Kindesmisshandlung Polizeit erwartet rasche Auslieferung


Im Fall der zu Tode misshandelten dreijährigen Carolin aus dem bayerischen Weißenhorn rechnet die Polizei mit einer raschen Auslieferung der beiden Tatverdächtigen.

Der Krumbacher Polizeichef Walter Böhm sagte am Samstag, er sei zuversichtlich, dass die 24-jährige Mutter des Mädchens und ihr 30-jähriger Freund Montag oder Dienstag aus dem italienischen Hafen Brindisi nach Deutschland gebracht würden. Medienberichten zufolge musste das Kind ein vierwöchiges Martyrium durchleiden. Zudem erhob die Mutter schwere Vorwürfe gegen ihren Lebensgefährten.

Die aus Polen stammende 24-Jährige Zeneta B. berichtete nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Focus“ der italienischen Polizei, ihr Lebensgefährte habe öfters auf dem Körper des Mädchens Zigaretten ausgedrückt und ihren Kopf wiederholt auf den Tisch geschlagen. Der 30-jährige Türke Mehmet A., den sie erst einen Monat zuvor in einer Bar kennen gelernt hatte, habe ihr gedroht, die gesamte Familie zu töten, wenn sie über die Misshandlungen sprechen würde, hieß es.

Carolin verstarb auf der Damentoilette im Krankenhaus

"Spiegel TV" berichtete am Samstag vorab unter Berufung auf ein schriftliches Verhörprotokoll der Polizei in Brindisi, wonach die 24-Jährige aussagte, dass A. dem Kind unter anderem die Fingernägel mit einem Feuerzeug verbannt habe. Der Mann habe sie heiraten, aber das Kind nicht haben wollen, sagte sie demnach zur Begründung. Er habe die Tochter normalerweise als "Bastard" bezeichnet.

Zu den tödlichen Verletzungen sagte die 24-Jährige demnach übereinstimmend, ihr Lebensgefährte habe das Kind so lange gegen die Wand geworfen, bis es bewusstlos liegen geblieben sei. Gemeinsam hätten sie das schwer verletzte Mädchen zum Stiftungskrankenhaus Weißenhorn gebracht und in einer Damentoilette abgelegt. Dort war das sterbende Kind am Montag, 5. Januar, gefunden worden.

Todesursache: Schläge mit einem stupfen Gegenstand gegen den Kopf

Deutsche Ermittler sind nach Italien gereist, um das am Freitag in Brindisi gefasste Paar zu vernehmen. Polizeichef Böhm sagte, er rechne mit einem verkürzten Auslieferungsverfahren. Gegen die 24-Jährige und den 30-Jährigen liegen Haftbefehle wegen Verdachts des gemeinschaftlichen Totschlags vor. Am Freitag war aus Ermittlerkreisen bekannt geworden, dass die beiden dem Drogenmilieu angehörten und vorbestraft seien.

Die misshandelte Carolin war am vergangenen Montag im Krankenhaus der Kreisspitalstiftung Weißenhorn (Landkreis Neu-Ulm) gefunden worden. Es war nackt in ein Laken eingewickelt; der Kopf war kahl rasiert. Trotz sofortiger Rettungsversuche auf der Intensivstation starb es wenige Stunden später. Als Todesursache wurden Schläge mit einem stumpfen Gegenstand gegen den Kopf festgestellt.


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