HOME

Hamburger Stadtteil Veddel: Früher gab es nur eine Ärztin für 4700 Einwohner – dann kam die Poliklinik

Auf der Hamburger Veddel musste eine Hausärztin rund 4700 Menschen versorgen. Nun arbeitet hier ein Team von Ärzten, Sozialarbeitern und Psychologen für Solidarität und eine bessere medizinische Versorgung. Ein Vorbild auch für andere Regionen?

Von Andreas Beerlage

Poliklinik auf der Hamburger Veddel

Ole Bonnemeier praktiziert als Hausarzt in der Poliklinik. Sprechstunde ist montags bis freitags. 

STERN

Hausarzt Jan Kaiser, 33, schaut in seinen Becher: Ist das Tee, oder soll das Kaffee sein? Aus den Lautsprechern der Praxis im Hamburger Stadtteil Veddel dringt an diesem Mittwochvormittag "Riot on an Empty Street" von den Kings of Convenience, entspannte Musik der frühen 2000er Jahre. Die Poliklinik befindet sich in einem kleinen Rotklinkerbau, es herrscht Leere im Wartebereich, die Stühle an den Bistrotischen und die beiden roten Stoffsofas sind verwaist. "Ungewöhnlich ruhig", sagt der Arzt. Leerlauf im deutschen Gesundheitssystem – dass es so etwas noch gibt!

Bis zur Eröffnung der Poliklinik Anfang 2017 galt "die Veddel", wie die Hamburger diesen Stadtteil nennen, als medizinisch chronisch unterversorgt. So kümmerte sich beispielsweise seit 2011 nur noch eine Ärztin um die rund 4700 Einwohner. Alle anderen Mediziner waren im Laufe der Jahre weggezogen. Die Veddeler zählen zu den ärmsten Hamburgern. Mittellose Patienten jedoch gelten als wenig attraktive Kunden. Der Ärztebedarf wird pauschal für ganz Hamburg geplant, da lassen sich viele Mediziner lieber in reicheren Hamburger Vierteln nieder. Und so entstanden in der insgesamt eher als überversorgt angesehenen Hansestadt in ihren sozial schwächeren Stadtteilen erhebliche Versorgungslücken.

Poliklinik auf der Hamburger Veddel

Viel Lärm, viel Dreck: Der Hamburger Stadtteil Veddel liegt auf den drei Elbinseln Peute, Wilhelmsburg und Veddel. 4700 Einwohner leben hier auf engem Raum zwischen Autobahn, Bahntrasse, dem Hafen und einer Kupferhütte.

Jan Kaiser hält den ungleichen Zugang zu Ärzten und Behandlungsmöglichkeiten für soziale Ungerechtigkeit. Der Arzt, der als Arbeitskleidung nur Jeans, T-Shirt und Turnschuhe benötigt, hat seine Facharztausbildung zum Allgemeinmediziner in Hamburg-Wilhelmsburg gemacht, erzählt er. In seiner Freizeit sei er "linkspolitisch unterwegs". Als sich die Türen zum Sprechzimmer dann schließlich öffnen, beginnen in der Poliklinik die Routinen einer ganz normalen Arztpraxis: Eine Patientin mit Termin kommt herein, dann ein Mann, der auf seine Frau wartet, damit diese dolmetschen kann. Wenig später ein weher Bauch, akut. Ein älterer Herr mit Seemannsmütze und Tattoo macht einen Termin für die kommende Woche. Das Telefon klingelt im Minutentakt. Und doch ist diese Praxis ganz anders als andere: Sie ist ein linkes Projekt, basisdemokratisch organisiert. Ein Kollektiv, in dem man sich um gerechte Löhne bemüht. Die Einkommen aller Berufsgruppen sollen einander angeglichen werden. Dann sind da noch viele ehrenamtliche Helfer sowie jene, die beides kombinieren – 20 Stunden fest in Teilzeit plus weitere Stunden ehrenamtlich in diversen Arbeitsgruppen.

So oder so sind sie ausgezogen, um zu ändern, was der Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert anprangert: "Arm sein bedeutet in unserem Land, früher zu sterben." Laut Gesundheitsbericht der Bundesregierung von 2015 werden die reichsten männlichen Deutschen im Schnitt fast elf Jahre älter als die ärmsten. Bei Frauen sind es mehr als acht Jahre Unterschied. "Die Versorgung in Hamburg ist ungerecht verteilt, die Veddel verdient Besseres. Deshalb sind wir hier", sagt Philipp Dickel, 38, während eines Gangs durchs Viertel. Er arbeitet als Arzt in Teilzeit an einer Hamburger Drogenhilfe-Einrichtung, für die Poliklinik ist er als "Außenminister" unterwegs, um für das Projekt zu werben. Ende des 19. Jahrhunderts stand hier eine "Gartenstadt", erzählt Dickel. Die wurde ab 1928 abgerissen, eine moderne Arbeitersiedlung hochgezogen, mit langen Straßenzügen in Backstein: "Ein lebendiges Arbeiterviertel, bis in die 1970er Jahre hinein, mit Wochenmarkt und vielen Kneipen", erzählt er.

Kranke Verhältnisse

Irgendwann jedoch kippte die Veddel. Wer konnte, zog weg. Arbeiter gingen, Arbeitslose blieben. Läden machten dicht, der Wochenmarkt verschwand, die Apotheke schloss. Die Veddel wurde zu einem Stadtteil mit Stigma. Und steht laut Hamburger "Gesundheitsatlas" besonders schlecht da, sagt Dickel. "Bei einer Mutter mit drei Kindern in einer Einzimmerwohnung, die abhängig ist von Sozialleistungen – da brauche ich keine wissenschaftliche Studie, um zu verstehen, dass die Sorge, die sie hat, ihr chronischen Stress macht. Und dass solche Verhältnisse letzten Endes krank machen."

Poliklinik auf der Hamburger Veddel

Fast alle Patienten plagt mehr als ein Problem – deshalb arbeiten Ole Bonnemeier, Arzt, und Madeleine Does, Sozialarbeiterin, eng zusammen.

Eine Erkenntnis, die in Deutschland lange Zeit eher ungern gehört wurde. Gesundheit war schließlich eine Sache des persönlichen Lebensstils und der eigenen Vorsorge: Wer nicht krank werden wolle, solle Sport treiben, sich gesund ernähren und nicht rauchen. Von den Verhältnissen war kaum die Rede. Dabei wissen Krankenkassen längst, dass etwa Präventionsmaßnahmen, die ja auf Verhaltensänderung zielen, vor allem jenen nutzen, die ohnehin schon gesund leben. So würden die Armen doppelt stigmatisiert, sagt Dickel: "Wenn man unter Bedingungen lebt, die stressig sind, weil man zu wenig Geld hat, dann ist doch die Veränderung des Lebensstils besonders schwierig." Weil Arme kränker sind, müssten ärmere Viertel nicht nur gleich gut versorgt werden wie reiche, sondern besser, findet er.

Eine angemessene Versorgung für die Veddel zu sichern – dafür sei die Poliklinik angetreten. Rund 25 Personen gehören zum Kreis der Mitarbeiter und Unterstützer, die Hälfte davon ist täglich oder zumindest regelmäßig vor Ort. Neben der allgemeinärztlichen Praxis, die sich Jan Kaiser mit seinem Kollegen Ole Bonnemeier teilt, wird auch sozialmedizinische und psychologische Beratung angeboten: kostenlos, vielsprachig "und mindestens genauso wichtig wie unser ärztliches Angebot", findet Jan Kaiser. "Fast alle, die zu uns kommen, haben mehr als ein Problem. Viele fühlen sich von Behörden und deren Anforderungen gestresst", sagt Madeleine Does, 28. Die Sozialarbeiterin hilft bei Anträgen, die schon gesunde Menschen mit guten Deutschkenntnissen überfordern - etwa für Sozialhilfe, Rente, Asyl oder Duldung. Mona Wittorf, 53, von der psychologischen Beratung sagt: "Wir haben es auf der Veddel mit vielen verschiedenen Belastungen zu tun: prekäre Arbeit, Armut, Familienkonflikte und dazu Umweltbelastungen wie verschimmelte Wohnungen und Lärm. Das kann auf Dauer zu Schlafstörungen, Depressionen oder Suizidalität führen." Die Sozialpädagogin und Traumatherapeutin schätzt an der Poliklinik die kurzen Wege und den interdisziplinären Austausch. "Anderswo ist alles sehr hierarchisch, hier wollen wir gemeinsam auf Augenhöhe etwas entwickeln."

Poliklinik auf der Hamburger Veddel

Hausarzt Jan Kaiser praktiziert aus Überzeugung auf der Hamburger Veddel, wo es traditionell viele rote Arbeitersiedlungen gibt

Ärzte, Berater und wer sonst noch Lust hat, treffen sich alle zwei Wochen zum "MuZu": Bei der "multiprofessionellen Zusammenarbeit" werden die komplexen Schicksale einzelner Patienten betrachtet. Der junge Herr A. zum Beispiel, der dieses Mal im Fokus steht, nimmt die psychologische Beratung in Anspruch. Der Vater einer Tochter lebt in Trennung, was ihn belastet. Er hat Probleme mit dem Arbeitgeber, er jobbt als Aufstocker für wenig Geld in aufreibendem Schichtdienst. Herr A. ist depressiv, redet auch von Selbstmord. Multiprofessionell zu arbeiten heißt in seinem Fall auch zu schauen, ob dem Arbeitgeber rechtlich beizukommen ist, der anscheinend sittenwidrige Forderungen stellt. Und ob vielleicht eine langfristige Krankschreibung möglich wäre. Sozialberaterin Madeleine Does will sich dazu den Arbeitsvertrag anschauen. Alle sind sich einig, Herr A. sollte unbedingt davon überzeugt werden, eine Psychotherapie zu beginnen.

Poliklinik auf der Hamburger Veddel

Treffen wie das Plenum oder das "MuZu" zur multiprofessionellen Zusammenarbeit finden regelmäßig statt. Karin Wolf (Mitte) hat schon Ende der 70er Jahre ein Praxiskollektiv in Berlin mit aufgebaut.

stern

Die multiprofessionelle Zusammenarbeit der Poliklinik speist sich aus unterschiedlichen Finanzierungsquellen: Die Arztpraxis hat einen regulären Kassensitz und rechnet über die Kassenärztlichen Vereinigung ab. Hinter der Finanzierung der Sozial- und Psychoberatung wiederum steht die "Gruppe für Stadtteilgesundheit und Verhältnisprävention e. V.", die sich über Spenden und Drittmittel aus Förder- und Preisgeldern finanziert. Die verschiedenen Arbeitsgruppen der Poliklinik, die sich drängender Themen im Viertel annehmen, werden von Ehrenamtlichen organisiert.

So wie die "AG Schimmel". Viele der alten Gebäude sind feucht, die Schimmelpilze Gift für die ohnehin schon oft wegen schlechter Luft gereizten Atemwege der Bewohner. Die AG setzt sich für Renovierungen ein, bei der Wohnungsverwaltung und auch in lokalen Gremien im Stadtteil. So wird Mieterberatung zu einem Bestandteil öffentlicher Gesundheitspolitik. Manche der Aktivisten kommen aus Gesundheitsberufen, die sie als deprimierend und aufzehrend schildern. Andere arbeiten anderswo als Juristin, Politologin, Medienprofi, Sprachwissenschaftlerin. Das Kollektiv hat sich entschlossen, dem "System" mit seinem neuen Ansatz von Gesundheitsverständnis bundesweit ein gutes Vorbild zu sein. Wobei – "so neu ist das auch nicht", erzählt Karin Wolf, die als Medizinische Fachangestellte in der Poliklinik arbeitet. Die 63-Jährige hat schon Ende der 1970er Jahre in Berlin ein Praxiskollektiv mit aufgebaut: "Es ging darum, medizinische Versorgung zugänglicher und verständlicher zu machen. Jeder konnte sich einbringen mit Vorschlägen, jeder war gleich viel wert." Mitgenommen in die heutige Zeit habe sie, anders mit den Menschen umzugehen, auf Augenhöhe. Die Probleme der Patienten machten sie da "oft wütend, manchmal auch traurig".

116 117: Warum jeder Deutsche diese Telefonnummer kennen sollte

Karin Wolf ist 2016 in die Poli-Gruppe eingestiegen, doch manche, die sich in der Poliklinik engagieren, haben schon für das "Medibüro" gearbeitet, das seit 1994 medizinische Versorgung für Flüchtlinge ohne Papiere in der Hansestadt sicherstellt. Die Initiatoren waren irgendwann unzufrieden mit ihrer Position: die Lücken zu füllen, wo sich der Staat aus der Verantwortung zurückgezogen hatte. Stattdessen wollten sie selbst etwas auf die Beine stellen, nach ihren Regeln. Sie fanden die Veddel, mit ihrer Vielzahl an Problemen. Der bewohnte Teil der Insel ist ein Dreieck, dessen Grenzen man in einer halben Stunde abläuft, es sind nur etwas mehr als zwei Kilometer. Drumherum finden sich: Autobahn, ICE-Trasse, S-Bahn-Schienen, der Hafen, das Aurubis-Werk, in dem unter anderem Kupfer recycelt wird.

Engagement und Ehrenamt zehren

Viel Lärm und viel Dreck. "Wir sind da bei fast allen Werten, die in der Luft gemessen werden, dicht an den Grenzwerten. Was es bedeutet, wenn sich diese hohen Werte addieren, ist nicht belegt, man kann es aber vermuten", sagt Jan Kaiser beim wöchentlichen "Plenum". Zehn Personen sitzen mittags um den großen weißen Tisch im Dachgeschoss, haben sich Snacks in papiernen Bäckertüten und Softdrinks zur Stärkung mitgebracht. Es geht um die kommende Stadtteilversammlung. Geplant ist ein Infoangebot der Poliklinik zu Verkehr und Umwelt. Zunächst erzählen alle kurz, wie es ihnen geht – das gehört zum Protokoll. Die meisten sagen: "Eigentlich gut"; manche fügen "ein wenig müde" hinzu. Job und Ehrenamt, Engagement und Einsatz – das zehrt. Aber es liegt auch eine Form von Erschöpfungsstolz in der Luft: Wer gegen das System kämpft, darf ruhig ein bisschen müde sein.

An einem Sommerwochenende steigt die "1. Veddel-Versammlung" an der Veddeler Brückenstraße: eine kleine Bühne, ein Halbkreis aus "Themen-Tischen", dazu rund hundert Menschen. Vom Hipsterbart bis zum Kopftuch ist alles vertreten, im Durchschnitt wirkt das Publikum eher jung. Einige Männer mittleren Alters, die tagsüber an Wochentagen in den Cafés entlang der Straße sitzen und rauchen, schauen sich das bunte Treiben höchstens im Vorbeigehen an. Die Straße ist, wie so oft, total verstopft, Autofahrer versuchen, sich den Weg freizuhupen.

Poliklinik auf der Hamburger Veddel

Abhängen an der S-Bahn. Dem Viertel mangelt es an Angeboten für Menschen, die Zeit haben, aber kein Geld.

stern

Eine Aktivistin der Poliklinik moderiert die Versammlung, es fallen Schlagworte wie "Beteiligung", "Mut machen", "sich verbünden", "solidarisch". Die Initiativen stellen sich kurz vor, ein Mix typischer Veddel-Themen: die zu kleine Moschee, der Ruf nach einem Museum im ehemaligen KZ-Außenlager im Hafen, das abgerissen werden soll. Umsiedlungspläne für ganze Straßenzüge. An einem der Tische erzählt Brena Adcovic, eine Romafrau, in Italien geboren, aus Montenegro stammend, in gutem Deutsch, dass sie seit 1999 hier mit ihren vier Kindern wohnt: "Wir sind gerne hier, aber die Wohnung ist feucht und schimmelig, Regen tropft seit Jahren herein. Meine beiden Söhne haben Asthma, alle sind ständig erkältet." Tochter Rebecca hat einen eigenen Stand vorbereitet, den der "Kinder auf der Veddel". Die Elfjährige sagt ins Mikrofon: "Wir haben eine gute Nachbarschaft, aber manchmal ist es gefährlich hier, und die Polizei muss kommen." Rebecca erzählt von kaputten Zimmerwänden, von Kakerlaken – "aber Haustiere dürfen wir keine haben".

Die Moderatorin sammelt weitere Stimmen zu Schimmelbefall und sonstigen Problemen, ruft dann in die Runde: "Wer wohnt trotzdem gerne hier?" Die Mehrzahl der Hände schnellt in die Höhe, auch Brena meldet sich. Sie sagt: "Wir möchten auf der Veddel bleiben." Doch ihr Wohnblock soll abgerissen werden. Was dann komme, wisse sie nicht.

Wer sich das Stadtteilfest genauer anschaut, stellt irgendwann fest: Von den alteingesessenen Bewohnern der Elbinsel, den Arbeitern und ihren Familien, sind nur wenige gekommen – Andrea Block zum Beispiel. Die 53-Jährige lebt schon ihr ganzes Leben auf der Veddel, hat sich als Schülerin geschämt für ihre Herkunft. Die Veddel, sagt sie, "riecht an einem Tag nach Schokolade und am anderen nach Scheiße". Andrea Block leidet unter Multipler Sklerose. Seit die Poliklinik öffnete, hat sich für sie vieles vereinfacht: Praxisbesuche sind für die in ihrer Bewegung eingeschränkte Frau keine Reisen mehr. Von den Ärzten in der Poliklinik schwärmt sie, "die sind locker", sagt sie.

Solidarität auf der Veddel

Andrea Block und ihr Vater Peter, 79, wohnen Wand an Wand, auch er hat fast sein ganzes Leben hier verbracht. Viele Jahre arbeitete er im Hafen als Tallymann, "Seegüterkontrolleur" heißt das heute. Schon im Jahre 2011, als der vorletzte Arzt die Veddel verließ, schrieb Peter Block einen Brief an den Hamburger Senat, die Veddel werde zur "medizinischen Diaspora". Antwort hat er bis heute keine bekommen, erzählt er in seiner kleinen Zweizimmerwohnung am Rande der Veddel. Der Bildschirmschoner seines Computers zeigt alte Familienbilder, aber auch Fotos vom Kiez, wie er früher einmal war.

Poliklinik auf der Hamburger Veddel

Peter Block hat sein ganzes Leben auf der Veddel verbracht

Vater und Tochter haben den ganzen Niedergang des Viertels mitbekommen, in ihrem Rückblick ist eigentlich alles schlechter geworden. Mit jeder neuen Gruppe von Migranten aus aller Herren Länder ein bisschen mehr. Dem kosmopolitischen Flair, der auf der Veddel gern beschworen wird, können sie nicht viel abgewinnen. Wer mit Ureinwohnern der Veddel spricht, stößt immer wieder auf diese Sicht der Dinge: Seit 50 Jahren geht es abwärts – ein solche Wahrnehmung macht etwas mit Menschen, sie fühlen sich abgehängt. Es wäre deshalb schön, wenn die Solidarität auf der Veddel dauerhaft auch jene erreichen könnte, die schon immer da waren.

Die Veddel-Versammlung geht unterdessen weiter, und die Poliklinik ist mittendrin im Gewimmel. Die Aktivisten sind gekommen, um zu bleiben. Eine neue Apotheke hat die Praxis mit ihren Patienten und Rezepten schon angelockt. Und vielleicht erfüllen sich irgendwann auch die weiteren Wünsche, die Besucher der Versammlung auf Zettel geschrieben haben: ein Supermarkt, eine Drogerie, mehr Platz für Frauen und Kinder.

Wissenscommunity

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.