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Epidemie: In Deutschland besteht keine Epidemie-Gefahr

Deutschland droht keine SARS-Epidemie, laut einem Experten für Infektionskrankheiten. Weltweit steigt die Zahl der Todesfälle kontinuierlich.

In Deutschland droht nach Ansicht des Experten für Infektionskrankheiten, Prof. Bernhard Ruf, keine Epidemie der gefährlichen Lungenkrankheit SARS. Im ZDF sagte Ruf, dass mit sofortiger Isolierung der Verdachtsfälle und Beobachtung von Kontaktpersonen diese Gefahr ausgeschlossen werden könne. Die deutschen Krankenhäuser seien gut vorbereitet, erklärte Ruf in der ARD. Es werde zwar eingeschleppte Fälle der Lungenentzündung geben, aber zu keinen "epidemischen Zuständen wie in Hongkong" kommen. Offenbar wird SARS über Tröpfcheninfektion übertragen, aber auch das direkte Anhusten bei ungeschützten Augen könne das Virus übertragen. Oberstes Ziel sei es, Kontaktinfektionen zu vermeiden. Deshalb sollte Krankenhauspersonal Schutzmasken tragen, die auch die Augen bedeckten. Die Entwicklung eines Impfstoffes gegen SARS werde mindestens noch Monate dauern, sagte Ruf. "Die Fälle, die wir jetzt in Kanada sehen, sind alle Folge einer nicht konsequenten Isolierung in den Wochen zuvor." Die Zahlen der Toten und Erkrankten weltweit entsprächen einer schweren Grippeepidemie. Das sei "der Preis der Globalisierung, auch die Erreger globalisieren sich".

Thailand droht mit "Leprakolonien"

Die thailändische Regierung droht möglichen Trägern der Lungenkrankheit SARS mit der Unterbringung in "Leprakolonien", falls sie sich gegen die Quarantäne wehren. "Wir haben Leprakolonien vorbereitet, um dort Leute festzusetzen, die mit den Behörden nicht kooperieren wollen", sagte die thailändische Gesundheitsministerin Surdarat Keyuraphan am Mittwoch im Rundfunk. Mehrere Verwandte von Patienten mit dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom hätten sich geweigert, für längere Zeit isoliert zu werden. Thailand meldete unterdessen den zweiten Todesfall durch die Lungenseuche. Insgesamt sind dort sechs Krankheitsfälle bekannt.

China erlaubt WHO-Team SARS-Untersuchung

Angesichts von neun SARS-Todesopfern allein in der chinesischen Provinz Guangdong hat China Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erlaubt, sich dort selbst ein Bild von der Lage zu machen. Das teilte WHO-Sprecher Chris Powell am Mittwoch in Peking mit. Powell sagte, auf Grund der bisher nur mündlich ausgesprochenen Einladung könnte sich die WHO aus erster Hand selbst über die Lage in der Region informieren, von der sich vermutlich die schwere Lungenkrankheit weltweit ausbreitete.

Weltweit 75 Todesopfer

In der chinesischen Provinz Guangdong (Kanton) sind im März neun Menschen an der Lungenkrankheit SARS gestorben. Das teilte die Provinzregierung am Mittwoch mit. Damit erlagen bislang weltweit 75 Personen dem Schweren Akuten Atemwegsyndrom (SARS), allein 43 davon auf dem chinesischen Festland und 16 in Hongkong. Die Krankheit hat sich - offenbar von Guangdong aus - in mehr als ein Dutzend Länder ausgebreitet.

Die Provinzregierung von Guangdong erklärte, im März seien 361 neue Fälle von SARS registriert worden. Mehr als 500 SARS-Patienten seien im vergangenen Monat aus den Krankenhäusern entlassen worden.

Sechs Tote in Kanada

In Kanada starben zwei weitere Menschen an der mysteriösen Lungenkrankheit. Die Zahl der SARS-Toten in Kanada erhöhte sich damit auf sechs, wie die Gesundheitsbehörde der Provinz Ontario am Dienstag mitteilte. In der Millionenmetropole Toronto verhängten die Behörden wegen der Krankheit zu Wochenbeginn den Gesundheitsnotstand.

Entwarnung für Insassen eines aus Tokio kommenden amerikanischen Flugzeugs

Als unbegründet erwies sich unterdessen der Verdacht auf SARS an Bord eines aus Tokio kommenden amerikanischen Flugzeuges. Keiner der fünf Insassen, die entsprechende Symptome zeigten, ist an der Lungenseuche erkrankt. Die Maschine der US-Gesellschaft American Airlines war am Dienstag auf dem Flughafen von San Jose in Kalifornien vorübergehend unter Quarantäne gestellt worden.

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