17.05.2005 Peter Scholl-Latour erhält den Henri Nannen-Preis für sein journalistisches Lebenswerk / Weißrussische Journalistin Irina Chalip wird von Gruner + Jahr und dem stern in Anerkennung ihres Kampfes für die Pressefreiheit in ihrem Land geehrt


Die Auszeichnungen werden im Rahmen der feierlichen Preisverleihung am kommenden Freitag im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg überreicht

Hamburg, 17. Mai 2005 – Der Autor und Journalist Peter Scholl-Latour wird am kommenden Freitag vom Verlag Gruner + Jahr und der Zeitschrift stern für sein umfassendes publizistisches Lebenswerk und seinen Beitrag für den Qualitätsjournalismus mit dem Henri Nannen-Preis ausgezeichnet. „Nur wenige verkörpern das Idealbild des weltläufigen rasenden Reporters wie er”, so stern-Chefredakteur Andreas Petzold, der auch Mitglied der Hauptjury ist. „Aber allein mit diesem Klischee würde man Scholl-Latour nicht gerecht: Er versteht es, trefflich zu beobachten, Ereignisse aufs Wesentliche zu fokussieren und manchmal unbequeme Analysen zu entwickeln”, sagt Petzold zur Begründung.

Scholl-Latour, seit 1950 Journalist, berichtete als Korrespondent aus Beirut und Brazzaville, baute das Pariser ARD-Studio auf und wurde Direktor des WDR-Fernsehens. 1971 ging er für das ZDF nach Paris, kam 1973 als Gefangener des Vietcong in die Schlagzeilen, wurde Mitte der Achtziger im Verlag Gruner + Jahr TV-Vorstand und war Mitgründer des Privatsenders RTLplus. Daneben war er Herausgeber, später auch Chefredakteur des stern. Seit 1988 ist Scholl-Latour Publizist. Weiterhin produziert er Features für das ZDF, zudem hat er rund 30 Bücher verfasst. Sein bekanntester Titel wurde „Der Tod im Reisfeld“ (1979), mit 1,3 Millionen verkauften Exemplaren (1998) das bisher erfolgreichste deutschsprachige Sachbuch seit 1945.

Die Journalistin Irina Chalip, stellvertretende Chefredakteurin der „Belorusskaja Delo-waja Gaseta“, erhält den Henri Nannen-Preis für ihr couragiertes Eintreten für die Pressefreiheit in Weißrussland. Chalip deckte zahlreiche Beispiele von Korruption, Vetternwirtschaft und politischen Intrigen in ihrem Land auf. Mehrfach stand sie wegen Verstößen gegen die repressiven Pressegesetze vor Gericht, regelmäßig wird sie von der Staatsanwaltschaft vorgeladen, vernommen und bedroht. Immer wieder muss sie Durchsuchungen von Büro und Wohnung ertragen, das Innenministerium hat sie nach vertraulichen Informationen zum Staatsfeind erklärt. Andreas Petzold: „Irina Chalip riskiert ihr Leben, um die traurige Wahrheit über die politischen Verhältnisse in ihrem Land an die Öffentlichkeit zu bringen. Wir zeichnen sie aus, weil sie mit ihrem Mut unbeirrt für die Pressefreiheit und damit für die Entstehung eines demokratischen Systems in ihrer Heimat kämpft.“

Die Zeitschrift stern und der Verlag Gruner + Jahr vergeben den neuen Henri Nannen-Preis für Bestleistungen im Printjournalismus während einer feierlichen Preisverleihung am 20. Mai 2005 im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Alle nominierten Arbeiten sowie zahlreiche weitere Informationen finden sich unter

www.henri-nannen-preis.de

im Internet.

Für Rückfragen:

Kurt Otto
Pressesprecher Gruner + Jahr
Tel. 040/3703-3046
E-Mail: otto.kurt@guj.de

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