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Kritik an FDP "Sollen sie doch Porsche fahren": Christian Lindner wird Opfer von Fake-Plakaten – Ermittlungen eingeleitet

Christian Lindner FDP Fake Plakate
Die Wahl-Plakate der FDP erkennt man schon von weitem an dem typischen schwarz-weiß der Christian Lindner-Ära. Nun nutzen Gegner der Partei die Optik für Kritik.
© Goldmann / Picture Alliance
Finanzminister Christian Lindner ist im Zuge der Debatte um eine Verlängerung des 9-Euro-Tickets Opfer einer Fake-Plakat Aktion geworden. An vielen Orten in Deutschland findet man seit dieser Woche Plakate im typischen FDP-Instagram-Look mit satirischer Kritik. Doch wer steckt hinter der Aktion?

"Kein Geld für den ÖPNV? Sollen sie doch Porsche fahren." steht auf einem Plakat, das auf einem S-Bahngleis in Düsseldorf hängt. Über dem Schriftzug sieht man den strahlenden Gesichtsausdruck des Finanzministers Christian Lindner – wie immer nur eine Gesichtshälfte und natürlich alles schwarz-weiß. Der sofort wiederzuerkennenden Instagram-Look der Plakate wird der FDP derzeit zum Verhängnis. Denn überall in Deutschland tauchten diese Woche Fake-Plakate auf, die sich erst auf den zweiten Blick beim Lesen der satirischen Aufschrift für viele Betrachter als Fälschungen entpuppten.

Fake-Plakate über Christian Lindner: Wer steckt hinter der Aktion?

Auf Anfrage des WDR bestätigte das Unternehmen für Außenwerbung Ströer mit Sitz in Köln die Vorfälle. Wie viele und wo in Deutschland die Fake-Plakate derzeit überall hängen, lässt sich schwer sagen – auch Ströer konnte dazu keine Auskunft geben.

Hinter der sogenannten "Ad Busting"-Aktion steckt wohl die Gruppe "Die Irael". Die Gruppe machte in der Vergangenheit bereits mit Plakat-Aktionen gegen Altkanzler Schröder und den ehemaligen Innenminister Seehofer auf sich aufmerksam. Die Aktivisten gaben an, nun durch eine Crowdfunding-Kampagne etwa 200 Kilo Papier-Plakate gedruckt zu haben. Aus der Politik gibt es gemischte Reaktionen auf die Aktion gegen Lindner. Ricarda Lang, Bundesvorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen, nutzte das Plakat, um ihren Ampel-Partner zu kritisieren. Volker Beck hingegen verurteilte die Aktion als "ekelhafte wie toxische Kampagne".

Die Kritik der Gruppe bezieht sich auf das Auslaufen des 9-Euro-Tickets, dass durch die Ampel-Koalition im Juni eingeführt und auf drei Monate begrenzt wurde. Während die Grünen um Lang eine Verlängerung oder Anschlusslösung fordern, blockiert die FDP die weitere Finanzierung eines kostengünstigen ÖPNV aktuell. Im ARD-Sommerinterview sagte Finanzminister Lindner: "Die Idee eines kostenlosen ÖPNV, also eines Gratis-Nahverkehrs, das ist nicht finanzierbar." Teil seiner Begründung war auch, dass "viele linke Gruppen, Antifa zum Beispiel" kürzlich vor der FDP-Parteizentrale für eine Verlängerung des 9-Euro-Tickets demonstriert hätten. Seine FDP jedoch würde die Versuche von den Grünen und Teilen der SPD verhindern, "die Politik in Deutschland weiter nach links zu rücken".

Staatsschutz leitet Ermittlungen ein

Am Montag nahm der Staatsschutz die Ermittlungen wegen der Fake-Plakate auf, wie ein Polizeisprecher in Düsseldorf mitteilte. Dies sei im Zuge möglicher Straftaten bei Wahlplakaten üblich. Ob eine solche Straftat überhaupt vorliegt, müsse jedoch erst geprüft werden. Ein Sprecher der FDP teilte auf Anfrage des WDR mit: "Die Berichte über die angesprochenen Plakate und über von der Polizei veranlasste Ermittlungen haben wir zur Kenntnis genommen. Grundsätzlich sind gefälschte Plakate für uns kein Mittel des demokratischen Meinungsaustauschs."

Quellen: WDR, Fokus

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