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"heute-show": "Digitale Empfängnisverhütung" - Oliver Welke rechnet mit Digital-Wüste Deutschland ab

Deutschland möchte digitaler werden. So zumindest das Versprechen der Bundesregierung. Dass das alles mehr schlecht als recht klingt, hat Oliver Welke in der "heute-show" entlarvt.

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Deutschlands Top-Thema im Moment ist die Digitalisierung. Anfang der Woche traf sich die GroKo auf Schloss Meseberg in Brandenburg zur großen Digitalklausur. Das ist auch bitter nötig, wie der "heute-show"-Moderator  Oliver Welke betont. In Deutschland sei schließlich die 4G-Netzabdeckung schlechter als in Albanien. Und damit startet Welkes Abrechnung mit der deutschen Digitalisierung.

Um zu beweisen, wie schlecht das Netz in Deutschland ist, wird ein Einspieler der ARD gezeigt. Darin: eine ARD-Moderatorin berichtet von der Digitalklausur aus Brandenburg. Das Problem? Nur wenige Sekunden und das Gespräch bricht ab - die Verbindung sei einfach zu schlecht.

Was ist also die Lösung der GroKo? Sie will 5000 neue Funkmasten in ganz Deutschland aufstellen. Aber ist das wirklich eine gute Idee? Oliver Welke findet schon. Schließlich kann die GroKo jetzt endlich Fehler ausbügeln. Beispielsweise, dass sie die Telekom und andere Netzanbieter bei der Ausschreibung nie dazu verpflichtet hat, eine Mindestfläche abzudecken. Da die Anbieter in ländlichen Gebieten zu wenig verdienen, ist dort die Netzauslastung auch katastrophal.

Ist die digitale Behörde die Wende?

In anderen Ländern ist man da bereits viel weiter, wie Welke ausführt. In Portugal beispielsweise haben 90 Prozent der Haushalte bereits einen Glasfaseranschluss, der garantiert eine schnelle Internetverbindung. Wie sieht das in Deutschland aus? Hierzulande sind es gerade einmal 8,5 Prozent. Die Bundesnetzagentur habe gerade erst erklärt, 56 Kilobyte seien doch auch okay. "Ältere Zuschauer werden sich erinnern, dass war die Geschwindigkeit vor ISDN", erklärt Welke ironisch. "Was wir hier machen, grenzt an digitale Empfängnisverhütung."

Aber auch hier hat sich die Bundesregierung etwas überlegt, es gibt jetzt das sogenannte Digitalkabinett. Eigentlich könnte man davon ausgehen, dass darin nur Fachleute sitzen, die sich wirklich mit Digitalisierung auskennen. Welke zweifelt das stark an.

Einen Lichtblick gibt es aber: Familienministerin Franziska Giffey will die digitale Behörde auf den Weg bringen. Zeit wird es, wenn man bedenkt, dass manche Großstädter gefühlte Ewigkeiten bei Ämtern und Behörden warten müssen. Zum Vergleich: In Estland gibt es nur noch drei Vorgänge, für die man zwingend persönlich aufs Amt muss: Scheidung, Hauskauf und Hochzeit. So weit sind die Behörden in Deutschland noch lange nicht, aber vielleicht ist das auch gewollt? Oliver Welke sieht es schon vor sich: Unesco-Weltkulturerbe, die analoge deutsche Behörde.

Sehen Sie die ganze Sendung in der ZDF-Mediathek!

dsw