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Strafanzeige wegen Tiermisshandlung: Forscher am Max-Planck-Institut sollen Affen gequält haben

Zu Zwecken der Hirnforschung wurden am renommierten Max-Planck-Institut in Tübingen Versuche mit Affen durchgeführt. Tierschützer filmten das Vorgehen mit einer versteckten Kamera und erstatten nun Anzeige gegen die Mitarbeiter.

Versuche mit Affen am Max-Planck-Institut in Tübingen

Ein Rhesus-Affe mit einem Gehirn-Implantat in der Tierhaltung im Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen

DPA

Die Staatsanwaltschaft Tübingen hat Strafbefehle wegen Tiermisshandlung gegen drei verantwortliche Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik beantragt. Der 67-jährige Bereichsleiter, der 49-jährige Versuchsleiter und der 55-jährige stellvertretende Tierhalter sollen vom Tübinger Amtsgericht aufgefordert werden, Geldstrafen bezahlen, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte. Sie sollen von 2013 bis 2015 bei drei Affen die Versuche zu spät beendet und dadurch den Tieren länger andauernde Leiden zugefügt zu haben.

Versuche mit Affen wurden eingestellt

An dem Max-Planck-Institut in Tübingen wurde Hirnforschung an Affen betrieben. Tierschützer hatten mit versteckter Kamera in dem Labor gefilmt und Anzeigen gegen Mitarbeiter erstattet, wie stern TV als erstes berichtete. Inzwischen wurden die Versuche eingestellt - nach Angaben des verantwortlichen Forschers Nikos Logothetis, weil ihm der Rückhalt aus der Wissenschaft fehlte.

Das Ermittlungsverfahren gegen weitere Beschuldigte wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz wurde laut Staatsanwaltschaft eingestellt. Sie konnten nach Erkenntnis der Staatsanwaltschaft nicht über den Abbruch von Versuchen entscheiden.

Hintergrund: stern TV-Beitrag vom 26.04.2017


sve / DPA