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Ehec-Überträger gefunden: Supermärkte nehmen Gurken aus dem Regal

Gurken aus Spanien sind als Träger der Ehec-Keime identifiziert worden, jetzt reagieren die Lebensmittelhändler. Die Übeltäter sind inzwischen bekannt.

Spanische Salatgurken sind aus den Supermarktregalen geflogen: Nachdem bei Proben Ehec-Keime in Gurken aus Spanien gefunden wurden, haben die größten deutschen Lebensmittelhändler reagiert. Neben dem Metro-Konzern kündigten die beiden führenden Supermarkt-Gruppen Edeka und Rewe Veränderungen im Sortiment an. Auch ihre Discounttöchter Netto und Penny folgen. Die Handelsketten betonten jedoch, es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Es sei noch nicht klar, welche Lieferungen aus Spanien genau betroffen seien, sagte ein Metro-Sprecher. "Wir arbeiten daher eng mit den Behörden zusammen, um eine schnelle Aufklärung zu ermöglichen". Auch die internen Kontrollen seien verstärkt worden. Der Discounter Aldi Süd sieht keinen Handlungsbedarf. Kaufland ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht betroffen, wie das Unternehmen der Schwarz-Gruppe mitteilte.

Das Hamburger Hygiene-Institut hatte auf der Suche nach dem Überträger des Ehec-Keims einen Durchbruch erzielt: Salatgurken aus Spanien wurden als Träger der gefährlichen Erreger identifiziert. Bei drei Proben, darunter einer Bio-Gurke, sei der Erreger eindeutig festgestellt worden, teilte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) mit. Eine weitere Salatgurke mit Ehec-Keimen könne noch nicht sicher zugeordnet werden. Deshalb rät die Senatorin derzeit vom Verzehr von Salatgurken ab.

Inzwischen ist auch bekannt, woher die Gurken genau stammen: Von der Firma Pepino Bio Frunet aus Malaga und vom Wettbewerber Hort o Fruticola aus Almeria.

"Wir ziehen alles aus dem Verkehr"

Die Studie sei bislang nur in Hamburg erfolgt und habe nur bedingten Aussagewert für andere betroffene Orte, sagte Prüfer-Storcks. "Es ist nicht auszuschließen, dass auch andere Lebensmittel als Infektionsquelle infrage kommen." Es gelte weiterhin die Warnung, allgemein vorsichtig mit Rohkost zu sein. Betroffene Ware werde allerdings vom Markt genommen, sagte die Ministerin. "Wir ziehen alles aus dem Verkehr, was wir diesen Quellen zuordnen können." Die Proben stammten vom Hamburger Großmarkt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt trotz der Entdeckung der Keime auf den spanischen Gurken keine Entwarnung für andere Gurken, Tomaten und Blattsalate. Wer hundert Prozent sicher gehen wolle, sollte in ganz Deutschland auf den Verzehr verzichten, sagte ein Sprecher am Donnerstag in Berlin. Die Empfehlungen vom Mittwoch würden weiter gelten.

Umweltbundesamt: Trinkwasser nicht gefährdet

Um das Trinkwasser müssen sich die Verbraucher keine Sorgen machen: Das Bundesumweltamt gibt Entwarnung. Ehec seien Bakterien, die wie andere Keime auch über zahlreiche Barrieren im Trinkwasser-Versorgungssystemen eliminiert werden könnten, sagte Sprecher Stephan Haufe am Donnerstagabend. Bei Versorgungssystemen aus Grundwasser würden sie durch die Filterwirkung des Bodens ausgeschaltet. Bei Oberflächenwasser wirkten Filtration und Desinfektion.

Von Kläranlagen lassen sich Ehec-Bakterien aus Toilettenspülungen allerdings nicht aufhalten. Das geklärte Wasser hat bis zur Verwendung als Trinkwasser jedoch einen langen Weg hinter sich, oft wird es in Flüssen stark verdünnt. Spätestens die Trinkwasser-Aufbereitung vernichte dann die Keime, erläuterte eine Expertin des Umweltbundesamts.

Die mikrobiologischen Grenzwerte würden in Deutschland bei größeren Wasserversorgern hervorragend eingehalten, versicherte sie. Das gelte auch für Ehec. Die Verteilungsmuster der Erkrankungen deuteten nicht auf Trinkwasser als Ursache hin. Denn dann würden Häufungen in einzelnen Versorgungsgebieten auftreten.

Deutsche Bauern erleichtert

Der Deutsche Bauernverband hatte die Quelle des Keims bereits im Ausland vermutet. Es sei logisch nicht zu erklären, wie ein solcher Erreger auf Gemüse aus Norddeutschland gelangen sollte, sagte der Sprecher des Bauernverbandes, Michael Lohse. "Generell wird kein vernüftiger Bauer Gülle auf sein Gemüse gießen. Damit schadet er sich nur selbst, denn Geschmack und Qualität leiden." Zudem seien Tomaten, Salat oder Gurken im Freiland in Norddeutschland noch gar nicht reif.

Die Nachricht des Funds auf spanischen Gurken wurde bei Gemüsebauern aus Norddeutschland mit Erleichterung aufgenommen. "Das schafft hoffentlich etwas Entspannung. Es ist ein gutes Zeichen für unsere Branche", sagte der Geschäftsführer der Fachgruppe Gemüsebau Norddeutschland, Axel Boese. Verbraucher müssten nun bewusst darauf achten, deutsche Gurken zu kaufen.

Schweden warnt bereits Deutschland-Reisende

Unterdessen breitet sich der Darmkeim von Deutschland nach Großbritannien, Schweden und den Niederlanden aus. Wie kürzlich schon in Dänemark habe es auch in diesen Ländern erste Fälle gegeben, teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Die Erkrankten seien jüngst in Deutschland gewesen, sagte der Sprecher von EU-Gesundheitskommissar John Dalli. Zahlen nannte er nicht.

Die schwedischen Gesundheitsbehörden mahnten zu besonderer Vorsicht bei Reisen nach Deutschland. Die zuständige Sprecherin des Amtes zur Vorbeugung ansteckender Krankheiten sagte, es gebe nachgewiesene Erkrankungen. Sie wollte keine genaue Zahl nennen. Die zum Teil "schwer Erkrankten" hätten sich bei Reisen nach Deutschland infiziert. Man prüfe derzeit etwa zehn Verdachtsfälle.

Zahl der schweren Fälle steigt weiter

In Deutschland steigt die Zahl der gemeldeten schweren Verlaufsformen der Infektion (HUS) unterdessen weiter an. Inzwischen seien 214 HUS-Fälle bekannt, teilte das Robert-Koch-Institut am Donnerstag mit. Am Mittwoch waren es noch 140 Fälle gewesen. Allein in Hamburg zählten die Behörden bis Donnerstag etwa 300 HUS-Erkrankungen oder Fälle, wo der Verdacht darauf besteht. Derzeit erlebe Deutschland den stärksten je registrierten Ehec-Ausbruch, sagte RKI-Chef Reinhard Burger.

Am Mittwoch waren insgesamt mehr als 600 Ehec-Fälle registriert, von denen aber noch nicht alle bestätigt sind - am Dienstag waren es noch etwa 460. Meldungen über bestätigte Infektionen oder Verdachtsfälle kommen mittlerweile aus 15 der 16 Bundesländer - nur Rheinland-Pfalz hat noch keinen Fall gemeldet. Der Schwerpunkt der Infektionen liegt in Norddeutschland.

Forscher entwickeln Schnelltest

Forscher der Universität Münster hatten am Mittwoch nach eigenen Angaben den Keim identifiziert, der die lebensgefährliche Ehec-Darmerkrankung auslöst: Der gefundene Typ heißt Husec 41 und ist gegen zahlreiche Antibiotika resistent. Der Ausbruchsstamm sei bekannt, allerdings bisher nicht auffällig in Erscheinung getreten, sagte der Direktor des Instituts für Hygiene, Helge Karch. Mit diesem Typ sei es bisher weder in Deutschland noch weltweit zu Ausbrüchen gekommen. Die Forscher wollen nun in den nächsten Tagen einen Schnelltest für Verdachtsfälle entwickeln.

ukl/fw/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(