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Kantinendebatte Altkanzler Schröder empört sich über das Ende der VW-Currywurst in der Kantine

Altkanzer Gerhard Schröder 2020
"Wenn ich noch im Aufsichtsrat von #VW säße, hätte es so etwas nicht gegeben", stellte Schröder auf Linkedin klar
© Kay Nietfeld / dpa
Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder meldet sich in Sachen Currywurst zu Wort. Denn die soll es in einer der Kantinen bei Autobauer VW nicht mehr geben. Dabei sei die doch "der Kraftriegel" der Facharbeiter.

Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (77) hat sich in Sachen Wurst zu Wort gemeldet. Er ärgert sich über die Abschaffung der berühmten VW-Currywurst in einer der Werkskantinen des Wolfsburger Autobauers. "Wenn ich noch im Aufsichtsrat von #VW säße, hätte es so etwas nicht gegeben", schrieb Schröder am Dienstag in einem Beitrag auf der sozialen Plattform LinkedIn.

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"Kraftriegel der Facharbeiterin und des Facharbeiters"

Das Betriebsrestaurant im Markenhochhaus von VW soll nach dem Werksurlaub fleischfrei sein. In der Kantine wenige Meter entfernt auf der gegenüberliegenden Straßenseite wird es die berühmte Wurst aber weiterhin geben. Viele Mitarbeiter wünschten sich vegetarische und vegane Alternativen, hieß es in einem internen Info-Schreiben.

"Vegetarische Ernährung ist gut, ich selbst mache das phasenweise auch. Aber grundsätzlich keine Currywurst? Nein!", machte Schröder klar und fragte, ob die Beschäftigten das wirklich wollten. "Currywurst mit Pommes ist einer der Kraftriegel der Facharbeiterin und des Facharbeiters in der Produktion. Das soll so bleiben."

In Hannover gebe es ebenso wie in Berlin "exzellente Currywürste", so Schröder weiter. "Darauf will ich nicht verzichten, und ich denke: viele andere wollen das in ihren Betriebskantinen auch nicht." Dazu setzte er den Hashtag "#rettetdieCurrywurst". Dem SPD-Altkanzler, der niedersächsischer Ministerpräsident von 1990 bis 1998 und Vertreter des Landes im Aufsichtsrat von VW war, folgen auf LinkedIn rund 64.000 Menschen.

Schröder wollte Currywurst auch schon einem US-Präsidenten schmackhaft machen

Dass Schröder eine Vorliebe für Currywurst hat, ist bereits seit den 90er Jahren bekannt, als er noch mit Hiltrud "Hillu" Schröder verheiratet war. Als Kanzler weihte er 2002 einen US-Präsidenten in die deutsche Essenskultur ein: Für George W. Bush bestellte er im "Theodor Tucher" am Pariser Platz Currywurst und Apfelstrudel. Nach Angaben des damaligen Managers zeigte der Ex-Kanzler allerdings mehr Appetit als sein amerikanischer Kollege – vermutlich habe es an dessen Jetlag gelegen.

Wie Schröder heute lebt und isst, ist zum Teil im Instagram-Kanal seiner fünften Ehefrau, Soyeon Schröder-Kim, zu sehen. Dort teilt sie etwa Rezepte koreanischer Gerichte oder auch Bilder von ihrem Mann am Herd. Die Gerichte mit viel Gemüse und Fisch seien für ihn eine willkommene Abwechslung, erzählte sie 2020. Und stellte klar: "Mein Mann hat sich auch früher nicht nur von Currywurst ernährt."

yks dpa

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