VG-Wort Pixel

Einsatz in Mali UN-Sicherheitsrat gibt Paris Rückendeckung


Laut UN-Sicherheitsrat handelt Frankreich in Übereinstimmung mit internationalem Recht. Islamistische Rebellen versuchen weiterhin mit militärischer Gewalt an die Macht zu kommen.

Frankreich hat bei seinem militärische Eingreifen im westafrikanischen Mali Rückendeckung durch den UN-Sicherheitsrat bekommen. Die dortigen Partner hätten anerkannt, dass Frankreich in Übereinstimmung mit internationalem Recht und der UN-Charta handele, sagte der französische UN-Botschafter Gérard Araud nach einem Treffen des Rats. Die französische Luftwaffe griff in der Nacht die Ortschaft Diabali im Westen des Landes an, die von islamistischen Kämpfern am Montag erobert worden war.

Der französische UN-Botschafter machte klar, dass es für Paris Priorität habe, die Sicherheitsratsresolution 2085 vom Dezember umzusetzen. Diese sieht eine Stationierung von Truppen afrikanischer Staaten sowie Bemühungen um eine politische Lösung des Konflikts vor.

Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich hatte am Freitag in den Konflikt in Mali eingegriffen und geht seitdem unter anderem mit Luftangriffen gegen Islamisten vor, die weite Teile des Nordens des Landes kontrollieren. Anlass für die Intervention war der Versuch der Islamisten, weiter nach Süden vorzustoßen.

Nächtliche Luftangriffe auf Bamako

Islamistische Einheiten aus dem Norden Malis hatten am Montag die Stadt Diabali erobert. Bei den nächtlichen Luftangriffen auf die rund 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bamako gelegene Stadt seien mindestens fünf islamistische Kämpfer getötet und mehrere andere verletzt worden, sagte ein Vertreter der malischen Sicherheitskräfte der Nachrichtenagentur AFP. Nach den Angriffen hätten Kämpfer fluchtartig Diabali verlassen, sagte ein Einwohner aus einem benachbarten Ort.

Am Morgen traf laut französischen Militärangaben eine Kolonne von 40 gepanzerten Fahrzeugen in Bamako ein. Die Fahrzeuge wurden aus Abidjan in der benachbarten Elfenbeinküste nach Mali verlegt. An dem Militäreinsatz in Mali sind nach Angaben von Frankreichs Präsident François Hollande 750 Soldaten beteiligt. Die Zahl der mobilisierten Soldaten werde noch weiter steigen, kündigte Hollande bei einem Besuch in Abu Dhabi an. Hollande gab bekannt, dass die französische Luftwaffe über Nacht weitere Angriffe auf Ziele in Mali flog und dass diese "ihr Ziel getroffen" hätten. Die Zeitung "Le Monde" berichtet, die Zahl der französischen Soldaten in Mali werde in Kürze auf rund 2500 erhöht.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta erklärte die Bereitschaft der USA, Frankreich mit Informationen und logistischer Unterstützung zur Seite zu stehen. Dazu gehörten auch Tankflugzeuge, sagte er laut Pentagon auf dem Flug nach Lissabon. Es sei entschlossenes Handeln nötig, um Al-Kaida im Maghreb daran zu hindern, Mali zu einer Basis zu machen, von der aus die Terrororganisation Angriffe gegen westliche Staaten führen könne.

Susan Rice lobt Frankreichs Einsatz

"Die Franzosen sind glücklicherweise professionell mit der islamistischen Bedrohung umgegangen", sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice. Die USA bleiben aber skeptisch, was die Möglichkeiten der malischen Truppen und ihrer westafrikanischen Verbündeten angehe, den Norden zurückzuerobern, sagte Rice. "Die USA haben sich immer Fragen zur Ausführbarkeit des Konzepts gestellt." Dieses müsse nun vollkommen überarbeitet werden, da sich die Verhältnisse vor Ort verändert hätten.

Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hatte Frankreich am Montag Unterstützung angeboten. Laut einem Sprecher des Außenamtes könnte es dabei um politische, logistische, medizinische oder humanitäre Hilfe gehen. Die Entsendung von Kampftruppen schloss Westerwelle weiter aus. Die Planung einer EU-Ausbildungsmission für die malischen Streitkräfte, an der sich Deutschland grundsätzlich beteiligen will, soll aber vorangetrieben werden.

30.000 Menschen auf der Flucht

Durch die jüngsten Kämpfe wurden schätzungsweise 30.000 Menschen in die Flucht getrieben, wie ein UN-Sprecher sagte. Er zeigte sich besorgt über Berichte, wonach Islamistengruppen Menschen an der Flucht hinderten. Die Zahl der Flüchtlinge könne deshalb noch deutlich höher sein.

Das westliche Nachbarland Mauretanien erklärte am Montag, dass tausende Menschen aus Mali auf dem Weg zur mauretanischen Grenze seien. Die Regierung in Nouakchott beorderte deshalb Soldaten an die Grenze, um diese abzuriegeln, wie es aus Militärkreisen in der mauretanischen Hauptstadt hieß. Auch der nördliche Nachbar Algerien schloss angesichts der Ausweitung des Konflikts seine Grenze, wie ein Sprecher des Außenministeriums in Algier bestätigte.

amt/AFP AFP

Mehr zum Thema


Das könnte sie auch interessieren


Wissenscommunity


Newsticker