Nachdem Sturmtief "Elli" mit Schnee und Ostseehochwasser über Schleswig-Holstein gefegt ist, stehen die Zeichen erst einmal auf Entspannung. Probleme gab es am Samstag noch in Teilen des Bahnverkehrs. Die Sturmflut an der Ostseeküste blieb überwiegend unter den erwarteten Höchstständen, das Wasser ging zurück. Die Polizei berichtete von zahlreichen Unfällen im Land. Das Wetter soll nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zumindest am Wochenende noch winterlich bleiben. Weitere Schneeschauer und Frost sind angekündigt.
Bahnverkehr noch mit Einschränkungen
Die Bahn nahm den Fernverkehr nur teilweise wieder auf. So fuhren nach einem Hinweis auf der Internetseite der Deutschen Bahn noch keine Züge zwischen Hamburg und Sylt. Auch der Verkehr von Hamburg Richtung Kopenhagen, Berlin und Hannover soll erst am Sonntag wieder aufgenommen werden.
Im Regionalverkehr in Schleswig-Holstein lief der Verkehr der Nordbahn wieder an. Die Züge von erixx auf der Strecke Kiel - Lübeck und weiter nach Lüneburg sollten nach Fahrplan verkehren. Zwischen Mölln (Kreis Herzogtum Lauenburg) und Lauenburg verkehrt wegen einer Baustelle ein Busersatzverkehr.
Im Kreis Ostholstein war am Freitagabend ein Zug gegen einen umgestürzten Baum gefahren. Nach Angaben der Bundespolizei ereignete sich der Unfall auf der Strecke zwischen Lübeck und Eutin. Der betroffene Abschnitt wurde vorübergehend gesperrt. Menschen wurden nach Angaben des Zugbetreibers erixx nicht verletzt, an dem Zug sei ein kleiner Sachschaden entstanden.
Glätte führte in der Nacht zu Samstag zu zahlreichen Verkehrsunfällen. Nach Angaben der Polizeileitstellen wurden landesweit mehr als 40 Unfälle gemeldet. Verletzte gab es nur vereinzelt, überwiegend blieb es bei Blechschäden.
Wollen Sie nichts mehr vom stern verpassen?
Persönlich, kompetent und unterhaltsam: Chefredakteur Gregor Peter Schmitz sendet Ihnen jeden Mittwoch in einem kostenlosen Newsletter die wichtigsten Inhalte aus der stern-Redaktion und ordnet ein, worüber Deutschland spricht. Hier geht es zur Registrierung.
Die Leitstelle Süd meldete seit Freitagabend 12 Glätte- und Schneeunfälle sowie 25 wetterbedingte Einsätze. Besonders im Kreis Stormarn waren viele Landstraßen stark vereist und auch am Morgen noch nicht geräumt. Mindestens ein Dutzend Autos blieb stecken, sie mussten zum Teil noch am Morgen geborgen werden.
Der Lagedienst Nord zählte zehn Glätteunfälle, überwiegend mit Blechschäden. Zudem gab es 40 wetterbedingte Einsätze, wie ein Sprecher des Lagedienstes mitteilte.
Polizei appelliert an alle Verkehrsteilnehmer
Der Lagedienst West, zuständig für die Kreise Pinneberg, Segeberg, Dithmarschen und Steinburg, registrierte 21 Glätteunfälle. Auch hier gab es keine Verletzten. Die Polizei appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, sich auf winterliche Straßenverhältnisse einzustellen und ihre Fahrweise den glatten Straßen anzupassen. Besonders auf Landstraßen und in Küstennähe bestehe weiterhin erhöhte Glättegefahr.
Hochwasser an der Ostsee geht zurück
Die höchsten Wasserstände an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste wurden nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Flensburg und an der Schlei gemessen. Die Städte Flensburg und Schleswig etwa hatten über Schutzmaßnahmen berichtet. Angaben über Schäden gab es nicht.
In Flensburg erreichte das Wasser 1,33 Meter über dem normalen Stand, so dass tiefer gelegene Bereiche am Hafen überspült wurden. Der Pegel in Schleswig fiel aus, der nahe gelegene Pegel Füsing zeigte maximal 1,37 Meter über normal an. In Kiel wurde der höchste Wasserstand bei 1,16 Meter gemessen, in Lübeck bei 1,15 Meter. Die Wasserstände sanken am Vormittag wieder. Eine Sturmflut beginnt definitionsgemäß an der Ostsee bei einem Wasserstand von einem Meter über dem Normalstand. Nach BSH-Angaben werden sich die Wasserstände rasch normalisieren.