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Jeremy Meeks: So gefährlich ist der schönste Knacki der Welt

Stahlblaue Augen, markante Gesichtszüge, volle Lippen: Das Fahndungsfoto von Jeremy Meeks wurde zum Hit im Internet und brachte ihm viele Verehrerinnen. Doch der Beau ist ein übler Bursche.

Jeremy Meeks auf dem Foto, das die Polizei nach seiner Festnahme machte

Jeremy Meeks auf dem Foto, das die Polizei nach seiner Festnahme machte

Das Police Department von Los Angeles kennt jeder Kinogänger, aber wo ist eigentlich Stockton? Die Stadt, eine gute Autostunde östlich von San Francisco, hat zumindest bei Facebook die weit prominentere Polizei. Verdanken hat sie die mehr als 57.000 "Gefällt mir"-Klicks (das weit größere LAPD bringt es gerade einmal auf ein Zehntel) allerdings einem Verbrecher. Der Beau ist wohl ein unangenehmer Zeitgenosse - was seine Verehrer(innen) nicht abschreckt.

Jeremy Meeks heißt er und er ist alles andere als ein unbeschriebenes Blatt in der Polizeiakte. Als die Polizei am Donnerstag seinen Wagen stoppte, fand sie bei ihm und seinen beiden Mitfahrern eine Pistole und einen Haufen Munition. Der 30-Jährige wurde festgenommen und die Kaution auf eine satte Million Dollar (etwa 735.000 Euro) festgesetzt. Und sein Polizeifoto wanderte auf die Facebook-Seite der Polizei von Stockton.

Doch da blieb es nicht, sondern ging per Twitter und andere Seiten in die Welt hinaus. Jung, gut aussehend, verwegen, rebellisch und trotzdem verletzlich - irgendetwas zwischen einsamem Wolf und gefangenem Wildtier. Tausende, ja Zehntausende, sprangen an: "Er ist zu süß für den Knast" lauteten Kommentare. Oder: "Oh mein Gott, er ist heiß!!!". Meeks sehe "zu gut aus, um ein Krimineller zu sein".

16-Jährigen "zu Brei" geschlagen

"Meine Frau sagt, dass mein Foto überall auf Facebook ist", sagte Meeks selbst dem Fernsehsender KXTV. Der 30-Jährige nutzte es für Werbung in eigener Sache und sagte, er sei kein Bandenboss. "Ihr sollt wissen, dass ich nicht so bin", sagte er über die Vorwürfe. Sein größter Fan ist seine Mutter, die für ihren Sohn ("Er ist so süß") 25.000 Dollar für die Verteidigung sammeln will. Trotz weltweiter Aufmerksamkeit waren es Sonntag aber erst etwa 3700 Dollar.

Ein ganz so netter Kerl soll er auch nicht sein, schrieb "TMZ.com". Neben Raub wird ihm auch vorgeworfen, einen 16-Jährigen "zu Brei" geschlagen zu haben. Die Polizei dürfte deshalb nicht ganz glücklich sein über ihre ungewollte Werbekampagne. Ihr geht es aber immer noch besser als der New Yorker Polizei, die die Menschen um Fotos unter dem Hashtag myNYPD um Bilder bat - doch statt netter Fotos vom Freund und Helfer Bilder von Polizeikriminalität bekam.

Trost für die Beamten in Stockton: Bei Twitter ist noch ein Bild von Meeks aufgetaucht. Lachend mit Goldzähnen sieht er bei weitem nicht so verwegen oder attraktiv aus wie auf dem Polizeifoto. Bildunterschrift: "Der Beweis, dass es manchmal nur ein gutes Bild von Dir gibt."

mka/DPA / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?