlich hat sich die Münchner Destille für ihre vierte Sonderedition mit dem wohl berühmtesten Export aus München zusammengeschlossen, dem FC Bayern München. Doch auch ohne Vereinsliebe im Herzen ist der Gin empfehlenswert. Neben den elf üblichen Kräutern und Gewürzen wird dieser zusätzlich mit Hopfen aus der Holledau - wie immer in Bioqualität - als 12. Botanical destilliert. Entstanden ist ein fruchtiger, leichter Gin, der entfernt an ein Weißbier erinnert.

0,7 Liter, 35 Euro

Tequila, Rum, Liköre und Co.: Zehn Spirituosen, die in diesem Jahr für Aufsehen sorgten
© Hersteller

Laphroaig The Ian Hunter Story

Ian Hunter war der letzte aus dem Johnston-Clan, der einst die Destille Laphroaig auf der schottischen Hebriden-Insel Islay führte. Doch bis heute gilt sein Erbe als wegweisend für die Distillerie. Unter seiner Leitung wurden etwa die Malting Floors ausgebaut und die Zahl der Brennblasen verdoppelt. Zudem brachte er von seinen Reisen in die USA die ersten Bourbon-Fässer mit, in welchen die Laphroaig-Whiskys seitdem primär reifen. Im vergangenen Jahr wurde zu Hunters Andenken eine Limited Edition aufgelegt: Ein 30 Jahre alter Single Malt, der ausschließlich in amerikanischen First-fill Ex-Bourbon-Fässern reifte. Vor wenigen Wochen kam nun die zweite Edition - erneut im edel anmutenden Buch-Design - auf den Markt. Der Laphroaig 30 Jahre The Ian Hunter Story Book 2 reifte diesmal in Ex-Oloroso-Sherry-Fässern, abgefüllt wurde mit 46,7 Volumenprozent. 30 Jahre, limitiert, aufwendige Verpackung - das hat natürlich seinen Preis: Knapp 900 Euro kostet dieser Whisky. Für viele Sammler ist er deshalb eher eine Geldanlage. Drei weitere Editionen sollen in den nächsten Jahren auf den Markt kommen.

0,7 Liter, ca. 900 Euro

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Mehr Informationen dazu gibt es hier.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker