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Ehemaliger Serienstraftäter Bayern lehnt "Mehmets" Rückkehr ab


Ist der als jugendlicher Krimineller in die Schlagzeilen geratene "Mehmet" geläutert? Der bayerische Innenminister mag nicht daran glauben - und stellt sich gegen eine Einreise des Deutsch-Türken.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat die Einreise des als "Mehmet" bekannt gewordenen jugendlichen Serienstraftäters abgelehnt. "Muhlis A. alias "Mehmet" wollen wir hier nicht", sagte er. Rund sechs Jahre nach seiner Ausweisung will der mittlerweile 28-Jährige Freunde in Deutschland besuchen und die Aufhebung seines Haftbefehls erwirken. Muhlis A. wurde 2005 rechtskräftig wegen Körperverletzung zu 18 Monaten Haft verurteilt, floh dann aber vor Strafantritt in die Türkei. "Mehmet" wolle ein Gnadengesuch einreichen, bestätigte sein Anwalt einen Bericht der "Süddeutsche Zeitung".

Herrmann nannte den Deutsch-Türken einen gefährlichen Serienstraftäter. Schon als 14-Jähriger habe er mit einer Zaunlatte auf ein Opfer, das bewusstlos am Boden lag, eingeschlagen. Hoffnungen auf eine positive Entwicklung habe er umgehend selbst zunichtegemacht, indem er seine Eltern mehrfach geprügelt, beraubt und mit dem Tode bedroht habe. Seiner 18-monatigen Haftstrafe habe er sich dann durch Ausreise in die Türkei entzogen. "Wieso sollten wir "Mehmet" jetzt eine Läuterung glauben?", erklärte Herrmann. "Wenn er nach Deutschland einreist, muss er seine gerechte Strafe absitzen."

Der Anwalt des jungen Mannes sieht das anders. Sein Mandant habe in den vergangenen Jahren in der Türkei ein rechtschaffenes Leben geführt und keine Straftaten mehr begangen, sagte der Jurist.

"Mehmet" will vorerst als Tourist nach Deutschland

Die Staatsanwaltschaft München I wollte sich erst nach Eingang des Antrags inhaltlich äußern. "Es gibt schon den Gnadenweg, aber da muss man sich erst mal anschauen, was da vorgetragen wird", sagte ein Sprecher.

Auch beim Münchner Kreisverwaltungsreferat (KVR) liegt noch kein Antrag vor. Von der Ausländerbehörde erhofft sich Muhlis A., dass seine Ausweisung bis Ende 2012 befristet wird und er ab 2013 wieder nach Deutschland einreisen darf. "Von diesem Begehren weiß ich nur aus der Presse", sagte KVR-Vizechefin Claudia Vollmer. Derzeit gelte das Wiedereinreiseverbot noch, auch in allen anderen EU-Ländern.

Dauerhaft will sich "Mehmet" nach Angaben seines Anwalts vorerst nicht in seinem Geburtsland niederlassen. "Er möchte zunächst als Tourist wieder einreisen, Freunde treffen." Außerdem wolle er hier etwas unternehmen, um Jugendliche vor dem Abgleiten in die Kriminalität zu bewahren.

mlr/DPA DPA

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