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70 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs: Berlin zum Kriegsende - und heute

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg. Deutschland erlebte die Stunde Null, Berlin lag in Trümmern. Der stern ermöglicht einen multimedialen Blick vom heutigen Berlin ins Berlin von 1945.

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg. Adolf Hitler war tot, sein NS-Regime besiegt. Doch die Befreiung empfanden damals wohl viele Deutsche als Niederlage. Seit dem Beginn alliierter Luftangriffe 1940 gehörten Tod und Zerstörung zum Alltag der Stadtbevölkerung. Nach der Landung alliierter Truppen in der Normandie am 6. Juni 1944 erfuhr ab Spätsommer 1944 auch die deutsche Landbevölkerung, was Krieg bedeutet. Über Monate kämpften sich vor allem Amerikaner, Engländer und Franzosen von Westen und Russen von Osten voran und offenbarten mit der Befreiung der Konzentrationslager die Gräuel des Holocaust vor aller Welt. Beim Kampf um Berlin in den letzten Kriegswochen wurde besonders das Regierungsviertel von den verbliebenen regimetreuen Kämpfern von Wehrmacht, SS und Hitlerjugend verteidigt. Entsprechend heftig waren die Zerstörungen rund um das Brandenburger Tor.

Der stern zeigt, wie Reichstag, Brandburger Tor und andere Denkmäler in Berlin 1945 aussahen und wie sie heute aussehen. Klicken Sie mit auf den Kreis mit den beiden Pfeilen und schieben Sie ihn hin und her. So können Sie auf den Bildern zwischen 1945 und 2015 wechseln.

Das Reichstagsgebäude
Dort, wo heute Touristen flanieren und zum Bundeskanzleramt hinüberschauen, stand am 6. Juli 1945 noch ein Artilleriegeschütz. Das Gebäude selbst war schon durch den Reichstagsbrand in Mitleidenschaft gezogen worden, bevor es durch in der Schlacht um Berlin schwer beschädigt wurde. Besonders die Russen wollten dieses symbolträchtige Gebäude erobern. Hier hissten sie auch die Sowjetflagge. Das - im Nachhinein inszenierte - Foto von den russischen Soldaten mit der Flagge der UdSSR wurde weltberühmt.

Fotos: Fred Ramage/Keystone/Getty Images & Sean Gallup/Getty Images

Nach der Stunde Null
Am 9. Mai 1945 sitzt ein deutscher Soldat auf einem Steinhaufen vor dem noch brennenden Reichstag. Was mag er gedacht haben nach dem Ende des sinnlosen Kämpfens und Sterbens für das NS-Regime? Das Deutsche Reich hatte aufgehört zu existieren, die Deutschen blickten einer unsicheren Zukunft entgegen. Doch ans Ende des Zweiten Weltkrieges denken heutzutage wohl nur die wenigsten Besucher des Reichstags zurück.

Fotos: Laski Diffusion/Getty Images & Sean Gallup/Getty Images

Das Brandenburger Tor
Heute versammeln sich auf dem Pariser Platz Touristengruppen auf Segways, 1945 versammelten sich vor dem Brandenburger Tor russische und amerikanische Soldaten auf einem Panzer.

Fotos: Central Press/Hulton Archive/Getty Images & Sean Gallup/Getty Images

Die Elbbrücke bei Torgau
Rund 150 Kilometer südlich von Berlin reichten sich russische und amerikanische Soldaten die Hände. Auf einer Brücke über die Elbe in Torgau trafen die Truppen am 25. April 1945 aufeinander. Ob die Begegnung wirklich so ablief? Das Foto jedenfalls wurde einen Tag später gestellt. Heute erinnert nichts auf der Brücke mehr an diesen historischen Moment.

Fotos: Allan Jackson/Getty Images & Sean Gallup/Getty Images

Straße des 17. Juni
Nach der Eroberung Berlins bezogen alliierte (r.) Soldaten vor ihren Panzern Stellung. US-Feldmarschall Montgomery hielt vom Lastwagen herunter eine Rede an die Truppen. Auch siebzig Jahre später erinnert ein russisches Ehrenmal an der Straße zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule Autofahrer an das Ende des Zweiten Weltkrieges.

Fotos: Express/Express/Getty Images & Sean Gallup/Getty Images

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
Bei einem alliierten Luftangriff im November 1943 geriet die Kirche in Brand, ihren zerstörter Kirchturm kennt auch heute noch jeder Berliner und jeder Tourist. Denn nach 1945 blieb zumindest der Kirchturm als Mahnmal fast unverändert stehen. Der Rest der Kirche sowie die benachbarten Gebäude nahe des Bahnhofs Zoo mussten weichen.

Fotos: Fred Ramage/Keystone Features/Getty Images & Sean Gallup/Getty Images

Ecke Wilhelmstraße / Leipziger Straße
Am 2. Oktober 1938 jubelten Menschenmassen Adolf Hitler zu, der gerade aus München nach Berlin zurückgekehrt war. In dem Gebäude im Hintergrund sitzt heute das Bundesfinanzministerium.

Fotos: Keystone/Hulton Archive/Getty Images & Sean Gallup/Getty Images

tkr/rös