Angesichts russischer Bedrohungen wollen sich Regierungsvertreter aus Niedersachsen, Thüringen und Bremen in Finnland über den Bevölkerungsschutz informieren. Heute treten Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens, ihr thüringischer Amtskollege Georg Maier und Bremens Innensenatorin Eva Högl (alle SPD) dazu eine viertägige Reise an.
"Die Finnen verfügen schon aufgrund ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zu Russland über vielfältige Erfahrungen im Umgang mit Bedrohungen, denen wir uns auch in Deutschland und in Niedersachsen immer stärker ausgesetzt sehen", sagte Behrens. "Ich bin mir sicher, dass wir von dieser Reise wertvolle Impulse für unser sicherheitspolitisches Handeln mitnehmen werden."
Auch Steinmeier war gerade in Finnland im Bunker
Dazu wollen die Landespolitiker sich mit Vertretern der finnischen Sicherheitsbehörden austauschen, etwa über den Schutz der kritischen Infrastruktur, Cybersicherheit und Drohnenabwehr. Außerdem werden sie eine Zivilschutzanlage besichtigen. "Wegen seiner Nähe zu Russland hat Finnland über Jahrzehnte hinweg eine beeindruckende Struktur im Zivilschutz aufgebaut", sagte Maier.
Erst vor wenigen Tagen hatte sich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Finnland über den dortigen Zivilschutz informiert. Gemeinsam mit Präsident Alexander Stubb besuchte er die Zivilschutzanlage Merihaka in Helsinki – ein riesiger Bunker, der bis zu 6.000 Menschen Schutz bietet. Anders als Deutschland besitzt Finnland ein dichtes Netz an Luftschutzbunkern.