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Feuer im Krefelder Zoo: Brand im Affenhaus: Polizist musste schwer verletzen Gorilla mit Maschinenpistole erschießen

Rund um den Brand im Krefelder Zoo in der Silvesternacht werden immer mehr Details bekannt. Ein Bericht des Innenministeriums offenbart nun: Ein Polizist musste einen Gorilla erschießen, der mit schweren Verletzungen überlebt hatte.

Die Trauer nach dem tödlichen Brand im Krefelder Affenhaus war groß

Die Trauer nach dem tödlichen Brand im Krefelder Affenhaus war groß

DPA

Nach dem Brand im Krefelder Zoo in der Nacht zu Neujahr ist es zu bisher unbekannten, dramatischen Szenen gekommen: Ein schwer verletzter Gorilla musste am Morgen von einem Polizeibeamten durch mehrere Schüsse aus einer Maschinenpistole getötet werden, da die Tierärztin es nicht schaffte, das Tier einzuschläfern. Dies geht aus einem Bericht des Innenministeriums an den nordrhein-westfälischen Landtag hervor.

Hohe emotionale Belastung

Laut Innenministerium hatten sich bereits während des Brandes Polizisten mit Maschinenpistolen rund um das Affenhaus postiert, um notfalls verletzte oder panische Tiere zum Schutz der Einsatzkräfte zu stoppen. Dazu kam es nicht. Die Retter gingen laut dem Bericht davon aus, dass alle Tiere tot sind. Gegen 8 Uhr morgens wurden zwei schwer verletzte Tiere gefunden, von denen die Tierärztin ein Orang Utan-Weibchen einschläferte. Den Gorilla tötete der Beamte (34) nach Freigabe durch den Polizeiführer.

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Massa

Massa: Der Westliche Flachland-Gorilla kam 1975 aus der afrikanischen Wildnis nach Krefeld. Mit ­seinen Weibchen Boma und Tumba ­hatte er sieben Nachkommen. Als Massa jetzt im Alter von vermutlich 49 Jahren starb, war er der betagteste Silberrücken Europas und litt an etlichen Altersbeschwerden. Er sah schlecht, und auch die Bauchspeicheldrüse machte ihm zu schaffen. Doch seine Leiden ließen sich noch gut behandeln

Mit dem 34-jährigen Schützen seien in den folgenden Tagen aus Fürsorge mehrere "intensive Gespräche" geführt worden, heißt es in dem Bericht an den Landtag, wie die "Rheinische Post" berichtet. "Der Bericht des Innenministeriums lässt nur erahnen, wie belastend der Einsatz für die Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sowie die Mitarbeiter des Zoos gewesen sein muss", sagte die innenpolitische Sprecherin der Grünen, Verena Schäffer. Tatsächlich sei die "emotionale Belastung bei allen Einsatzkräften sowie beim Personal des Zoos immens" gewesen, heißt es in dem Bericht. "Während und nach dem Einsatz wurde den Einsatzkräften und den Mitarbeitern eine psychologische Unterstützung angeboten."

Innenministerium gibt Stand der Ermittlungen bekannt

Auch zum aktuellen Ermittlungsstand äußert sich das Innenministerium in dem Bericht. Demnach hatten bereits um 2.20 Uhr – keine zwei Stunden nach der Alarmierung der Feuerwehr – erste Zeugen Hinweise auf Himmelslaternen gegeben. Am nächsten Tag meldeten sich drei Frauen, die nach Mitternacht fünf der Leuchten hatten steigen lassen. Zwei seien in einem Baum hängen geblieben, drei weiter geflogen. Laut Innenministerium landete eine auf dem Dach des Affenhauses – wo sie laut Bericht "mit unbekanntem, entflammbarem Material in Kontakt gekommen ist. Im weiteren Verlauf kam es zur Flammenbildung und danach zum Vollbrand des Gebäudes."

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Die Grünen-Politikerin Schäffer sagte der dpa: "Die Landesregierung muss dieses schreckliche Ereignis zum Anlass nehmen, für stärkere Brandschutzbestimmungen in den Zoos zu sorgen. Dazu gehören zum Beispiel die Verpflichtung zur Installation von Brandmelde- und Sprinkleranlagen im gesamten Gebäudebestand." Bei dem Brand im Affenhaus waren mehr als 30 Tiere ums Leben gekommen, zwei Schimpansen überlebten verletzt. 

lau / dpa