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US-Senats-Nachwahl: Schallende Ohrfeige für Trump: Demokrat Jones gewinnt überraschend in Alabama

Ein Jahr nach seiner Wahl verlieren Donald Trumps Republikaner in ihrer Hochburg Alabama einen wichtigen Senatssitz. Ausgerechnet ein Mitglied von Trumps Anti-Establishment-Bewegung ist verantwortlich.

Der Demokrat Doug Jones hat überraschend die Nachwahl für einen Senatssitz im seit Jahrzehnten von Republikanern beherrschten US-Bundesstaat Alabama gewonnen. Der Menschenrechtsanwalt Jones lag am späten Dienstagabend (Ortszeit) nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Urnen um mehrere Tausend Stimmen vor seinem republikanischen Kontrahenten Roy Moore. Der Vorsprung des Demokraten war damit uneinholbar, berichteten in der Nacht zum Mittwoch mehrere US-Medien, darunter die "Washington Post" und das auf den Kongress spezialisierte Medium "The Hill".

Allerdings könnte die Wahl in eine neue Runde gehen. Wie die "Washington Post" weiter berichtet, habe Roy Moore seinen Anhängern angekündigt, dass es "nicht vorbei" sei. Um Neuwahlen zu legitimieren, sei nach Staatsgesetz allerdings ein geringer Unterschied von 0,5 Prozentpunkten nötig, schreibt das Blatt. Laut der "New York Times" gewann Demokrat Jones die Wahl mit 49,9 Prozentpunkten, Moore unterlag mit 48,4 Prozentpunkten. Damit wäre das erforderliche Kopf-an-Kopf-Rennen also nicht erreicht.

Sieg in Alabama ist kleine Sensation für Demokraten

Die Niederlage von Roy Moore ist gut ein Jahr nach der Präsidentschaftswahl eine schallende Ohrfeige für US-Präsident Donald Trump. Moore zählt zu Trumps Anti-Establishment-Bewegung. Sein Wahlkampflager hatte noch am Wahltag klar gemacht, dass Moore auch gegen das Parteiestablishment der Republikaner zu Felde zieht. Im konservativ geprägten Südstaat liegt der letzte Sieg eines Demokraten Jahrzehnte zurück.

Der frühere Richter Moore war im Wahlkampf in die Schlagzeilen geraten, weil mehrere Frauen ihm öffentlich vorgeworfen hatten, er habe sich sexuell an ihnen vergangenen, als sie Teenager waren. Zahlreiche republikanische Mitglieder des Senats hatten sich von Moore distanziert. Zuvor hatte er bereits mit fragwürdigen Äußerungen, etwa gegen Homosexuelle, für Aufsehen gesorgt.

Fataler Stimmungstest für Donald Trump

Die Niederlage in Alabama kommt in einer schwierigen Zeit für Präsident Trump. Seine Umfragewerte sind auf einem neuen Tief angelangt. Die republikanische Mehrheit im schmilzt damit auf nur noch eine Stimme zusammen. Dies macht große Gesetzesvorhaben, etwa die bevorstehende Steuerreform, für Trump deutlich schwieriger.

Dennoch hat der US-Präsident dem demokratischen Sieger der Senats-Nachwahl in Alabama per Twitter gratuliert.
"Glückwunsch an Doug Jones zu diesem hart umkämpften Sieg", schrieb Trump am Dienstag (Ortszeit).

Dass Wähler eigene Kandidaten auf den Stimmzettel schreiben konnten, hätte eine große Rolle gespielt. "Aber ein Sieg ist ein Sieg", so Trump. "Die Republikaner werden sehr bald wieder eine Chance auf diesen Sitz haben." 

fs / DPA