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Schwimmendes Supercluster Corona-Massenausbruch auf See: Virus wütet auf südkoreanischem Zerstörer – komplette Besatzung ausgeflogen

Corona-Ausbruch auf südkoreanischem Zerstörer
Auf dem südkoreanischen Zerstörer "Munmu the Great" kam es zu einem Corona-Massenausbruch
© Yonhap/ / Picture Alliance
Auf einem südkoreanischen Zerstörer hat sich ein Großteil der Besatzung mit dem Coronavirus infiziert, alle Mann müssen jetzt von Bord. Militärflugzeuge wurden entsandt. Ein Ersatzteam soll das Schiff nach Hause steuern. 

Alle Mann von Bord: Auf einem Zerstörer der südkoreanischen Marine ist es zu einem Corona-Massenausbruch gekommen. Von dem etwa 300-köpfigen Besatzungsteam sollen sich 247 mit dem Virus infiziert haben. Am Sonntag wurden Militärflugzeuge geschickt, um die komplette Mannschaft nach Hause zu holen. 

Wie es zu dem Ausbruch kommen konnte, ist bisher nicht bekannt. Die Militärbehörden gaben aber bereits an, dass er im Zusammenhang mit einem Stopp Ende Juni in einem Hafen der Region stehen könnte. Der Zerstörer hatte angelegt, um Waren zu laden. Zwei Militärflugzeuge wurden nun entsandt, um die 301 Matrosen abzuholen. Laut der Nachrichtenagentur "Yonhap", die sich auf militärische Quellen beruft, sei keiner der Infizierten schwer erkrankt. 

Lediglich einer stehe unter Beobachtung. "CNA" berichtete am Sonntag allerdings von 15 Besatzungsmitgliedern, die in einem nicht näher benannten afrikanischen Krankenhaus behandelt werden. Der Zerstörer soll nun von einem Ersatzteam nach Südkorea zurückgebracht werden. Die 150 Marineangehörigen werden dafür etwa einen Monat benötigen.

Größter Corona-Ausbruch seit Beginn der Pandemie

Der Zerstörer "Munmu The Great" ist seit Anfang Februar auf Mission, um im Golf von Arden zwischen dem Jemen und dem Norden Somalias gegen Piraten zu kämpfen. Südkorea nimmt seit 2009 an solchen Anti-Piraten-Patrouillen teil. Der sechsmonatige Einsatz hätte, offiziellen Angaben nach, im kommenden Monat enden sollen. Ein anderer Zerstörer, der die Mission fortführen soll, ist bereits unterwegs. Die Cheonghae-Einheit hat seit der ersten Entsendung vor allem die Aufgabe, dort für die sichere Durchfahrt südkoreanischer Schiffe zu sorgen.

Südkorea ist bisher relativ glimpflich durch die Pandemie gekommen. Doch nun verzeichnet das Land einen starken Anstieg der Infektionszahlen, die Zahlen sind so hoch wie nie. Seit etwa zwei Wochen werden täglich mehr als 1100 Neuinfektionen gemeldet, allein am Sonntag waren es 1252 Fälle. Treiber ist vor allem die hochansteckende Delta-Variante. 

In dem 52-Millionen-Einwohnerland sind bislang erst 12,7 Prozent vollständig geimpft, etwa 31,3 Prozent haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Auch an Bord der "Munmu the Great" war keiner geimpft.  Der Zerstörer sei auf Mission aufgebrochen, bevor die Impfkampagne in dem Land startete, wie Gesundheits- und Militärbehörden mitteilten. In Südkorea waren zunächst vorrangig besonders gefährdete, ältere Bevölkerungsgruppen geimpft worden. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen und Todesfälle sei bislang nicht signifikant gestiegen. 

Südkorea verschärft die Maßnahmen

Um die steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen, setzen die südkoreanischen Behörden auf verschärfte Maßnahmen. So sind aktuell beispielsweise private Zusammenkünfte von mehr als zwei Personen nach 18 Uhr verboten, genauso die meisten Kundgebungen und Ausstellungen. Beerdigungen und Hochzeiten dürfen nur innerfamiliär begangen werden.

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Dazu kommen mitunter unkonventionelle Maßnahmen. So bleiben beispielsweise in der Hauptstadt Seoul die Fitnessstudios weiterhin geöffnet, Masken müssen dort keine getragen werden, dafür aber wird die Musik, die dabei gehört wird, reglementiert. In bestimmten Sportkursen wie Aerobic darf nur noch Musik gespielt werden, die nicht schneller als 120 Beats per Minute ist, da "schnelles Atmen bei intensive Aktivitäten eine Menge Speichel verspritzen kann", teilte das Gesundheitsministerium in einer Pressemitteilung mit.

Quellen: CNN, CNA

tpo

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