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Erneute Provokation: Trump-Rhetorik: Andreas Gabalier wettert auf Konzert gegen die Presse

Er ist kein Fan der Medien, das hat Andreas Gabalier vermehrt preisgegeben. Bei einem Konzert schoss der Sänger nun erneut scharf gegen zwei österreichische Blätter.

Andreas Gabalier

Andreas Gabalier bei seinem Konzert am Samstag in der Wiener Stadthalle

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Andreas Gabalier füllt seit Jahren Konzerthallen in Deutschland und Österreich - und das, obwohl er für seine oft rechtspopulistischen Aussagen immer wieder in der Presse kritisiert wird. Das scheint ihn offenbar nicht kaltzulassen, was Gabalier immer wieder deutlich macht. Zuletzt am vergangenen Samstag, als er mit Parolen gegen zwei linksliberale österreichischen Medien pöbelte.

Andreas Gabalier pöbelt gegen die Presse

Die Zeitungen "Standard" und "Falter" nannte er "Standort" und "Flater". Der österreichische "Falter" erscheint einmal die Woche. Der "Standard" hingegen, eine Tageszeitung, ist mit der "Süddeutschen" zu vergleichen.

Angeblich seien Journalisten der Blätter "undercover in der Halle" und suchten nach "verheerenden Geschichten" über den Musiker. Was er dann vom Leder ließ ist an Absurdität wohl kaum zu übertreffen. Die Chefredakteure der Zeitungen hätten "am 24.12. nichts zu tun", weil "Traditionen nichts für sie sind". Die Blätter seien gegen den 34-Jährigen, die Erklärung lieferte Gabalier gleich mit: "Weil ich die Hymne so gesungen habe." Damit spielte der Volkssänger auf seinen Auftritt beim österreichischen Grand Prix in Spielberg 2014 an. Dort sang er die alte Version der Bundeshymne, in der Frauen nicht vorkommen und nur die "großen Söhne" gelobt werden. 

Am Samstag kolportierte der umstrittene Musiker dann auch noch, die Zeitungen würden Presseförderung "in Millionenhöhe" bekommen, "um diesen Quargl abzudrucken".

Lob aus der rechten Ecke

Zuspruch für seine kruden Äußerungen bekommt Gabalier unter anderem von Politikern der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ). "Besser kann man es nicht auf den Punkt bekommen!", twitterte ein Gemeinderat. 

Dagegen hielt Thomas Eder, ein ehemaliger Gitarrist von Gabalier, der den kritisierten "Falter" lobte. "Kann ich nur empfehlen! Der Falter ist eines der wichtigsten Medien in diesem Land. Bin seit langem zufriedener und glücklicher Abonnent!", schrieb er auf Facebook.

Und "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk lud Gabalier sogar in die Redaktion ein. "Ich finde ja, Gabalier sollte in die Falter Redaktion zu einem zünftigen Streitgespräch kommen. Ich ziehe auch mein kariertes Hemd dazu an und Raimung Loew spielt im Falterradio Hulapalu. Aber das traut er sich nicht, der Volks RocknRolla", twitterte er.

Mit seiner Tirade gegen die freie Presse reiht Gabalier sich - ob gewollt oder nicht - in die Reihe einiger rechtspopulistischer Politiker ein. Nicht nur Vertreter der FPÖ und AfD, sondern vor allem auch Donald Trump wettern regelmäßig gegen die Medien. 

Quellen: "Kurier" / "Kronen Zeitung" / "Spiegel"

Andreas Gabalier
ls