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Kinocharts: Im Reich der bösen Fee

"Maleficent" hat sich ganz ohne Hexerei den Kinothron geholt. Ein Dumpfbackencowboy und Tom Cruise sind derweil den X-Men auf den Fersen.

Von Sophie Albers Ben Chamo und Nicky Wong

Platz 1 (-) "Maleficent - Die dunkle Fee"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Angelina Jolie ("Mr. & Mrs. Smith"), Elle Fanning ("Super 8") und Sharlto Copley ("Elysium")

Die Geschichte in einem Satz:

Als Fee Malefiz von einer Armee angegriffen wird, verteidigt sie ihre Heimat, wird zur Hexe und belegt die Tochter des neuen Königs mit einem Fluch, doch dann verbringt sie zu viel Zeit mit dem Mädchen.

Geschwister im Kinoversum:

"Pans Labyrinth"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil er zeigt, dass Sequels auch wunderbar sein können, wenn sie nur mutig genug sind. Diese extrem-gepimpte Komplettüberarbeitung von "Dornröschen" ist nämlich eine schlaue, spannende Neuerfindung. Warum ist Maleficent eigentlich so sauer, lautet die Frage. Angelina Jolies Auftritt als gehörnte Schönheit ist einfach nur ein Fest - wobei ihre neuen spitzen Wangenknochen noch der geringste Showeffekt sind. Bevor Sie jetzt allerdings ihre Kinder unter den Arm klemmen und ins Kino rennen: "Maleficents" brutale Düsternis hinterlässt tiefen Eindruck. Sagen wir mal im Gruselfaktor ist der Film vergleichbar mit dem Ende der "Harry Potter"-Saga. Das könnte ihren Kindern und somit Ihnen womöglich schlaflose Nächte bereiten.

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Platz 2 (1) "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Sir Ian McKellen ("Der Herr der Ringe"), Sir Patrick Stewart ("Star Trek"), Michael Fassbender ("Shame"), James McAvoy ("Drecksau"), Jennifer Lawrence ("Die Tribute von Panem"), Hugh Jackman ("Les Misérables"), Halle Berry ("Monster's Ball") und Ellen Page ("Juno")

Die Geschichte in einem Satz:

Wolverine wird in die Vergangenheit geschickt, um Professor X und Magneto zur Zusammenarbeit zu bewegen, denn in der Zukunft werden Mutanten von beeindruckend fiesen Robotern gejagt und getötet.

Geschwister im Kinoversum:

"X-Men: Erste Entscheidung"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil High-End-Action noch nie so liebevoll war! In einem grandiosen Mix aus Drama, Humor und spektakulärer Spezialeffekte-Action geht es um nicht weniger als das Abwenden eines Vernichtungskrieges der Menschen gegen die Mutanten. Wolverine wird "Terminator"-mäßig in die 70er verfrachtet, wo er einen alles auslösenden Mord verhindern soll. Dazu braucht er aber die Hilfe von Professor X und Magneto, die sich zu dieser Zeit bis aufs Blut hassen. Zudem sitzt Magneto im "sichersten" Gefängnis der Welt, mehrere Stockwerke unter dem Pentagon. Jedes Detail stimmt in der Welt von morgen und gestern, Jackmans Wolverine ist cooler denn je, und auch James McAvoy und Michael Fassbender scheinen vollends in ihren Rollen angekommen. Ein Fest für "X-Men"-Fans, und für Neueinsteiger (gehen die in Teil fünf?) mindestens mit einer der besten CGI-Sequenzen der letzten Jahre versehen: Marvel-Held Quicksilver (der schnellste unter den Mutanten) hat einen leider vorerst nur kurzen Auftritt und schreibt damit in der Küche des Pentagon Filmgeschichte wie einst die Slow-Motion-Kämpfe in "Matrix".

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Platz 3 (-) "A Million Ways to Die in the West"

Wen Sie kennen könnten: Regisseur und Darsteller Seth MacFarlane ("Ted"), Charlize Theron ("Prometheus"), Liam Neeson ("Grey") und Neil Patrick Harris ("How I Met Your Mother")

Die Geschichte in einem Satz:

Cowboy Albert ist so langweilig und harmlos, dass ihm die Freundin abhanden kommt, und sein neues Objekt der Begierde ist mit einem schießwütigen Banditen liiert.

Geschwister im Kinoversum:

"Movie 43"

Warum Sie den Film nicht sehen sollten:

Weil Sie nach "Movie 43" dachten, schlimmer geht's nicht.

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Platz 4 (-) "Edge of Tomorrow"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Tom Cruise ("Mission: Impossible") und Emily Blunt ("Der Teufel trägt Prada")

Die Geschichte in einem Satz:

Major Bill Cage ist in einer Zeitschleife gefangen: Jedes Mal wenn der PR-Fachmann an der Front im Krieg gegen eine überlegene Alienrasse stirbt, wacht er am Tag vor der Schlacht wieder auf und muss nun herausfinden a. warum und b. wie er die Weltretten kann.

Geschwister im Kinoversum:

"Source Code" - der einfach so viel besser ist

Warum Sie den Film nicht unbedingt sehen müssen:

Weil Sie sich die ganze Zeit fragen, wem es in Hollywood immer noch rund 180 Millionen Dollar wert ist, Tom Cruise dabei zuzusehen, wie er mal wieder die Welt rettet. Einziger Lichtblick im Effekte-Overload ist "Fast verheiratet"-Emily Blunt, die als "Full Metal Bitch" (Yup, das ist ihr Film-Charakter!) mal eben an Lara Croft vorbeizieht.

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Platz 5 (3) "Bad Neighbors"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Seth Rogen ("Beim ersten Mal"), Zac Efron ("High School Musical") und Rose Byrne ("X-Men: Erste Entscheidung")

Die Geschichte in einem Satz:

Die frisch gebackenen Eltern Mac und Kelly genießen das ruhige Leben am Stadtrand, doch als nebenan eine Studentenverbindung einzieht, müssen sie nicht nur jede Menge lautstarker Partys aushalten, sondern früher oder später zum Gegenangriff übergehen.

Geschwister im Kinoversum:

"Old School"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Ein guter Grund für den Kinobesuch sind ohne Frage die bemerkenswerten Bauchmuskeln von Zac Efron, der hier erfolgreich vom makellosen "High School Musical"-Star zum prolligen Party-Monster mutiert. Oder - je nach Geschmack - auch Seth Rogens gemütliches Bierbäuchlein. Auf jeden Fall macht die reichlich ausgelassene Komödie von Nicholas Stoller ("Nie wieder Sex mit der Ex") auf im besten Sinne geschmacklose Weise unglaublich viel Spaß.

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Das Neueste zum Thema Kino und Film finden Sie auf unserem Twitter-Kanal @stern_kino.

Platz 6 (2) "Godzilla"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Aaron Taylor-Johnson ("Kick-Ass"), Juliette Binoche ("Der englische Patient"), Bryan Cranston ("Bad Breaking"), Sally Hawkins ("Blue Jasmine") und Ken Watanabe ("Inception")

Die Geschichte in einem Satz:

Als ein US-Wissenschaftler in Japan die Wahrheit über ein Atomreaktor-Unglück aufdecken will, muss er gemeinsam mit seinem Soldaten-Sohn feststellen, dass im Sperrgebiet weit mehr von der Öffentlichkeit ferngehalten werden soll als radioaktive Strahlung.

Geschwister im Kinoversum:

"Pacific Rim"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Es war natürlich zu erwarten, aber die Spezialeffekte in 3D sind hier ohne Frage allererste Liga. Immerhin konnte Regisseur Gareth Edwards, der bei seinem letzten Film "Monsters" noch ein Budget von einer halben Millionen Dollar hatte, dieses Mal mehr als das Dreihundertfache ausgeben. Dass er trotzdem die titelgebende Mega-Echse aus dem Meer nur sparsam ins Bild rückt, ist clever, fiebert man diesen Auftritten - und den Kämpfen mit den nach Rieseninsekten aussehen Mutos (massive unidentified terrestrial organism) - so immer mit Vorfreude entgegen. Schade nur, dass Edwards schlagartig das Interesse zu verlieren scheint, sobald es um die menschlichen Charaktere geht. Denn so geht es angesichts von Dialog-Banalitäten und pseudowissenschaftlichem Gefasel bald auch dem Zuschauer.

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Platz 7 (6) "Das magische Haus"

Wen Sie kennen könnten: die Stimmen von Matthias Schweighöfer ("Keinohrhasen"), Didi Hallervorden ("Sein letztes Rennen"), Karoline Herfurth ("Das Parfum") und dem Gesangsduo The BossHoss

Die Geschichte in einem Satz:

Kater Thunder wird ausgesetzt und findet Unterschlupf im Haus des alten Magiers Lawrence. Allerdings sind dessen Haustiere und zum Leben erweckte Spielzeuge sind nicht allesamt glücklich über Thunders Erscheinen. Bis das Haus unter den Hammer kommen soll.

Geschwister im Kinoversum:

"Toy Story 3"

Warum Sie den Film vielleicht sehen sollten:

Ich muss mich an dieser Stelle entschuldigen, dass ich "Das magische Haus" in der Vorschau ausgelassen habe, denn jetzt weiß ich, dass er der perfekte Einsteigerfilm für Kinder mit begrenzter Aufmerksamkeitsspanne ist. Die Details sind so liebevoll stimmig wie im Disney-Universum, und das 3D eine Freude.

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Platz 8 (5) "Urlaubsreif"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Adam Sandler ("Meine erfundene Frau") und Drew Barrymore ("The Wedding Singer")

Die Geschichte in einem Satz:

Lauren und Jim haben ein Blind Date, das katastrophal schiefgeht, ergo wollen sie sich nie wieder sehen, wäre da nicht ein dummer Zufall, der die Beiden samt ihrer Kinder nach Afrika verschlägt.

Geschwister im Kinoversum:

"Meine erfundene Frau"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil er so unerwartet gut ist! Nach den Reinfällen "Jack und Jill" und "Der Chaos-Dad" ist Adam Sandler endlich wieder ein quirkiger, völlig überdrehter Familienfilm gelungen, der trotzdem jedes Lachen mit einer Träne mixt und einfach nur sehr, sehr lustig ist. Das liegt vor allem auch an der wunderbaren Chemie zwischen Sandler und Drew Barrymore.

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Platz 9 (4) "Die Schadenfreundinnen"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Cameron Diaz ("Verrückt nach Mary"), Don Johnson ("Miami Vice"), Nikolaj Coster-Waldau ("Game of Thrones") und Supermodel Kate Upton

Die Geschichte in einem Satz:

Geschäftsfrau Carly muss feststellen, dass ihr Lover nicht nur verheiratet ist, sondern sie auch mit einer noch jüngeren Geliebten betrügt, so dass sie sich mit den anderen beiden Gehörnten zusammentut und auf Rache sinnt.

Geschwister im Kinoversum:

"Rache ist sexy"

Warum Sie den Film nicht sehen sollten:

Wie gern würden wir an dieser Stelle eine Empfehlung aussprechen. Weil es normalerweise so viel Spaß macht, Cameron Diaz und Leslie Mann beim Lustigsein zuzusehen. Weil "Game of Thrones"-Star Nikolaj Coster Waldau mit von der Partie ist. Und weil es prinzipiell eine Freude (und Seltenheit) ist, wenn Hollywood mal drei Frauen ins Zentrum eines Films stellt. Doch wir bringen es nicht übers Herz, denn was hier geboten wird, ist einfach nur unlustiger, reaktionärer Bockmist (manche Kritikerin wählt noch heftigere Worte), nicht mal annähernd so amüsant der deutlich frechere "Club der Teufelinnen". Immerhin: Bademoden-Model Kate Upton lässt am Strand ihre Brüste hüpfen. Womit aber auch schon wieder alles gesagt ist.

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Platz 10 (-) "Die zwei Gesichter des Januars"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Viggo Mortensen ("Der Herr der Ringe"), Kirsten Dunst ("Spider-Man") und Oscar Isaac ("Inside Llewyn Davis")

Die Geschichte in einem Satz:

Der Amerikaner Rydal trifft 1962 in Athen auf ein Paar, dem er als Fremdenführer die Stadt zeigt, bis er durch Zufall das dunkle Geheimnis der Eheleute entdeckt.

Geschwister im Kinoversum:

"Der talentierte Mister Ripley" ist offensichtlich das unerreichte Vorbild

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil Sie den Thrill von Patricia Highsmith mögen. Weil das Drehbuch von "Drive"-Autor Hossein Amini geschrieben wurde. Und weil Viggo Mortensen und Oscar Isaac sich ein großartiges film-noir-iges Leinwandduell liefern - bei dem Kirsten Dunst manchmal auch mitmachen darf.

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo