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"Wir waren Charlie": Der Satire-Alltag bei "Charlie Hebdo" – Zeichner Luz setzt seinen Kollegen ein Denkmal

Am 7. Januar 2015, vor fünf Jahren, ereignete sich der Anschlag auf die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo". Der Zeichner Luz überlebte ihn nur, weil er verschlafen hatte. In der Graphic Novel "Wir waren Charlie" würdigt er seine Kollegen, die mit dem Blatt Politik gemacht haben.

Luz erinnert sich

Luz erinnert sich an seine Anfänge bei "Charlie Hebdo"

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"Am 7. Januar 2015 wurde während der wöchentlichen Redaktionskonferenz ein islamistisch motivierter Terroranschlag auf die Mitarbeiter von 'Charlie Hebdo' verübt, bei dem zwei maskierte Männer in die Redaktionsräume in der Rue Nicolas-Appert, mitten im Zentrum von Paris, eindrangen und mit Sturmgewehren zwölf Menschen erschossen", so fasst der erste Halbsatz des deutschen Wikipedia-Eintrags das Ereignis zusammen, das damals die Welt erschütterte.

Zahlreiche Verlage in aller Welt, so auch Gruner+Jahr in Hamburg, das Haus, das den stern herausbringt, verschärften nach dem Anschlag die Sicherheitsmaßnahmen, weil sie die Pressefreiheit und die Leben der Journalisten bedroht sahen. Seit 2006 stand das Satiremagazin "Charlie Hebdo" wegen seiner Mohammed-Karikaturen unter Beobachtung und war mehrmals Ziel von Übergriffen durch Islamisten. Die Redaktion konterte stets mit weiteren Zeichnungen. Bis sie ihrer schließlich überdrüssig waren – das war kurz nach dem Anschlag. "Wir haben das Recht auf Karikatur verteidigt. Nun sind andere dran", sagte Chefredakteur Sourisseau damals im stern

Legendäre Satirezeitschrift: Fünf Jahre nach Terroranschlag: Mehr Selbstzensur – nicht nur bei "Charlie Hebdo"

Luz zeichnet das Redaktionsleben nach

Luz ist ein Zeichner und Karikaturist, der am 7. Januar 1972 unter dem Namen Rénald Luzier im französischen Tours zur Welt kam. Das Datum hat ihm 2015 sein Leben gerettet. Denn am 7. Januar 2015 hat er verschlafen – weil er mit in seinen Geburtstag gefeiert hatte. Es verpasste die wöchentliche Redaktionssitzung um 10 Uhr, bei der gegen 11.30 Uhr ein großer Teil seiner Kollegen ums Leben kamen.

Der Zeichner irrt durch die Straßen von Paris

1991, Lost in Paris: Luz versucht, sich in der Weltstadt zurechtzufinden

In "Wir waren Charlie" träumt der Autor von der Zeit, in der er für "Charlie Hebdo" gearbeitet hat. Er erinnert sich an seinen ersten Tag, an dem er sich orientierungslos durch die Metropole Paris suchte und zufällig auf den legendären Zeichner Cabu stieß. Daran, dass dieser ihn in die Redaktion mitgenommen hat. Daran, dass er es kaum fassen konnte, dass dem großen Karikaturisten Luz' eigene Zeichnung gefiel. Sein Traum erscheint ihm so realistisch, dass er aufwacht – und sich den Rest der Nacht mithilfe einiger Flaschen Bier an die Persönlichkeiten erinnert, die so viele Jahre lang seine Kollegen gewesen waren.

Cover

"Wir waren Charlie" von Luz, Reprodukt, aus dem Französischen von Vincent Julien Piot, Tobias Müller und Karola Bartsch. Handlettering von Olav Korth und Céline Merrien. 320 Seiten, 29 Euro, hier bestellbar.

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Brillante Zeichner mit sehr spitzer Feder

Luz stellt dem solidarischen #JeSuisCharlie, das 2015 schon Minuten nach dem Anschlag unzählige Twitter-Profile schmückte, das "Wir" gegenüber – indem er seine Leserinnen und Leser an den hufeisenförmigen Konferenztisch in der Redaktion holt. Dort wird nachgedacht, gezeichnet – und sehr viel radiert. Mindestens ebenso viel wird aber auch geraucht und gesoffen.

"Charlie Hebdo" hat ein demokratisches Verfahren für die Auswahl des Titel, die anwesenden Redakteure stimmen ab, was ihnen wichtig ist – politisch und künstlerisch. Wer hat die Stimmung im Land am besten umgesetzt? Wer hat das wichtigste Thema identifiziert? Wer hat die beste Zeichnung abgegeben? Wer hat den Nagel auf den Kopf getroffen?

Mit Herzblut fürs Blatt – bis es nicht mehr ging

Seit 1992 hatte Luz für "Charlie Hebdo" gearbeitet. Im Mai 2015 musste er aufhören – er konnte nicht mehr zeichnen, weil seine Hände nicht aufhören wollten zu zittern. Im gleichen Jahr begegnete er seiner Erschütterung über den Anschlag, seiner Verzweiflung und Depression mit seinem Buch "Katharsis", das auf Deutsch im Sommer 2015 erschien. Er besiegte damit den Verlust seiner Fähigkeit, zeichnen zu können.

Ziemlich genau vier Jahre später brachte Luz "Wir waren Charlie" heraus, eine Graphic Novel, die noch einmal zurückblickt. Es ist eine Würdigung seiner ehemaligen Kollegen und ihrer Talente geworden, an eine Redaktion, die mit ihren Illustrationen die Welt verändern wollte. Mehr als 20 Jahre lang hat Luz mit seinen Kollegen gelacht und um die besten Ideen gerungen. Sie waren ihm Vorbild und sie waren seine Freunde.

Das Buch "Wir waren Charlie" zeigt nicht den Anschlag, keine Gewalt, keine Attentäter, kein Blut. Es ist eine Hommage an die Menschen, die Opfer des Terroranschlags wurden. An Luz' Kollegen, den Herausgeber und Zeichner Stéphane Charbonnier (Charb), die Zeichner Jean Cabut (Cabu), Bernard Verlhac (Tignous), Philippe Honoré und Georges Wolinski, den Journalisten und Mitinhaber des Blattes Bernard Maris (Oncle Bernard), die Kolumnistin Elsa Cayat und den Lektor Mustapha Ourrad. Es ist ein Buch, das sie alle wohl gern gelesen hätten.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.