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Golden Globes: Waltz triumphiert in Hollywood

Der Österreicher Christoph Waltz hat den Golden Globe als bester Nebendarsteller gewonnen. Jubel auch in Deutschland: "Das weiße Band" von Michael Haneke siegte ebenfalls. Und der beste Film? Na klar, "Avatar".

Große Erfolge für deutsche und österreichische Produktionen bei den 67. Golden Globes: Der Film "Das weiße Band" von Regisseur Michael Haneke erhielt am Sonntag in Beverly Hills als bester Fremdsprachiger Film eine Auszeichnung. Der Österreicher Christoph Waltz wurde als bester Nebendarsteller für seine Rolle in "Inglourious Basterds" geehrt.

"Das weiße Band" ist eine Gemeinschaftsproduktion von Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich. Die Handlung des Schwarz-Weiß-Films ist im Jahr vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs in Norddeutschland angesiedelt und schildert mysteriöse Vorfälle im fiktiven Dorf Eichwald. Dafür hat der Österreicher Haneke schon die Goldene Palme in Cannes und den Europäischen Filmpreis erhalten.

Waltz huldigt Tarantino

Waltz, der bei den Globes Konkurrenten wie Matt Damon, Woody Harrelson und Christopher Plummer ausstach, war für seine Darstellung des ebenso kultivierten wie skrupellosen SS-Standartenführers Hans Landa in Quentin Tarantinos Film ebenfalls bereits 2009 beim Filmfestival in Cannes als bester Schauspieler ausgezeichnet worden. Auf der Bühne in Hollywood dankte er Regisseur Tarantino: "Er nahm meine bescheide kleine Welt, meinen Globus, und mit der Kraft seines Talents und seinen Worten und seiner Vision schleuderte er ihn in seinen Orbit, eine atemberaubende Erfahrung".

Insgesamt war "Inglorious Basterds" in vier Kategorien nominiert. Das Werk ist eine deutsch-amerikanische Produktion, die auch teilweise in Deutschland gedreht wurde.

Cameron triumphiert mit "Avatar" doppelt

In der Kategorie Bester Film siegte "Avatar", Regisseur James Cameron erhielt dafür zudem den Regiepreis, zwölf Jahre nach seinem Golden-Globe-Sieg mit "Titanic". Das Spezialeffekte-Spektakel hat weltweit schon über 1,6 Milliarden Dollar eingespielt.

Als beste Darsteller wurden Sandra Bullock in "The Blind Side" und Jeff Bridges in "Crazy Heart" ausgezeichnet. Bester Animierter Film war "Up". Meryl Streep wurde in Comedy/Musical für ihre Rolle in "Julie & Julia" als beste Schauspielerin ausgezeichnet, bester Schauspieler in dieser Rubrik war Robert Downey Jr. in "Sherlock Holmes". Mo'Nique erhielt einen Globe als beste Nebendarstellerin in "Precious". Für sein Lebenswerk wurde Regisseur Martin Scorsese geehrt.

"Oben" ganz oben

"Oben", der mitreißende 3D-Trickfilm über Alter und Sterblichkeit sowie die Erfüllung von Lebensträumen, gewann die goldene Weltkugel für den besten Animationsstreifen. Ein zweiter Preis wurde ihm für seine Musik von Michael Giacchino zugesprochen. "Oben" hatte schon zuvor für Aufsehen gesorgt: Er durfte als erster Animationsfilm das Filmfest in Cannes eröffnen.

Die Golden Globes werden vom Verein der Hollywood-Auslandspresse in 25 Kategorien für Film und Fernsehen vergeben. Sie sind eine der wichtigsten Preisverleihungen im Filmgeschäft und gelten auch als Barometer für die Oscar-Verleihung. Im vergangenen Jahr hatte das einfühlsame Gesellschaftsdrama "Slumdog Millionär" über einen bettelarmen indischen Waisenjungen den Königspreis für den besten Film gewonnen.

APN/DPA / DPA