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Berlinale 2016 - Dieter Kosslick: "Das obszönste Foto meines Lebens"

Auch Berlinale-Chef Dieter Kosslick ist noch aus der Ruhe zu bringen: Ein Gespräch über seine Wut über Cinema for Peace, einen "Spontanbären" für Anke Engelke und den härtesten Film des Festivals.

Von Sophie Albers Ben Chamo

Berlinale-Chef Dieter Kosslick und ein Foto von der Cinema for Peace Gala

"Sind die verrückt geworden?!" Berlinale-Chef Dieter Kosslick über die Rettungsdecken-Aktion auf der Cinema for Peace-Gala

Ich habe gerade Alex Gibneys Dokumentation über Stuxnet und Cyberkrieg, "Zero Days", gesehen. Was für ein Film!
Das ist einer der härtesten Filme des Wettbewerbs. Wenn man wirklich versteht, was der Film aussagt, dann ist das Abhören von Telefonen im Vergleich dazu Minigolf. Dass staatliche Hacker eine Nuklearanlage im Iran stilllegen können, ohne das Internet zu benutzen, ist einfach unvorstellbar. Und dann sagt eine Informantin am Schluss: "Das ist eine unserer leichtesten Übungen". Beängstigend! Passend dazu müssen Sie als nächstes noch "National Bird" gucken, ein Film über das Morden mit Drohnen.

Gibt es auch Schönes zu berichten? Was ist bisher Ihr Highlight?

Das ist nach wie vor Meryl Streep! Genau so habe ich es mir mit ihr in der Jury erträumt. Auch ihre Jury-Kleinfamilie ist offensichtlich sehr aufgeweckt. Ansonsten jagt ein Highlight das andere. Ich habe sieben rote Teppiche am Tag, da verliert man schon mal den Überblick - da folgt ein Highlight dem anderen.


Gibt es auch Tiefpunkte?

Nicht bei uns, aber die obszönste Geschichte, die ich seit meinem Amtsantritt hier erlebt habe, ich glaube, überhaupt in meinem Leben, ist ein Foto von einer Veranstaltung, mit der die Berlinale nichts zu tun hat und bei der sich Tausend Partygäste beim Essen goldene Kälteschutzplanen  über die Schultern stülpen. Sind die eigentlich verrückt geworden. Fremdschämen.

Sogar Charlize Theron hat mitgemacht.

Also, wenn das durchgeht, ohne dass es einen Kommentar in der Öffentlichkeit gibt, dann ist Cinema for Peace der neue Standard von Idioten, die sich auf Kosten von Flüchtlingen mit den geschmacklosesten Dingen bereichern, die man mit armen Menschen machen kann. Ich werde gern so zitiert! Nächstes Thema, bitte.

Es gibt diesen deutschen Zynismus, dass man Pop und Politik nicht zu mischen hat. George Clooney hat am Abend strahlend Premiere gefeiert und am nächsten Morgen mit Kanzlerin Merkel über die Flüchtlingskrise gesprochen. Was ist Ihre Meinung dazu?

Ich finde das gut. Als George Clooney das erste Mal bei der Berlinale war, war ich auch frisch auf dem roten Teppich. Und es war der erste Teppich, auf dem die Stars angefangen haben, sich politisch zu äußern. Clooney war einer der ersten überhaupt. Damals ging es gegen die Invasion der USA im Irak. Auch Richard Gere und Spike Lee haben sich dagegen ausgesprochen. Damit ist genau das passiert, was ich mir gewünscht habe, und was auch intendiert war: dass wir hier Glanz und Glamour machen - und zwar nicht von schlechten Eltern -, aber dass wir immer auch um die Verantwortung wissen, für das, was neben dem Teppich abläuft. Es ist schade, aber die Nutzung der Stars, um auf etwas aufmerksam zu machen, ist heute oft der einzige Weg. Clooney setzt sich schon sehr lange ein - von Syrien bis Dafur, auch schon bevor er mit Amal verheiratet war. In unserer Medienwelt ist es leider so: Wenn du keinen Lärm machst, wirst du nicht gehört.


Ist es ein typisch deutsches Problem, damit nicht klarzukommen?

Viele Deutsche haben ein Problem, Ernsthaftigkeit mit Humor zu mischen. Das hat Tradition. Aber Anke Engelke und ich haben bei unseren Eröffnungen klar gemacht, dass wir das nicht so sehen.

Diese Eröffnung war die beste überhaupt.

Und das, obwohl die Show, wie sie geplant war, aus logistischen Gründen eine Minute vorher geändert wurde. Anke Engelke musste das alles aus dem Stegreif machen. Sie sollte mit dem "Spontanbären" ausgezeichnet werden. Wissen Sie, wir haben die größten Stars hier, aber wir wissen auch, dass das Lageso keine zwei Kilometer weit weg ist. Die Berlinale ist geerdet und ein Festival, das sich mit Filmen für Toleranz und Vielfalt einsetzt.


Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.