Fisch Fish & Tipps


Wie gesund ist Fisch? - Welche Arten müssen wir schonen? - So erkennt man frische Ware - Das Wichtigste über Muscheln.

Warum ist Seefisch so gesund?

Vor allem, weil er viel Jod, das knappe Vitamin D und so genannte Omega-3- Fettsäuren enthält, die helfen, Herz- Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Außerdem besteht er zu 15 bis 20 Prozent aus Eiweiß mit besonders vielen wichtigen Aminosäuren.

Wie wichtig ist das Jod im Fisch?

Der Körper braucht Jod für die Funktion der Schilddrüse, deren Hormone den Stoffwechsel beeinflussen. Erhält die Schilddrüse zu wenig Jod, gleicht sie den Mangel durch übermäßiges Wachstum aus, und es entsteht ein Kropf. Experten empfehlen, regelmäßig Jod-Salz zu benutzen und mindestens zweimal in der Woche Seefisch zu essen.

Enthält Seefisch viele Schadstoffe?

Weil immer noch ungeklärte Abwässer ins Meer gelangen, ist Seefisch belastet - mit Schwermetallen wie Blei und Cadmium sowie mit Rückständen aus Pflanzenschutzmitteln. Auch das hochgiftige Dioxin findet sich noch in Meerestieren. Insgesamt liegt die Belastung mit Umweltgiften aber unterhalb der gesetzlichen Höchstgrenzen, Ernährungswissenschaftler befürworten häufiges Fischessen (s. oben). Ausnahme: Schwangere sollten wegen der Gefahr von Parasiten auf rohen Fisch und Meeresfrüchte verzichten und die in Einzelfällen stärker quecksilberbelasteten Sorten Aal, Hai, Heilbutt, Schwertfisch und Tunfisch generell meiden.

Ist es angesichts der Überfischung bei vielen Arten vertretbar, Meeresfisch zu essen?

Ja - zumal Überfischung in der Regel nicht heißt, dass eine Art vom Aussterben bedroht ist, sondern dass sie zu rar wird, um sie ökonomisch zu verwerten. Dieselbe Art kann in einem Fanggebiet bedroht sein, in einem anderen hingegen nicht. Wer Fisch isst, sollte sich über die Bestände informieren (siehe Tabelle auf Seite 20). Viele Fangmethoden sind bedenklich - weil sie Jungfische nicht entkommen lassen oder weil sie Tiere in Mitleidenschaft ziehen, die gar nicht gefischt werden sollen, wie etwa Delfine und Schildkröten. Das gilt insbesondere für den Einsatz von Treibnetzen und Langleinen.

Sind Zuchtfische für Umweltbewusste eine Alternative?

Nur mit Einschränkungen. Die besonders beliebten Forellen und Lachse sind Raubfische und müssen deshalb mit tierischer Nahrung verpflegt werden - die oft extra für die Produktion von Fisch-Pellets im Meer gefangen wird. Tiermehl von Warmblütern, etwa Rindern, wie noch vor Dezember vergangenen Jahres erlaubt, dürfen die Fisch-Pellets inzwischen nicht mehr enthalten; allerdings gehen Wissenschaftler davon aus, dass Fische ohnehin kein BSE bekommen. Es gibt inzwischen sogar einzelne Betriebe, die nur aus Fischabfällen gewonnenes Futter anbieten: fünf Forellen- beziehungsweise Karpfenzüchter sowie eine irische Lachszucht, die von "Naturland" zertifiziert wurden. Ganz ohne Seefischfutter gedeihen Karpfen. Sie ernähren sich von Wasserflöhen und anderen Kleintieren, im Sommer bekommen sie zusätzlich Getreide.

Enthalten Zuchtfische weniger Schadstoffe als Meeresfische?

Wenn sie in sauberem Wasser gehalten werden, sind Fische aus Karpfenteichen (auch Welse, Hechte, Zander und Schleien) deutlich weniger belastet als Fische aus dem Meer. Forellen und Lachse, die mit Seefisch-Produkten gemästet werden, speichern jedoch die Schadstoffe aus ihrem Futter.

Wie sieht es mit Antibiotika aus?

Das ist von Fischart zu Fischart unterschiedlich. Bei Forellen etwa werden Antibiotika nicht als Leistungsförderer eingesetzt (weil sie nichts nützen), wohl aber als Medikament. Bei Zuchtlachs wurden sie noch vor zehn Jahren im großen Stil verabreicht. Seither haben die Züchter ihren Antibiotikaverbrauch drastisch zurückgefahren und geben ihren Fischen deutlich mehr Platz als früher, damit sich Seuchen nicht so leicht ausbreiten können.

Warum ist der Lachs rot?

Wilder Pazifiklachs ist rot, weil er sich besonders von Garnelen und anderen Krebsen ernährt, die einen roten Farbstoff enthalten. Zuchtlachsen wird derselbe (allerdings synthetisch hergestellte) Farbstoff ins Futter gemischt. Wilder Lachs aus Ostsee und Atlantik (Salmo salar) ist eher gelblich.

Welcher Fisch kann Fadenwürmer enthalten?

Fadenwürmer (Nematoden) sind Parasiten, die vor allem Seefische mit ihrer Nahrung aufnehmen. Die Larven sammeln sich besonders im Magen-Darmtrakt und in den Bauchlappen der Fische - die deshalb frühzeitig und sorgfältig ausgenommen werden müssen. Bei der Herstellung von Dosen- und Tiefkühlfisch werden die Fischwürmer abgetötet. Auch das Kochen und Braten macht ihnen den Garaus. Aufpassen muss man hingegen bei rohem Fisch wie etwa in Sushi-Happen.

Was ist eine Fischvergiftung?

Es gibt zwei Arten von Fischvergiftung. Zu der einen kommt es, wenn Fisch schlecht wird und sich darin Histamine bilden. Sie führen zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Atemnot; es sollte ein Arzt aufgesucht werden. Die zweite Variante der Fischvergiftung ist weitaus gefährlicher. Sie kann auftreten, wenn an sich harmlose Speisefische nach dem Genuss toxischer Algen giftig geworden sind. Das geschieht vor allem in der Karibik, im Indischen und Pazifischen Ozean; besonders riskante Fischarten sind Makrelen, Snapper und Barsche. Kommt es bis zu 30 Stunden nach dem Verzehr solcher Fische zu Taubheitsgefühlen, Erbrechen und Muskelkrämpfen, muss sofort ein Arzt gerufen werden; die Vergiftung führt in sieben Prozent der Fälle zum Tod.

Woran erkennt man frische Muscheln?

Um auch außerhalb des Meeres noch einige Tage zu leben, braucht die Muschel das Wasser, das sich zwischen ihren Schalen befindet. Wenn diese nicht mehr fest geschlossen sind und das Wasser ausläuft, stirbt die Muschel bald und wird ungenießbar. Muscheln, die beim Kauf bereits offen sind, und Muscheln, die sich beim Kochen nicht öffnen, dürfen nicht verzehrt werden.

Wie belastet sind Muscheln?

Ziemlich stark. Muscheln sind kleine Kläranlagen, sie filtern über ihre Kiemen einzellige Algen, aber auch Abfallstoffe aus dem Wasser. Eine kleine Miesmuschel kann in der Stunde zwei Liter Wasser säubern, eine ausgewachsene Auster sogar bis zu 37 Liter. Da sich dabei Schadstoffe in der Muschel ansammeln, können Exemplare aus stark verschmutzten Gewässern sehr hohe Cadmium- und Quecksilberkonzentrationen aufweisen. Allerdings werden die Muscheln aus allen großen Herkunftsregionen der EU regelmäßig auf Giftstoffe untersucht. Gefährlich hoch belastete Ware darf nicht verkauft werden.

Wie kann es dann doch zu einer Muschelvergiftung kommen?

Die entsteht wie eine Fischvergiftung entweder durch verdorbene Ware oder durch Tiere, die sich von toxischen Algen ernährt haben. Algenvergiftete Muscheln gibt es auch in Europa - wobei Deutschland aber über einen Algenwarndienst verfügt, der es eher unwahrscheinlich macht, dass derart vergiftete Ware in den Handel gelangt.

Wann kann man Muscheln am besten essen?

In der kalten Jahreszeit von September bis April. Erstens wachsen dann keine toxischen Mikroalgen, die die Muscheln vergiften könnten. Zweitens besteht im Winter kaum ein Risiko, dass die Muschel durch Wärme verdirbt.

Wie gesund sind Austern?

Sie sind mit Abstand die ergiebigste Quelle für Zink, auch Selen enthalten sie in einem hohen Maße. Man isst Austern in der Regel roh, also lebend. Sie werden kurz vor dem Anrichten mit einem Spezialmesser geöffnet, mit Zitronensaft beträufelt und dann aus der Schale "geschlürft".

Woran erkenne ich frischen Fisch?

Wer im Laden den ganzen Fisch zu sehen bekommt, sollte auf blanke, nach außen gewölbte Augen und helles, elastisches Fleisch achten. Frische Süßwasserfische sind von einer wasserklaren Schleimschicht umgeben, die Kiemen müssen hellrot sein. Wer den Fisch bereits filetiert kauft, hat es schwerer. Nur der Fischhändler weiß genau, ob er eingeflogene, teure E-Ware anbietet oder die Standard-Qualität A, die meist drei bis zehn Tage alt ist. Oder gar billigen B-Fisch, der vielleicht schon 14 Tage im Schiff auf Eis gelegen hat, ehe er an Land kam. Am besten machen Kunden den Schnuppertest. Frischer Fisch riecht nicht, erst ab dem fünften Tag entwickelt sich der typische Geruch.

Wann ist ein Fisch schlecht?

Fisch verdirbt schnell - wenn er nicht ständig auf Eis gelagert wird, setzt schon kurz nach dem Fang der Fäulnisprozess ein. Das Fleisch wird dann weich, die Kiemen färben sich dunkelrot bis bräunlich, die Augen fallen ein, bei Süßwasserfisch verschwindet die Schleimschicht. Und der Fisch beginnt zu stinken.

Was heißt fangfrisch?

Kein Gesetz schreibt vor, wie frisch "frischer" Fisch sein muss. Aber wer glaubt, dass die "fangfrische" Seezunge im Restaurant gerade vier Stunden aus dem Wasser ist, liegt mit einiger Sicherheit falsch. Auch an der Küste bekommt man übrigens nicht unbedingt frischeren Fisch als im Binnenland. Händler, die ihre Ware von Island nach Bayern einfliegen lassen, können manchmal Frischeres anbieten als Kollegen im Norden, die über die üblichen Handelswege einkaufen.

Was ist mit tiefgefrorenem Fisch?

Fisch aus der Tiefkühltruhe muss ständig bei minus 18 Grad gehalten werden. Steigt die Temperatur längere Zeit um mehr als drei Grad, kann der Fisch verderben. Sinkt die Temperatur länger unter minus 18 Grad, verliert der Fisch ebenfalls an Qualität. Aufgetauter Fisch muss immer rasch verbraucht werden. Gute Tiefkühlware erkennt man daran, dass sie mild schmeckt und nicht "fischig" riecht. Wichtig: Immer auf die Lagerungshinweise und das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung achten. Und: Tiefgefrorener Fisch sollte immer langsam im Kühlschrank aufgetaut werden.

Wie gut ist Fisch aus der Dose?

Konservenfisch ist an sich so gut wie frischer Fisch, denn durch die Hitzesterilisation gehen die Nährstoffe nicht verloren. Das Problem sind die Soßen und Marinaden, in denen Bismarckheringe und Tunfische eingelegt werden. Sie sind häufig sehr fettig, müssen angedickt und konserviert werden und laugen obendrein die Vitamine aus dem Fisch. Das Endprodukt ist ernährungsphysiologisch bei weitem nicht so wertvoll wie das Ausgangsprodukt.

Wie bereite ich Fisch zu?

Als die Kühlkette noch nicht lückenlos war und der Fisch im Binnenland schon etwas riechen konnte, galt die "3-S-Regel": säubern, säuern, salzen. Heute kann auf das geruchsneutralisierende Säuern verzichtet werden. Den Fisch mit Wasser säubern und bei der Zubereitung salzen, das reicht.

Wie nehme ich einen Fisch aus?

Zuerst Kopf, Schwanz und Flossen abtrennen. Soll die Haut mitgegessen werden, schuppt man sie mit einem Messerrücken vom hinten nach vorn. Zum Ausnehmen einen Schnitt vom Darmende in Kopfrichtung machen und die Innereien vorsichtig herausnehmen. Außerdem kann der Fisch filetiert werden, das heißt, man löst die Filets vom Rückgrat und von den Brustgräten.

Wie bewahre ich Fisch am besten auf?

Auf jeden Fall kühl und nicht zu lange. Frischer Fisch sollte noch am selben Tag zubereitet werden. Er hält sich im Kühlschrank nie länger als zwei Tage. Dort legt man ihn am besten auf eine umgestülpte Untertasse in eine Glasschüssel und deckt diese mit Klarsichtfolie ab. So sammelt sich eventuell austretende Flüssigkeit am Boden der Schüssel, und der Fisch liegt trocken. Soll der Fisch eingefroren werden, muss man ihn sofort nach Kauf waschen, ausnehmen und verpacken. Tiefgefrorener Fisch hält sich bis zu fünf Monate.

Marion Schmidt

Sind Bio-Forellen besser?

Kann man "glücklicheer" Fische finden? Eine gesetzliche Grundlage für die Bezeichnung "Bio" gibt es für Zuchtfische noch nicht. Die Europäische Kommission brütet seit Jahren über Richtlinien für Aquakulturen.

Eigene Richtlinien hat sich der vor 20 Jahren gegründete Naturlandverband gemacht. Züchter, die ihre Fische nach diesen Vorschriften "ökologisch" aufziehen, verwenden das "Naturland"-Zeichen. Es schreibt Forellenzüchtern unter anderem vor, woher die Jungfische stammen sollen und welches Futter richtig ist.

Helmut Wedekind, Fischforscher vom Berliner Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei sieht in den Naturland-Richtlinien nichts Besonderes: "Solchen Basisbedingungen entsprechen die meisten Forellenzuchtbetriebe ohnehin." Dem Wissenschaftler fehlt es an Fakten. So steht in den Naturland-Richtlinien nicht, wie wieviele Fische pro Kubikmeter Wasser höchstens gehalten werden dürfen. Empört ist er über das Verbot der Belüftung. "Sorgt ein Naturland-Betrieb in warmen Sommermonaten nicht für eine gute Belüftung des Wassers," sagt der Wissenschaftler," müssen die Fische leiden. Das verstösst gegen den Tierschutz!"

Der Stuttgarter Fischereibiologe und Forellenexperte Thijlbert Strubelt kritisiert das Naturland-Verbot von Betonbecken. "Die Leute verstehen nichts von Forellen, sonst wüssten sie, dass diese Fische in der Natur in felsigen Bächen mit Kiesgrund leben. Die schlammigen Böden der von ihnen verlangten naturnahen Becken bekommen den Tieren nicht. In Betonbecken mit guter Strömung fühlen sie sich wohler."

Wie viele Forellen pro Kubikmeter Wasser gehalten werden sollten, darüber gehen die Meinungen auseinander. Die Umweltbedingungen spielen dabei eine Rolle. Jungforellen sind Schwarmfische und tolerieren daher Nachbarfische, erst bei älteren Tieren gibt es Rangkämpfe. Sind zu wenige Tiere beisammen beginnen die Rangkämpfe schon unter jungen Fischen. Die "optimale Besatzdichte" erkennt man ? so die Experten - am "Komfort-Verhalten", also daran, ob sich die Tiere sichtlich wohlfühlen. Sehen können das aber wohl nur von Fachleuten.

Der Einsatz von Antibiotika lohnt bei der Fischzucht nicht. So genannte Leistungsförderer, also gering dosierte Antibiotikazusätze im Futter, wie sie bei Landtieren noch immer üblich sind, gibt es für Fische nicht. Sie würden dem Züchter nichts nützen. Forellen wachsen davon nicht besser, sondern schlechter. Die Bestimmungen zur Verwendung von Medikamenten sind ausgesprochen streng, selbst Kochsalz als Mittel gegen Parasiten muss unter tierärztlicher Aufsicht verwendet werden. Gegen bakterielle Erkrankungen werden Forellen von manchen Züchtern geimpft. Nach Meinung von Experten haben Forellenzüchter durch den kriminellem Einsatz von Medikamenten nichts zu gewinnen. Deshalb sei Missbrauch unwahrscheinlich.

Woran man gute Fischzucht-Betriebe erkennt

Mancher vertrauenswürdige Züchter scheut den Papierkrieg mit der europäischen Bürokratie und besitzt allein deshalb das "Seuchenfrei-Prädikat" nicht. Es lohnt, sich von der Qualität der Fische vor Ort zu überzeugen.

- Zuchtbetriebe in der Nähe suchen. Fischereiverbände und Berufsfischerverbände nennen die Adressen der nächstgelegenen Betriebe.

- Hinfahren und gucken. 80 Prozent aller Betriebe verkaufen direkt. Nur bei Züchtern kaufen, nicht bei Leuten, die sich in Dänemark oder Italien mit Forellen eindecken, sie lebend über 1000 km transportieren und in Lager-Behältern halten.

- Gute Züchter zeigen ihre Anlage gern. Schlammhaltige Becken und stilles Wasser deuten auf schlechte Bedingungen für die Tiere.

- Nach Reinigungsanlagen für das Ablaufwasser fragen. Gut reinigen Siebtrommelfilter mit feiner Bespannung ? und Karpfenteiche. Bei anständigen Anlagen ist das ablaufende Wasser nur wenig schlechter als das hineinfliessende.

- Auf das Verhalten der Fische achten. Werden sie nicht artgerecht gehalten, reagieren sie schreckhaft, haben eine tiefdunkle Färbung und so genannte "Schwächeparasiten", die man an Flecken auf der Haut erkennt. Leben zuviele Forellen auf engem Raum, sieht man Tiere mit verletzten Flossen.

- Gute Züchter holen die Tiere stressfrei aus den Becken und lassen sie vor dem Schlachten erst wieder zur Ruhe kommen.

- Eine Forelle muß frisch und "sauber" schmecken. Muffige Geschmacksnoten deuten auf falsche Haltung oder Fütterung der Fische.

Suchen Sie "seuchenfreie" Betriebe. Schlampig geführte Zuchtbetriebe werden häufiger als andere von Virus-Seuchen befallen, denn gestresste Tiere erkranken schnell. Wer nach Zuchtfischen aus artgerechter Haltung und sauberer Aufzucht sucht, muss sich nicht auf ein Bio-Label verlassen, auch die amtlich vergebene Bezeichnung "seuchenfreier Betrieb" sind eine gute Empfehlung. Den Titel verleiht die Europäische Kommission Aquakulturen, die als vorbildlich geführt gelten, weil ein Fischzüchter, der Viruserkrankungen von seinen Tieren fernhalten möchte, für optimale Lebensbedingungen sorgen muss. Nur "glückliche" Fische besitzen genügend Abwehrkräfte gegen diese Krankheitserreger. Fischseuchen sind nicht auf den Menschen übertragbar, trotzdem werden im Krankheitsfall alle Fische getötet. Gegen Viren hilft kein Medikament. Bevor ein Betrieb von den Euro-Behörden als "seuchenfrei" anerkannt wird, steht er längere Zeit unter der Kontrolle von Fachtierärzten des staatlichen Gesundheitsdiensts.

Fischvielfalt ist sinnvoll

Teichwirtschaft, Forellenzucht und die Zucht von Edelfischen läuft heute in etlichen Betrieben parallel. Das macht nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch Sinn. Denn das nährstoffreichere Ablaufwasser der Forellenzuchtbecken wird in die Karpfenteiche geleitet und dort biologisch geklärt. Auch wenn die Teiche oft trüb und schlammig wirken, das Wasser verlässt sie ? ökologisch gesehen ? sauberer, als es hineingeleitet wird. Karpfenteiche gelten unter Umweltschützern als ähnlich positiv wie extensive Weidewirtschaft zu Lande. In Teichen wachsen Karpfen, Welse, Schleie, Hechte und Zander gemeinsam heran. Die Fische leben dort wie in der Natur von Wasserflöhen und Kleintieren. Nur in den Sommermonaten wird Getreide zugefüttert.

Betriebe mit Arten-Vielfalt

Peitzer Edelfischhandels GmbH Hüttenwerk 1. 03185 Peitz, 035601-3440 Teichwirtschaft seit 450 Jahren, sehr erfahren in der Fischzucht. Aus Teichen stammen Karpfen, Welse, Schlei, Hecht und Zander. In den Sommermonaten wird Roggen zugefüttert. Gezüchtet werden außerdem Bachsaiblinge, Regenbogen- und Bachforellen, Störe. Diese Fische werden mit handelsüblichem Futter ernährt. (Fischmehl und Fischöl)

Fischzucht ADM Siebenbrunn An der Breitenfelder Str. Ortsteil Siebenbrunn 08258 Markneukirchen In drei großen Nutzfischteichen werden Regenbogen- und Lachsforellen, Karpfen, Schleie, Bachsaibling, Wels, Stöhr und Aal aufgezogen. Die Fische werden extensiv gehalten. Der Betrieb wirtschaftet nach den Richtlinien des Sächsischen Landesfischereiverbands. Verkauf ab Teich. Beliefert nach Absprache

Forellenzucht Alt-Schwerin Kastanienallee 20a 17214 Alt-Schwerin Tel.: 039932/49905 Fax.: 039932/42078 www.fischerei-alt-schwerin.de Der in der stern-Reportage vorgestellte Betrieb züchtet nicht nur Forellen, sondern fischt auch mit Stellnetzen und Reusen auf Seen. Liefert Forellen, Aale ,Saiblinge , Karpfen und Rotaugen, während der Fangsaison Hechte, auf Wunsch auch lebend.

Warum Flusskrebse nur noch in Zucht überleben

Amerikanische Krebse (z.B. Signalkrebse und Kamberkrebse) schleppten zu Beginn des Jahrhunderts die so genannte Krebspest, eine Pilzerkrankung nach Europa ein. Unsere einheimischen, sehr wohlschmeckenden Flusskrebse (heute offiziell: Edelkrebse) erkrankten. In natürlichen Gewässern sind sie seither ausgestorben. An wenigen Stellen werden sie mit hohem Aufwand wieder gezüchtet. Edelkrebse wandern in den Kochtopf, wenn sie zwischen 80 und 120 Gramm wiegen. Sie kosten etwa 80 Mark pro Kilo (Das sind im Schnitt etwa 10 Stück). Häufiger als edle einheimische Krebse werden amerikanische Signalkrebse gezüchtet, die weniger gut schmecken und weniger kosten. Sie bilden ein dauerndes Risiko für die Gewässer. Die US-Krebse erkranken nicht, können aber die Krankheitserrreger (Pilzsporen der Krebspest) verbreiten.

Einheimische Edelkrebse Erste Bayerische Satzkrebszucht Dr. Max Keller Werner-Haas-Str. 12 86153 Augsburg, Tel.:0821/91477 od. 703026 Zuchtlachs mit Ökosiegel

Bundesweit vertrieben werden Produkte von Clare Island Seafarm, einem ökologisch und tierschutzgerecht arbeitenden Lachszuchtbetrieb in Irland. Größter Vorzug gegenüber der konventionellen Lachszucht: In Bio-Betrieben wird nur Fischmehl verfüttert, das aus Abfällen von wildlebenden Speisefischen stammt. So sollen Fischbestände geschont werden, die von den Fangflotten der Fischmehlindustrie bereits erheblich dezimiert worden sind. Naturkostläden mit Kühltheke sowie Supermärkte der Rewe-Gruppe verkaufen diesen Öko- Lachs mit Naturland-Zeichen. Er wird unter mehreren Markennamen angeboten:

Ocean King Bio-Lachs St. Patrick Bio-Lachs Aran Atlantik Bio-Lachs

Weitere Adressen für irischen Bio-Lachs:

Meeres-Spezialitäten Rolf Schekerka Hochkamp 14 a 21244 Buchholz Tel. (0 41 81) 35 24 2 Fax (0 41 81) 30 77 1 Gibt die Adresse eines Händlers in der Nähe des Kunden weiter

Fischhaus Rammsee Mielkendorfer Weg 17 24113 Molfsee Tel. 0431-650718 Fax. 0431-658109

Aran Salmon Feinkost GmbH Amsterdamer Str. 33 50259 Puhlheim-Stommeln Tel. 02238-922146 Fax 02238-922147

Feinfischräucherei Josef Wechsler Wildweg 6 50374 Ertstadt Tel. 02235-6018 Fax. 02235-71118

Laschinger GmbH Birkenthal 8 94253 Bischofsmais Tel. 09920/9400-0 Fax. 09920/940023

Seuchenfreie Fischzuchtbetriebe

Im Amtsblatt der Europäischen Kommission wurden Betriebe aus den fünf Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen bekannt gegeben

Bayern Forellenzuchtbetrieb Juraquell Peter Gerstner Im Seegrund 1 97332 Volkach Tel.: 09381/1079 www.fischzucht-gerstner.de

Fischzucht Wildbad Werner Ruf 86925 Fuchstal-Leeder Tel.: 08243/3766

Satzfischzucht Karl Rogg Egelseer Str. 4 87751 Heimertingen Tel.: 08335/363

Baden-Württemberg

Forellenzucht Reinhard Lenz 64759 Sensbachtal Tel.: 06068/1016 Fax: 06068/912263

Forellenuzcht Sohnius Heribert Wolf Engental 22 72160 Horb-Diessen Tel.: 07482/453

Forellenzucht Lohmühle Joachim Schindler Am Lohmühlenbach 88 72275 Alpirsbach Tel.: 07444/3373 Fax: 07444/916549

Forellenzucht Walter Dietmayer Neckedntalstr. 5 72501 Gammertingen Tel.: 07574/2268

Forellenzucht Erwin Steinhart 73312 Geislingen/St. Tel.: 07331/45129

Forellenzucht Hans Fischböck Heidenheimer Str. 130 73447 Oberkochen Tel: 07364/8173

Fischzucht im Gänsebrunnen Andreas Zordel 75305 Neuenbürg

Forellenzucht Hans Klaiber Rathausweg 7 75337 Enzklösterle Tel.: 07085/7431 Fax: 07085/1726

Wilhelm Drafehn Haslach 19 A 77960 Seelbach 07683/909159

Hofer Forellen Stuttgarter Str. 66 78727 Aistaig/Oberndorf Tel.: 07423/2272 Fax: 07423/3757

Alfred Tröndle Tiefenstein/Unteralpfen 79774 Albbruck Tel.: 07755/258


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