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Epidemie: SARS: weltweit schon 100 Tote

Die Lungenkrankheit SARS hat weltweit bislang mindestens 100 Menschen das Leben gekostet. In China, Hongkong, Singapur und Kanada wurden neue Todesfälle bekannt.

Forscher weiterhin um Identifizierung des Virus bemüht

Die Lungenkrankheit SARS hat weltweit bislang mindestens 100 Menschen das Leben gekostet. In China, Hongkong, Singapur und Kanada wurden am Montag neue Todesfälle bekannt. Peking räumte ein, dass sich die Fälle über mehr Provinzen verteilten, als bislang berichtet. Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bemühten sich in der südchinesischen Provinz Guangdong (Kanton) weiter um eine Identifizierung des SARS-Virus, das möglicherweise von Tieren stammen könnte.

Das chinesische Fernsehen vermeldete unter Berufung auf das Gesundheitsministerium den 53. Todesfall in der Volksrepublik. Allein in der Provinz Guangdong seien bislang 43 Menschen dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom erlegen. In Hongkong, wo schon mehr als 880 Menschen erkrankt sind, gab es in der Nacht zum Montag ein 23. Todesopfer, eine 78-jährige Frau. Die Hongkonger Gesundheitsbehörden bemühten sich um eine Ausweitung der Versorgungskapazitäten. Bis Ende des Monats sollen die Krankenhäuser demnach in der Lage sein, bis zu 3.000 Infizierte auf einmal aufzunehmen - doppelt so viele wie zurzeit.

Singapur erwägt totale Kontrolle von Quarantäne-Patienten

Singapur meldete am Montag zwei weitere SARS-Todesfälle. Damit stieg die Opferzahl in dem Stadtstaat auf acht. Die Behörden erwägen derzeit zur Kontrolle von Menschen unter Quarantäne Internet-Kameras in ihren Wohnungen zu installieren.

Gesundheitsbehörden in Toronto teilten mit, das neunte SARS-Opfer in Kanada sei am 1. April gestorben. Man sei zunächst aber von einer anderen Todesursache ausgegangen. In Kanada sind bislang die meisten SARS-Fälle außerhalb Asiens aufgetreten. Weltweit sind inzwischen rund 2.400 Menschen an SARS erkrankt.

EU plant zentrale Behörde zur Seuchenbekämpfung

Unterdessen wurde in Spanien der erste SARS-Fall bestätigt. Der 31 Jahre alte Mann habe sich wieder erholt und werde das Krankenhaus in den kommenden Tagen wieder verlassen können, teilten die Behörden mit. Der Patient habe vergangenen Monat Hongkong und China besucht.

Auch Frankreich meldete am Montag zwei bestätigte Fälle von SARS. Bei den Erkrankten handelt es sich um einen Arzt, der in einem Krankenhaus in Hanoi gearbeitet hatte, sowie eine Person, die mit ihm im Flugzeug saß. Inzwischen wurde erstmals auch ein Verdachtsfall in der Karibik bekannt: Nach Angaben der Behörden in Puerto Rico wurde ein Mann mit Symptomen von SARS in ein Krankenhaus eingeliefert.

EU-Verbraucherschutzkommissar David Byrne kündigte vor dem Europäischen Parlament an, innerhalb von zwei Jahren eine zentrale Behörde zur Eindämmung von Krankheiten und Seuchen einrichten zu wollen. Diese Behörde soll vor allem vorbeugend tätig werden und die Gesundheitsbehörden und Laboratorien der Länder der EU koordinieren.

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