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Die Zwillinge sind da: Monaco freut sich über Gabriella und Jacques

Ein Mädchen und ein Thronerbe - früher als angekündigt sind die Zwillinge von Charlène und Albert zur Welt gekommen. Das Fürstentum hat den ersehnten Nachwuchs mit Kanonenschüssen begrüßt.

Kanonenschüsse, Kirchengeläut und ein Feiertag für alle Angestellten: Das monegassische Fürstenhaus hat gleich doppelten Nachwuchs bekommen - einen Prinz und eine Prinzessin. Im Hospitalzentrum Princesse-Grace brachte Fürstin Charlène (36) am Mittwoch die erwarteten Zwillinge zur Welt.

Die Bewohner des kleinen, aber feinen Fürstentums an der Côte d'Azur feierten den Geburtstag wie Monacos Nationalfeiertag mit Fähnchen und Wimpeln. Der winzige Staat am Mittelmeer hatte so lange auf das freudige Ereignis warten müssen.

Zwischen zwei Adventssonntagen und früher als eigentlich von Fürst Albert II. (56) angekündigt wurde Charlène also erstmals Mutter. Klar war, dass der fürstliche Kindersegen auch die Thronfolge durcheinanderwirbelt. Bislang hatten die Monegassen vergeblich auf Nachwuchs beim Herrscherpaar auf dem fürstlichen Felsen Monacos gehofft. Die beiden unehelichen Kinder, die der Fürst schon hat, gelten nach monegassischem Gesetz als illegitim, kamen also für den Chefsessel keinesfalls infrage. Wer aber würde der Thronfolger?

Die Thronfolge ist geklärt

Dann spielte die Reihenfolge bei der Geburt aber doch keine Rolle. Zwar erblickte als erstes Gabriella Thérèse Marie um 17.04 Uhr das Licht der Welt, während ihr Zwillingsbruder Jacques Honoré Rainier etwa erst zwei Minuten später um 17.06 Uhr kam. Doch was entscheidend gewesen wäre bei der Geburt zweier Mädchen, eben die Reihenfolge der Geburt, blieb am Mittwoch unbedeutend: Nach monegassischen Statuten ist der Junge der Thronerbe.

Denn nach der monegassischen Verfassung ist es wichtig, wer der erste - legitime - Nachkomme des herrschenden Fürsten ist, wobei der männliche Nachwuchs Vorrang hat. "Ich ziehe es vor, das Geschlecht des Babys nicht vor der Geburt zu kennen", so hatte Albert noch betont.

Charlène wusste es wohl, sagte dem Gatten aber angeblich nichts. Seit einem halben Jahr erschien die Frau, die zuvor auf viele Beobachter häufig unglücklich gewirkt hatte, nur noch sehr selten öffentlich.

Die Babys tragen schon Adelstitel

Mit der Geburt im Kreißsaal fast dreieinhalb Jahre nach der Hochzeit des Paares wurden Alberts Schwester Prinzessin Caroline von Hannover (57) und ihr ältester Sohn Andrea Casiraghi (30) in der Linie der möglichen Thronfolger Monacos überholt. Nach einem historischen Vertrag aus dem 17. Jahrhundert bekamen die Neuankömmlinge auch gleich adelige Titel: Jacques ist also bereits Marquis des Baux in der Provence, Gabriella Gräfin in der Auvergne.

Ob zwei Jungen, zwei Mädchen, ein Junge und ein Mädchen - ganz egal, so mögen manche Monegassen gedacht haben. Hauptsache, es gibt jetzt einen gesunden Nachwuchs, einen, der dann später den reichen Felsenstaat vor der Grenze zu Italien gut in die Zukunft steuern kann. Also 21 Kanonenschüsse für jedes der beiden Neugeborenen, eine Viertelstunde Glockenläuten, und dazu die Schiffshörner mit ihrem Tuten vom Hafen oder der Mittelmeerküste her.

Der Hof hatte auch angekündigt, dass die Monegassen an einem Tag ihre neuen prinzlichen Mitbürger nebst den stolzen Eltern auf dem Platz vor dem Fürstenpalast persönlich begrüßen können. Ein freier Tag extra für alle, das war noch das, was man zum Feiern wirklich im feinen Staat der Millionäre brauchen konnte.

Hanns-Jochen Kaffsack/DPA / DPA