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Historien-Drama "Hindenburg": "Sie brennt! Oh, die Menschheit!"

Der Absturz des Luftschiffes "Hindenburg" vor 74 Jahren prägte sich tief ins kollektive Gedächtnis ein. Jetzt geht der Zeppelin erneut in Flammen auf - in einer mehr als zehn Millionen Euro teuren Fernsehproduktion.

Von Tobias Schmitz

Lakehurst, 6. Mai 1937, kurz nach 19 Uhr Ortszeit. Auf diesen Moment haben die Schaulustigen seit Stunden gewartet: Da! Sie kommt! Sie landet endlich! So unglaublich groß, so unglaublich schön. Vier mächtige Dieselmotoren treiben ihre Luftschrauben an, ein sonores Brummen erfüllt die Luft. Meter um Meter nähert sich die "Hindenburg" dem Ankermast. Welch ein erhabener, majestätischer Moment.

Plötzlich geht ein Aufschrei durch die Menge: Feuer! Flammen schießen aus dem Zeppelin. Oh Gott, sie brennt! Und wie in Zeitlupe stürzt sie ab, in einem grell leuchtenden Ball aus Hitze und Vernichtung. Die Zuschauer schreien, können nicht fassen, was sie da erleben. Die "Hindenburg" bäumt sich auf, knickt ein wie ein tödlich getroffener Mensch und geht binnen einer halben Minute zu Boden. Aus dem Luftschiff springen verzweifelte Menschen in den Tod, auf dem Landeplatz irren brennende Leiber umher. 36 Tote werden zu beklagen sein.

Vor unzähligen Zeugen ereignet sich nahe New York an diesem Tag die erste Katastrophe des technischen Zeitalters, die detailliert in Bild und Ton dokumentiert wird. Die Filmaufnahmen der brennenden "Hindenburg" gehen um die Welt. Sie wirken bis heute nach im kollektiven Gedächtnis der Menschheit.

Lovestory à la "Titanic"

Bald wird die "Hindenburg" ein zweites Mal in einem Feuerball abstürzen - diesmal mithilfe aufwendiger Computertechnik. RTL zeigt am Sonntag und Montag jeweils um 20.15 Uhr seine Version der Geschichte: als Historien-Thriller mit spektakulären Effekten und einer Lovestory à la "Titanic".

Der zweiteilige Spielfilm "Hindenburg" ist die teuerste Eigenproduktion in der Geschichte des Senders. Mehr als zehn Millionen Euro hat die Parabel um das Vertrauen in Technik und Menschen gekostet. Die Produktion der Firma Teamworx wurde für den Weltmarkt auf Englisch gedreht und dann anschließend synchronisiert.

Mit dabei: die US-Altstars Stacy Keach und Greta Scacchi, auf deutscher Seite Heiner Lauterbach, Ulrich Noethen, Hannes Jaenicke, Christiane Paul. Und in den Hauptrollen zwei echte Entdeckungen: die frühlingsfrische Augenweide Lauren Lee Smith aus Kanada und der deutsche Naturbursche Maximilian Simonischek, ein Jungmann mit bisher unscheinbarer Fernsehbiografie, den die RTL-Produzenten am Berliner Maxim Gorki Theater entdeckten.

Mehr Kino als Fernsehen

Regisseur Philipp Kadelbach hat mit seinem Team eher einen Kinofilm als ein TV-Movie gedreht - allein das Panoramaformat des Luftschiffes ruft nach der großen Leinwand. Vor acht Jahren hatte sich Produzent Sascha Schwingel zum ersten Mal mit dem Projekt beschäftigt - ohne eine passende Idee für die Umsetzung einer solchen Story und ihrer enormen logistischen, technischen und dramaturgischen Herausforderungen zu finden.

Was die Zuschauer nun zu sehen bekommen, ist das Ergebnis von gut einem Dutzend Drehbuchfassungen. Die letzten 15 Minuten des Films sind trotzdem sehr konstruiert - und schlicht überflüssig. Man tut gut daran, sich von der Opulenz der Bilder gefangen nehmen zu lassen. Dann funktionieren Geschichte und Film.

Noch wiegen sich die Passagiere in Sicherheit. Sitzen da und lesen, genießen die Ruhe, die Aussicht, die vorzüglichen Künste der Köche und des Barkeepers. Ein Luftschiff wie die "Hindenburg" fliegt nicht. Es fährt. Ohne Turbulenzen, an Bord ist alles ruhig. Doch der Schein trügt. Denn in der Führergondel ist die Hölle los. Kapitän Max Pruss (Jürgen Schornagel) ringt mit seinem Vorgesetzten Ernst Lehmann (Ulrich Noethen) um die Befehlsgewalt an Bord. Da trifft ein Funkspruch ein: Im Zeppelin soll sich der Luftschiffkonstrukteur Merten Kröger (Maximilian Simonischek) versteckt haben, der verdächtigt wird, vor dem Abflug in Frankfurt einen Mann umgebracht zu haben.

Als Kröger endlich gefunden wird, behauptet dieser, angegriffen worden zu sein und nur in Notwehr gehandelt zu haben. Mehr noch: Der Angreifer habe ihm im Sterben verraten, dass an Bord eine Bombe versteckt sei. Die Suche beginnt. Die Uhr läuft. Ziemlich clever haben die Drehbuchautoren Johannes W. Betz, Martin Pristl und Philip LaZebnik historische Fakten mit Fantasie vermischt. Sie verführen den Zuschauer, das Filmgeschehen mit der Realität zu verwechseln.

Über das, was auf der letzten Fahrt der "Hindenburg" bis zu ihrem Absturz tatsächlich passierte, gibt es Aufzeichnungen. Die eindrucksvollsten veröffentlichte eine Amerikanerin 1937 im "Harper's Magazine": Margaret Mather, vermögende Erbin, damals 58 Jahre alt, lebte zu jener Zeit in Rom und wollte mit der "Hindenburg" zu Verwandten nach Amerika reisen. Auch wenn sie als Person im RTL-Drama nicht vorkommt - ihre Schilderungen lesen sich noch heute spannend wie ein Krimi.

Am 3. Mai 1937 findet sich Margaret Mather in Frankfurt am Main ein. Reisefieber ist wohl ein zu schwaches Wort für das, was sie empfindet. Ihr schlägt das Herz bis zum Hals. 1700 Reichsmark, heute wären das etwa 7100 Euro, hat ihr Ticket nach Lakehurst gekostet. Nun steht sie auf dem Flugfeld in Frankfurt und kann es kaum fassen: Sie wird mitfliegen! Mit dieser Legende!

Auch Max Schmeling flog in der "Hindenburg"

Schon im Jahr ihrer Indienststellung 1936 fuhr die "Hindenburg" mehrmals nach Amerika. Bei einer ihrer Ankünfte wurde sie von mehr als 50.000 Menschen willkommen geheißen. Und kein Geringerer als Boxweltmeister Max Schmeling ist nach seinem Sieg gegen Joe Louis mit genau diesem Luftschiff nach Hause gereist.

Und nun steht es da, mächtiger als alles, was Margaret Mather bisher erblickt hat. Auf der 45 Meter hohen Heckflosse prangen riesige Hakenkreuze. Hitler weiß um die Symbolkraft des Zeppelins; seinen Bau hat das Deutsche Reich durch einen Kredit mitfinanziert. Margaret Mather macht sich zum Einstieg bereit. Hinter ihr liegt eine penible Sicherheitskontrolle. Jeder ihrer Koffer, jede Schachtel ist geöffnet und durchsucht worden.

Leichter Nieselregen fällt auf das Flugfeld, als um 19.16 Uhr der Auftrieb von 200.000 Kubikmeter Wasserstoff das heute 215 Tonnen schwere Schiff lautlos in die Luft hebt. Erst in 100 Meter Höhe starten die Dieselmotoren. Die Reise beginnt.

Das größte Fluggerät, das je gebaut wurde, ist als sogenanntes Starrluftschiff konstruiert: Die äußere, wegen eines Schutzlacks silbrig glänzende Textilhülle ist nicht etwa wie bei den heutigen, sehr viel kleineren Werbeluftschiffen direkt mit Gas gefüllt, sondern dient lediglich als eine Art Verkleidung für die gewaltigen inneren Strukturen aus Duraluminium, einer Aluminium-Legierung.

Kabinen mit fließendem Kalt- und Warmwasser

Schätzungsweise fünf Millionen Nieten, jede einzelne mit Muskelkraft ins Metall getrieben, halten das Gerippe zusammen. Alle Passagier- und Mannschaftsräume befinden sich im Inneren des Zeppelins. Das eigentliche Gas steckt in 16 durch ein Netz von Stahlseilen voneinander getrennten Zellen, die man sich wie riesige zylindrische Kissen vorstellen kann.

Margaret Mather staunt über den Luxus, der den bis zu 72 Fahrgästen geboten wird: Ihre Kabine ist mit fließendem Kalt- und Warmwasser ausgestattet, Stewards sorgen für nahezu jede Annehmlichkeit.

Die erstklassigen Speisen werden auf Porzellantellern serviert. Sogar rauchen darf man - im mit feuerhemmendem Leder ausgekleideten Rauchsalon. Und vom Panoramadeck, dessen Fenster sich teilweise öffnen lassen, kann Margaret Mather aus nur 300 bis 500 Meter Flughöhe über Neufundland Eisberge betrachten. Sehr beeindruckend. Sehr angenehm. So wie die vielen kultivierten Mitreisenden.

Unter ihnen ist ein ziemlich bekannter Varieté-Künstler und Akrobat namens Joseph Späh, der mit seiner Schäferhündin Ulla nach Amerika reist. Späh hat das Personal der "Hindenburg" überredet, das Tier im Laderaum selbst füttern zu dürfen. Dazu steigt er über einen schmalen Steg in den riesigen Frachtbereich des Zeppelins - was Fahrgästen eigentlich streng verboten ist. Nicht zuletzt an Späh entzündeten sich später wilde Theorien: Hat nicht einer, der sich allein im Frachtraum zu schaffen machen kann, auch die Möglichkeit, dort eine Bombe zu platzieren?

Im RTL-Drama spielt Hannes Jaenicke eine von Späh inspirierte Rolle: Gilles Broca. Der von den Nazis mit Auftrittsverbot belegte Künstler kehrt Deutschland mit der Fahrt in der "Hindenburg" für immer den Rücken und konfrontiert seine Mitreisenden in einer Mischung aus Zynismus und reiner Verzweiflung mit unangenehmen Wahrheiten über den Umgang der Nazis mit den Juden.

Für Jaenicke eine Paraderolle. So wie für Ulrich Noethen die des barschen Luftschiff-Funktionärs Ernst Lehmann. Noethen hat großen Anteil daran, dass den Film, wie er selbst sagt, eine "eigenartige Atmosphäre von Fiebrigkeit auszeichnet".

Eine positive Fiebrigkeit muss damals auch in der echten "Hindenburg" zu spüren gewesen sein. Die Reisende Margaret Mather berichtete später, sie sei an Bord regelrecht euphorisch gewesen: Sie, die auf echten Schiffen immer schrecklich seekrank wurde, fühlte sich im Luftschiff großartig. "Es ist echt lächerlich, sich so glücklich zu fühlen", sagte sie einer Mitreisenden. Die stimmte zu: Ja, genau so fühle sie sich auch. Mather erinnerte sich, auf der "Hindenburg" in der Nacht vor dem Absturz "wie ein Kind" geschlafen zu haben. Der brennbare Wasserstoff des Zeppelins beunruhigte sie offenbar nicht im Geringsten.

Fakten wurden geschickt zu einer abenteuerlichen Story verarbeitet

Ursprünglich war die "Hindenburg" als Helium-Luftschiff konstruiert worden. Helium, unbrennbar, sicher, teurer als Wasserstoff, wurde damals aber nur von den Amerikanern produziert und durfte nicht exportiert werden. Die Deutschen hatten sich immer wieder vergebens bei der US-Regierung für eine Lockerung des Helium-Embargos eingesetzt.

Für das fiktive "Hindenburg"-Drama wurden diese Fakten geschickt zu einer abenteuerlichen Story verarbeitet: Edward van Zandt, Chef der American Oil Company, die in den USA Helium produziert, steht durch das Embargo vor der Pleite. Er lässt eine Bombe an Bord des Luftschiffs schmuggeln, die so präpariert ist, dass sie erst nach der Landung in Lakehurst explodiert. Die Passagiere wären längst in Sicherheit, und die brennende Wasserstoff-"Hindenburg" könnte als gutes Argument für den amerikanischen Präsidenten taugen, das Exportverbot zu lockern.

Für zusätzliche Spannung (und gelegentliche Verwirrung) sorgt im Film ein zweites Motiv: hochbrisante Angriffspläne der Luftwaffe, die sich an Bord der "Hindenburg" auf dem Weg nach New York befinden. Deshalb ist auch die Gestapo mit von der Partie, um die Weitergabe der Papiere zu verhindern. Und so fungiert das riesige Luftschiff in der RTL-Produktion immer auch als eine Art Vehikel für ein Stück Zeitgeschichte. Nicht als historisch korrekte Vorlage, sondern als Inszenierung eines düsteren Lebensgefühls: Hitler an der Macht, die Juden in Angst, der Zweite Weltkrieg steht bevor.

Computerarbeiten für mehr als eine Million Euro

Der technische Aufwand für das Projekt war erheblich. Das im Film so riesenhafte Luftschiff flog bei den Dreharbeiten kein einziges Mal - es existierte nur als digitales Modell. Allein die Computerarbeiten, die nötig waren, um den Zeppelin und seine Umgebung realistisch darzustellen, kosteten mehr als eine Million Euro.

Aber längst nicht alles ließ sich digital nachbilden: Die Führergondel, zehn Meter lang, fünf Meter hoch, zehn Tonnen schwer, wurde komplett nach alten Plänen rekonstruiert. Für die Aufnahmen aus dem gewaltigen Bauch des Zeppelins mussten 1,5 Kilometer Gitterträger aus gelochtem Aluminium angefertigt werden - ähnliche Komponenten werden längst nicht mehr produziert. Daraus baute die Crew Teile des Zeppelin-Inneren nach, die dann per Computer vergrößert, verlängert, gestreckt wurden. So wurde aus einem tatsächlich nur 15 Meter langen Laufsteg ein scheinbar endloser Gang durch den Zeppelin.

"Es war eine enorme Herausforderung, die Dimensionen des 245 Meter langen Luftschiffes abzubilden", sagt Produzent Sascha Schwingel. "Für eine Nachbildung eines Rumpfsegmentes im Maßstab 1:1 reichten die 24 Meter Deckenhöhe im höchsten Studio Europas in Köln gerade so eben aus." In diesem Studio baute die Filmcrew auch alle Innenräume der "Hindenburg" nach. Der Aufwand hat sich gelohnt. Kamera, Regie und nicht zuletzt der Computertechnik gelingt es, den Eindruck zu vermitteln: Ja, genau so muss es gewesen sein an jenem fatalen Donnerstag, dem 6. Mai 1937, in Lakehurst.

Wie es wirklich war, davon berichten zahlreiche historische Quellen. Am frühen Abend ist die "Hindenburg" fast am Ziel. Aber wegen eines Gewitters verzögert sich ihre Landung. Kurz nach 19 Uhr. Das Luftschiff überfliegt den Landeplatz, der noch immer von dunklen Wolken umgeben ist. Unter den Schaulustigen ist Radioreporter Herbert Morrison. Aus seiner Stimme spricht Begeisterung: "Hier kommt sie, meine Damen und Herren! Und welch ein aufregender Anblick ist das! Ein fantastischer Anblick! Sie kommt direkt auf uns zu. Die Sonne streift die Fenster des östlichen Panoramadecks. Ein Funkeln wie von glitzernden Juwelen, die sich gegen einen Hintergrund von schwarzem Samt abzeichnen!"

19.08 Uhr. Das Luftschiff beginnt planmäßig zu sinken. 19.21 Uhr. In 60 Meter Höhe kommt es am Haltemast zum Stehen, die Landetaue werden abgeworfen. 19.25 Uhr. Plötzlich geht ein heftiger Ruck durch die "Hindenburg". Ist ein Seil gerissen? Nein! Feuer! Es breitet sich rasend schnell über das ganze Schiff aus. Reporter Herbert Morrison verliert am Mikrofon komplett die Fassung und stammelt voller Entsetzen seine später berühmt gewordenen Worte: "Sie geht in Flammen auf! Oh, das ist schrecklich! Sie brennt! Sie explodiert! Sie stürzt auf den Ankermast und all diese Menschen! Dies ist eine der schlimmsten Katastrophen der Welt! Oh, welch ein schrecklicher Absturz! Oh, die Menschheit! Und all die Passagiere!" An Bord hat Margaret Mather den Boden unter den Füßen verloren. Sie schlittert mit anderen Fahrgästen das sich neigende Deck hinunter. Sieht, wie die Flammen "wie lange feurige Zungen" hereinschießen, "hellrot und wunderschön". Ein Deutscher schreit: "Es ist das Ende!"

Aber nicht ihres. Als der vordere Teil der "Hindenburg" überraschend sanft zu Boden geht, kauert sie noch immer an einer Wand des Panoramadecks. "Raus! Kommen Sie raus!", ruft jemand. Sie sucht ihre Handtasche. "Kommen Sie endlich!" Margaret Mather steht auf, läuft ins Freie. Um sie herum Feuer, Chaos, Tod. Menschen, denen die verbrannte Haut wie in Fetzen vom Körper hängt. Auch Margaret Mather hat Brandwunden, vor allem an den Händen. Aber sie ist in Sicherheit.

Genaue Unglücksursache lässt sich nicht klären

Von den 97 Menschen an Bord können sich 62 retten, manche nur leicht verletzt. 22 Besatzungsmitglieder, 13 Fahrgäste und ein Mitarbeiter des Hilfspersonals am Boden sterben. Unmittelbar nach dem Unglück berufen die amerikanischen Behörden eine Untersuchungskommission ein. Auch deutsche Vertreter sind beteiligt. Wahrscheinliche Unglücksursache laut Bericht: Entzündung eines brennbaren Luft-Wasserstoff-Gemisches durch elektrostatische Entladung.

Während der Fahrt, vor allem durch ein Gewittergebiet, hatte sich der Zeppelin demnach elektrostatisch aufgeladen. Und vielleicht war während des Anflugs im Inneren des Luftschiffs ein Spannseil gerissen und hatte eine Gaszelle beschädigt. Das Gemisch aus Sauerstoff und Wasserstoff könnte durch einen Entladungsfunken gezündet worden sein. Oder hatte doch der neuartige, leicht brennbare Außenanstrich der "Hindenburg" eine Rolle gespielt? Was letztlich genau zu Brand und Absturz führte, konnte bis heute niemand mit letzter Sicherheit feststellen.

Sofort kursierten Verschwörungstheorien

Aber sofort nach dem Absturz kursierten Verschwörungstheorien: War etwa doch eine Bombe an Bord? Als Rache für die immer ärger werdende Drangsalierung der Juden? Oder für Guernica, den Angriff der Deutschen im spanischen Bürgerkrieg, der so viele zivile Opfer gefordert hatte? Angeblich kamen die Amerikaner sofort überein, Sabotage als Unglücksursache von vornherein auszuschließen, um hässliche internationale Verwicklungen zu vermeiden. Und Reichsluftfahrtminister Hermann Göring soll einer Legende nach die deutsche Kommission beeinflusst haben: Keinem Sterblichen dürfe die Ehre zuteil werden, ein Staatssymbol des Deutschen Reiches zerstört zu haben.

Die "Hindenburg" war ein Kunstwerk aus, wie es der amerikanische Autor Michael M. Mooney ausdrückte, "dünnem Stoff und Leinen, aus Aluminium und Mathematik". Das Inferno von Lakehurst bedeutete das jähe Ende einer Ära: Die "LZ 130", Schwesterschiff der "Hindenburg", flog bis August 1939 nur noch wenige Male, vor allem in Deutschland. Dann überfielen die Deutschen Polen, der Zweite Weltkrieg begann.

Margaret Mather hat ihn überlebt, so wie sie den Absturz der "Hindenburg" überlebte. Sie starb am 19. Dezember 1969 in Rom, mit 91 Jahren.

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