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Wegen Verleumdung: US-Politiker verklagt Komiker Sacha Baron Cohen auf 95 Millionen Dollar

Er gab sich als israelischer Antiterrorexperte aus und testete einen angeblichen Pädophilen-Detektor: Komiker Sacha Baron Cohen hat in seiner TV-Show den US-Republikaner Roy Moore bloßgestellt - und nun eine Klage am Hals.

Komiker Sacha Baron Cohen (l.) und der ehemalige republikanische Kandidat für den US-Senat, Roy Moore

"Schweres emotionales Leid und Schmerz": Komiker Sacha Baron Cohen (l.) und der ehemalige republikanische Kandidat für den US-Senat, Roy Moore

DPA

Sacha Baron Cohen hat mal wieder juristischen Ärger: Weil er in einer Fernseh-Comedyshow als pädophil dargestellt wurde, hat der ehemalige US-Senatskandidat den Komiker und Gastgeber der Sendung verklagt. Wegen Verleumdung, mutwilligen Zufügens von Leid und Betrugs fordert Moore mehr als 95 Millionen Dollar (etwa 81,7 Millionen Euro) Schadenersatz von Cohen, dem Fernsehsender Showtime und dem Netzwerk CBS, wie aus der am Mittwoch bei einem Gericht in Washington eingereichten Klageschrift hervorgeht. Moore war Ende Juli als Gast in Baron Cohens Sendung "Who is America?" aufgetreten.

Sacha Baron Cohen gibt sich als israelischer Oberst aus

Er sei mit falschen Angaben nach gelockt worden, um angeblich von einem israelischen Sender einen Preis für sein Israel-Engagement verliehen zu bekommen, erklärt Moore in der Klage. Dort sei er dann von einem Mann interviewt worden, der sich als Antiterrorexperte Oberst Erran Morad ausgegeben habe, bei dem es sich aber tatsächlich um Cohen gehandelt habe.

"Die von dem Beschuldigten Cohen eingeführte Figur hat fälschlich und betrügerisch ein 'Gerät' präsentiert, das angeblich von der israelischen Armee entwickelt wurde, um Pädophile aufzudecken", heißt es in dem Gerichtsdokument weiter. Während des Gesprächs habe das "Gerät vorgegeben, Richter Moore als Triebtäter zu entlarven". Dadurch sei Moore "diffamiert" worden. Als das Gerät signalisierte, dass Moore pädophil sei, beendete dieser das Interview und verließ die Sendung. Laut einer Erklärung Moores erlitten er und seine Familie wegen der verleumderischen Darstellung "schweres emotionales Leid und Schmerz".

Mehrere Frauen werfen Roy Moore Belästigung vor

Der von US-Präsident Donald Trump unterstützte hatte Mitte Dezember vergangenen Jahres eine Senatsnachwahl im konservativen Bundesstaat Alabama gegen den Demokraten Douglas Jones verloren. Der 71-jährige Moore wird von mehreren Frauen beschuldigt, ihnen vor rund vier Jahrzehnten nachgestellt oder sie sexuell belästigt zu haben, als sie noch Teenager waren. Der damalige Staatsanwalt soll unter anderem gegen eine 14-Jährige übergriffig geworden sein. Er weist alle Vorwürfe zurück.

Moore polarisiert: Als Richter am Obersten Gericht von Alabama weigerte er sich, ein Denkmal für die alttestamentarischen Zehn Gebote aus einem Justizgebäude zu entfernen. Außerdem setzte er sich über ein bahnbrechendes Urteil des Obersten Gerichts in Washington zur Legalisierung der Homo-Ehe hinweg. Sein Image eines unkonventionellen Outsider-Kandidaten unterstrich er noch am Wahltag dadurch, dass er auf dem Rücken eines Pferdes am Wahllokal eintraf.

Baron Cohen wurde bereits mehrmals wegen seiner Shows verklagt. Die Klagen scheiterten jedoch häufig.

Borat - Sacha Baron Cohen - Kasachstan - Geldtsrafe
mad / DPA / AFP